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Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 13. Okt 2020 19:46
von Piel
Wieso kann man einen Diebstahl nicht beweisen? Zeugen? Einbruchspuren (bei einem Einbruch)?

Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 13. Okt 2020 20:50
von gs33
Ich finde, das Thema Schlüsselverlust wird vollkommen überbewertet. Meiner Meinung nach ist es gar nicht erforderlich, gleich alle Zylinder zu tauschen, schon gar nicht den Haustürzylinder. Den Schlüssel muss erst einmal jemand finden, der ihn missbrauchen will, dann teile ich auch die Auffassung des Gerichts, dass sich die Schlüssel ja nicht zuordnen lassen. Das Risiko bei einem Schlüsselverlust dürfte in den meisten Fällen Richtung Null gehen.

Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 13. Okt 2020 21:01
von toolix_d
gs33 hat geschrieben:
13. Okt 2020 20:50
Ich finde, das Thema Schlüsselverlust wird vollkommen überbewertet.
Den Schlüssel muss erst einmal jemand finden, der ihn missbrauchen will
Das Risiko bei einem Schlüsselverlust dürfte in den meisten Fällen Richtung Null gehen.
Naja, es gibt Missetäter, die für Ihre Absichten, genau solche Überlegungen vorplanen und dies für ihre Absichten nutzen - wer, also, soll da, spekulativ, im Einzelfall, entscheiden?

Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 13. Okt 2020 22:01
von naturelle
Piel hat geschrieben:
13. Okt 2020 19:46
Wieso kann man einen Diebstahl nicht beweisen? Zeugen? Einbruchspuren (bei einem Einbruch)?
Restaurant? Jacke abgegeben? Hotel? Zimmer ausgeräumt?

Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 15. Okt 2020 07:24
von worgan
Es ist beides übertrieben. Gleich alles tauschen falls ja einer könnte. Und garnix tauschen weil schon nichts passieren wird.
Ungesicherte Schlüssel können ohne Schwierigkeiten kopiert werden und jeder kann rein. Wenn jemand seinen Wohnungszylinder nicht tauschen will, braucht er nicht. Das Risiko von kopierten Schlüsseln ist nahezu unbekannt. Viele wissen nicht, dass sie den Zylinder tauschen dürfen.

Im Zweifelsfall solltle man am Schlüsselbund nur kopierte Schlüssel haben. Manche kann man nicht beim Schlüsseldienst kopieren.

Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 15. Okt 2020 11:10
von Piel
worgan hat geschrieben:
15. Okt 2020 07:24
Das Risiko von kopierten Schlüsseln ist nahezu unbekannt. Viele wissen nicht, dass sie den Zylinder tauschen dürfen.
Sofern man Schlüssel auch ohne die Sicherungskarte nachmachen kann, würde ich jedem Mieter raten das Schloss auszutauschen. Ich würde mich nämlich nicht darauf verlassen dass der Vormieter auch alle Nachgemachten Schlüssel beim Vermieter abgibt. Im besten Fall steht dann eines Nachts der besoffene Ex-Freund im Flur, im schlimmsten Fall ist die Wohnung leer, und dies ohne Einbruchsspuren (was bei der Versicherung oft für erhebliche Probleme sorgt).

Aber auch wenn die Schlüssel nicht einfach kopiert werden können würde ich das Schloss tauschen. Zwar dürfen Vermieter im Grunde genommen keinen Zweitschlüssel besitzen, meiner Erfahrung nach sind aber gerade private Vermieter sehr darauf bedacht einen Schlüssel zur Wohnung zu haben.

Zwar mag das Risiko in beiden Fällen eher gering sein, aber insbesondere im ersten Fall könnte der Schaden nicht schlimmer sein.

Und ja, leider wissen viele nicht dass sie ihr Schloss selbst tauschen dürfen bzw. sie wissen gar nicht wie leicht man ein Schloss tauschen kann. Oder auch, dass z.B. im Falle eines Feuers nicht die Gebäudeversicherung des Vermieters die Schäden am eigenen Mobiliar ersetzt. Manchmal bin ich erschrocken, wie wenig praktisches Wissen manche Menschen haben. Z.B. in Finanzfragen.

Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 15. Okt 2020 14:19
von Schlosser
Manche private Haftpflichtversicherungen decken einen privaten und beruflichen Schlüsselverlust ab und ersetzen die Schließanlage. Wie die Schadensregulierung in der Realität aussieht, weiß ich allerdings nicht...

Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 15. Okt 2020 23:25
von Piel
@Schlosser: In der Realität werden Versicherungen genau prüfen, ob und falls ja im welchen Maße sie zahlen müssen. Eine Rechtsschutzversicherung macht daher auch Sinn. ;)

Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 16. Okt 2020 19:05
von Janvi
Schlosser hat geschrieben:
15. Okt 2020 14:19
Wie die Schadensregulierung in der Realität aussieht, weiß ich allerdings nicht...
Haftpflicht ist immer auf Zeitwert angesetzt und damit machen die Versicherungen regelmässig dickes Geschäft. Der Restwert wird dann auch noch von sogenannten selbsternannten Schadensregulierern und nicht von öffentlich vereidigten Fachgutachtern festgestellt. Das ging letztes Mal soweit, daß ich selbst einen Gutachter bestellt habe und der Versicherung dann den Betrag inkl. Gegengutachten in Rechnung gestellt habe. Wurde dann letztendlich doch gezahlt weil so haarsträubende Fehler im Versicherungsgutachten waren. Der konnte nicht mal das Typenschild mit der Zulassungsnummer korrekt abschreiben. Ist eine Anlage vielleicht 8 Jahre alt, wird unverfroren eine Abschreibungsdauer von 10 Jahren angenommen und der angenommene Buchwert mit 20% ausgezahlt. Die Versicherung wo alle 10 Jahre ihre Anlage austauscht möchte ich mal sehen. Das ist eine Frechheit womit keinem Geschädigten gedient ist. Nicht nur bei Schlösser sondern insbesondere bei den dazugehörenden Türen. Abgesehen von nicht zerstörungsfreien Aufbruchversuchen sind die im gewerblichen Bereich leicht mal mit einem Hubwagen oder sogar elektrischer Ameise angerempelt. Nicht nur Brandschutztüren sind dann Totalschaden. Bei 2-flügeligen Türen mit Schliessfolgeregler sind das regelmässig 4 stellige Beträge. Neulich hatte ich eine 2 flügelige Kühlhaustür aus V2A und die hat mehr als 10.000 Euro ohne Einbau gekostet. In meinen Vertragen unterschreibt der Mieter daher für den tatsächlichen Wiederherstellungspreis unabhängig vom Alter der Sache. Zeitwert ist vielleicht bei Laptops oder Handy angesagt, weil es das Modell tatsächlich bereits auf dem Wertstoffhof gibt aber niemals bei Gehäuden.

Re: Schliessanlagen beim Landgericht München

Verfasst: 17. Okt 2020 03:08
von Schlosser
Janvi hat geschrieben:
16. Okt 2020 19:05
Ist eine Anlage vielleicht 8 Jahre alt, wird unverfroren eine Abschreibungsdauer von 10 Jahren angenommen und der angenommene Buchwert mit 20% ausgezahlt. Die Versicherung wo alle 10 Jahre ihre Anlage austauscht möchte ich mal sehen. Das ist eine Frechheit womit keinem Geschädigten gedient ist. Nicht nur bei Schlösser sondern insbesondere bei den dazugehörenden Türen.
Meinst Du mit der Anlage die Schließanlage oder Deine Kühlanlage? Mit einem Restwert von 20% könnte der Versicherungsnehmer keine neue Schließanlage (für eine Firma, Schule usw.) kaufen. Ich gehe mal von aus, daß Du bei einer großen Versicherung bist. Die haben ja deshalb den "Erfolg", weil die das Geld einbehalten, statt den Schaden zu bezahlen...