Schliessanlagen beim Landgericht München

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Schlosser
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Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Beitrag von Schlosser »

gs33 hat geschrieben:
24. Okt 2020 13:06
Das erste, was die Versicherung macht, ist sich einen Orderslip oder die Sicherungskarte der Schließanlage zu besorgen und dann beim Hersteller nachzufragen, wie viele gleiche und übergeordnete Schlüssel zu dem verlorenen Schlüssel geliefert wurden. Dann lässt man sich vom Schließanlagenbetreiber oder dem Verwalter alle Schlüssel zeigen. Kann ein Schlüssel nicht vorgelegt werden, erstattet die Versicherung 50,- Euro (oder einen ähnlichen Betrag) für den verlorenen Schlüssel.
Wenn die Vers. nur den verlorenen Schlüssel (mit ca. 50 Euro) ersetzt, hilft das der Schule bzw. Firma kaum. Der verlorene Schlüssel "kann" weiter für die Räume genutzt werden. Abhängig, WO der Schlüssel verloren wurde. Habe die Vers. Besdingungen durch gelesen: Es steht von einer Erstattung der "gesetzlichen" Haftpflicht. Und das wäre der "Zeitwert". Meistens verliert die Schließanlage ihren Wert von ca. 3% pro Jahr. Den Rest muß der Geschädigte selbst zahlen :eek:

Bei der Allianz wirds interessanter: Da steht auf der Webseite, daß ALLE Kosten für den Austausch der Schließanlage übernommen werden. Die eigentlichen Vers. Bedingungen habe ich nicht gefunden. Das wäre interessanter...

Ein Anwalt für Versicherungsrecht hat mehr mit solchen Dingen zu tun. Die könnten sagen, mit welcher Versicherung es mehr oder weniger Ärger gibt. Auch wenn es um die Regulierung von Personenschäden geht...
Mein Reichtum: MCS, ICS, 3KS, Kaba Quattro, Abus XP2-S, S&G 6651, S&G 6730, LaGard 1985, La Gard 39e, mech. Kromer 3 Uhren Zeitschloß, Kromer 3011 und einen Bode Tresor

Piel
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Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Beitrag von Piel »

ZylinderLuise hat geschrieben:
24. Okt 2020 13:15
Grundsätzlich zahlt soweit ich weiß jede Haftpflicht bei Schlüsselverlust. Mir erschließt es sich nicht, warum ich deswegen vor Gericht gehen sollte. Mir ist auch noch kein Fall bekannt, wo die Haftpflicht nicht gezahlt hätte.
Es reicht eine kurze Google-Recherche, und man findet einige Fälle in denen Versicherungen versucht haben sich aus der Verantwortung zu ziehen. Manchmal erfolgreich, manchmal nicht.

Meine Erfahrung ist, je höher der Schaden, desto wahrscheinlicher ist der Gang vor Gericht. Wobei man bei einer Haftpflichtversicherung zum Glück einen passiven Rechtsschutz genießt, d.h. sie prüft stellvertretend für die Versicherungsnehmer/in ob eine Pflicht zum Schadensersatz besteht und natürlich die Höhe des entstandenen Schadens. Sie Wehrt also unberechtigte oder überzogene Forderungen ab.
Schlosser hat geschrieben:
24. Okt 2020 23:06
Es steht von einer Erstattung der "gesetzlichen" Haftpflicht. Und das wäre der "Zeitwert". Meistens verliert die Schließanlage ihren Wert von ca. 3% pro Jahr. Den Rest muß der Geschädigte selbst zahlen :eek:
Nein, nicht unbedingt. Siehe dazu dieses Urteil:
VG Hannover, Urteil vom 25.01.2008 - 2 A 8123/06 hat geschrieben:Gegen die Höhe des von der Samtgemeinde Ro. geltend gemachten Schadens bestehen keine Bedenken. Auch ist nicht etwa nur der Zeitwert der Schließanlage zu ersetzen. Ein entsprechender Abzug vom Schadensbetrag würde voraussetzen, dass durch die Reparatur eine Wertsteigerung der beschädigten Sache eintritt, die sich für den Geschädigten vorteilhaft auswirkt und deren Abzug für den Geschädigten zumutbar ist. Der Geschädigte darf durch das schädigende Ereignis nicht schlechter, aber auch nicht besser gestellt werden. Sofern es durch die Reparatur zu einer wirtschaftlichen Besserstellung käme, die sich tatsächlich wirtschaftlich auswirken würde, wie z. B. durch eine längere Lebensdauer, müsste sich der Geschädigte diesen Vorteil anrechnen lassen. Eine solche Anrechnung scheidet jedoch wiederum aus, wenn es sich lediglich um den Austausch von Einzelteilen handelt, welche die Lebensdauer einer Hauptsache, der das ausgetauschte Einzelteil zugehört, nicht beeinflussen.

So liegt der Fall hier. Durch die Leistung eines Schadensersatzes allein in Höhe des Zeitwertes der Schließanlage wäre eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes im vorliegenden Fall gar nicht möglich gewesen. Denn es gibt keinen Markt für gebrauchte Schließanlagen, so dass hier als Ersatz auch nicht etwa eine gleichwertige gebrauchte Schließanlage beschafft und eingebaut werden konnte. Vielmehr bedurfte es bereits aus Sicherheitsgründen einer neuen Schließanlage. Im Übrigen war die Schließanlage zuvor erst im Jahr 2002 ausgetauscht worden, mithin im Austauschzeitpunkt 2005 erst drei Jahre alt; eine solche Generalschließanlage hat jedoch eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten und bei einem Alter von drei Jahren noch keinen nennenswerten Wertverlust erlitten.
gs33 hat geschrieben:
24. Okt 2020 22:55
Eine saubere Dokumentation ist nicht immer vorzufinden. Viele Schließanlagen sind Jahrzehte alt und mittlerweile durch viele Hände gegangen.
So ist es. Darauf wird u.a. in dieser PDF eingegangen.

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Schlosser
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Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Beitrag von Schlosser »

Piel hat geschrieben:
25. Okt 2020 00:28
Schlosser hat geschrieben:
24. Okt 2020 23:06
Es steht von einer Erstattung der "gesetzlichen" Haftpflicht. Und das wäre der "Zeitwert". Meistens verliert die Schließanlage ihren Wert von ca. 3% pro Jahr. Den Rest muß der Geschädigte selbst zahlen :eek:
Nein, nicht unbedingt. Siehe dazu dieses Urteil:
In diesem PDF Bericht https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... IUPLu8VN23 (auf Seite 2) steht, daß die Anlage 3,3% pro Jahr an Wert verliert. Mit solch einem Verlust läßt sich der ursprüngliche Zustand kaum wiederherstellen.
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Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Beitrag von Schlosser »

Schlosser hat geschrieben:
25. Okt 2020 00:38
Piel hat geschrieben:
25. Okt 2020 00:28
Schlosser hat geschrieben:
24. Okt 2020 23:06
Es steht von einer Erstattung der "gesetzlichen" Haftpflicht. Und das wäre der "Zeitwert". Meistens verliert die Schließanlage ihren Wert von ca. 3% pro Jahr. Den Rest muß der Geschädigte selbst zahlen :eek:
Nein, nicht unbedingt. Siehe dazu dieses Urteil:
In diesem Gutachten als PDF Datei https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... IUPLu8VN23 (auf Seite 2) steht, daß die Anlage 3,3% pro Jahr an Wert verliert. Mit solch einem Verlust läßt sich der ursprüngliche Zustand kaum wiederherstellen.
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Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Beitrag von Piel »

@Schlosser: Mag ja alles sein, aber die Gerichte urteilen eben anders. Und am Ende ist es das Urteil was zählt. Wertverlust hin oder her. Darum habe ich das Urteil ja auch gepostet.

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ZylinderLuise
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Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Beitrag von ZylinderLuise »

Piel hat geschrieben:
25. Okt 2020 00:28
Wobei man bei einer Haftpflichtversicherung zum Glück einen passiven Rechtsschutz genießt, d.h. sie prüft stellvertretend für die Versicherungsnehmer/in ob eine Pflicht zum Schadensersatz besteht und natürlich die Höhe des entstandenen Schadens. Sie Wehrt also unberechtigte oder überzogene Forderungen ab.
Ein weiterer großer Pluspunkt der Haftpflichtversicherung!
Aufgeschlossenheit ist der Schlüssel zum Verständnis füreinander.
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