Allgemeiner Laberthread

eigentlich selbsterklärend
fripa10
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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von fripa10 »

Deine "Klarheit" geht fehl, ich bin für ein europäisches Miteinander, aber in dem Rahmen, den einst die sieben Gründerstaaten im Sinne hatten. Ich bin gegen eine Schuldenunion, gegen mehr Zentralismus, gegen unsere Haftung für andere Staaten, die bewußt und gewollt Schulden machen.

Auch das "vereinte Europa" bedarf wohl einer genauen Definition, was damit eigentlich gemeint sein soll, falls eine Art Vereinigte Staaten von Europa, dann entfernt sich Europa spätestens seit Merkels einsamer Entscheidung 2015 so weit davon, daß ich es gegenwärtig eher als eine Illusion ansehe. Es gibt im Europa von heute keinen ernsthaften Willen dazu, jedenfalls nicht mehr.

Der Euro als Währung ist maßgeblich für viel Übel, vor allem in den weniger bis gar nicht exportorientierten Staaten mit prekären Staatshaushalten und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Denen bricht der starke Euro genauso das Genick, wie der Volkswirtschaft in den neuen Bundesländern seinerzeit die DM. Die Einführung der DM war damals aber alternativlos, die Einführung des Euros hingegen nicht.

Man kann resümieren, daß Deutschland - obwohl es das hätte besser wissen müssen - für die Euro-Einführung war und sie mit vorangetrieben hat. Dabei war es bei uns mit Händen zu greifen, was passiert, wenn eine starke Währung ohne Möglichkeit der Abwertung auf einen nicht international wettbewerbsfähigen Wirtschaftsraum trifft. Das Dilemma in Europas Volkswirtschaften beweist die Fehlerhaftigkeit und Unverträglichkeit dieser Einheitswährung und irgendwann wird sich diese Erkenntnis auch durchsetzen und das Experiment wird enden. Für Deutschland übrigens sehr blutig.

Janvi
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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von Janvi »

> wie der Volkswirtschaft in den neuen Bundesländern seinerzeit die DM

Einen guten Teile hatte das Volk aber selbst zu verschulden. Alle wollten West Fummel kaufen und die wenigen guten Sache die es noch gab (z. Bsp. kleine Brauereien) mussten zumachen weil das Zeugs nicht modisch genug war. Mit dem Euro gebe ich dir Recht aber der Zug zurück ist abgefahren. Welcher von unseren Politikern hat denn zu DM Zeiten seine Ersparnisse in griechischen Drachmen oder italienischer Lira angelegt ?

fripa10
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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von fripa10 »

@Janvi: Sicherlich wollten die DDR-Bürger Westwaren haben, nachdem man ihnen diese jahrzehntelang nicht nur vorenthalten hatte, sondern es viele Waren im Handel der DDR schlichtweg für den normalen Konsumenten überhaupt nicht gab. Die in der DDR erhältliche Mode war zwar vergleichsweise von recht guter Qualität, aber sie entsprach großteils nicht der Mode des Westens und wirkte oft altbacken. Ein nicht geringer Anteil des Bekleidungssortiments war schon während der DDR-Zeit ein Ladenhüter, das Zeug konnte man dann für harte DM natürlich erst recht nicht loswerden.

Bei vielen anderen Waren stellte sich die Frage nach dem Ostartikel im Sommer 1990 aber nicht, die Geschäfte öffneten am Tag der Währungsunion mit komplett umgestellten Sortiment, in den Regalen lagen da praktisch nur noch Westwaren, so daß man als Kunde gar nicht die Möglichkeit hatte, noch Artikel aus Ostproduktion zu kaufen. Einige Sachen wurden noch zum Ramschpreis abverkauft und damit war das Thema Ostprodukte für den Handel erst einmal erledigt.

Tja und da war dann noch die Treuhand, die die staatlichen Betriebe entweder für nen Appel und ein Ei an Westdeutsche verscherbelte, oder sie plattmachte. Dieses Vorgehen war der Hauptgrund für die weitgehende Deindustrialisierung des Ostens, neben dem Aspekt mit der Uralttechnik und verrotteten Betrieben nicht konkurrenzfähig produzieren zu können. Die eine oder andere Ostmarke hat sich zwar am Markt behauptet, aber das ist überschaubar.

Brauereien sind ein schlechtes Beispiel, weil die haben sich noch am ehesten behaupten können. Selbst Putin liebt heute noch sein Radeberger, das er aus seiner Dresdener KGB-Zeit kennt.

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Christian
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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von Christian »

Spötter könnten natürlich schon behaupten, dass es die DDR noch länger gegeben hätte, wenn man den Bürgern Satelitenschüsseln und chiniesische Welst-Bekleidung gebeben hätte. Wenn man so manch "Zeitzeugen" berichten hört, wie er den goldenen Westen begegnet ist, als die Mauer entlich offen war. Aber nun stellt sich langsam und sicher heraus das der Westen eigentlich vom Osten übrnommen wurde .... (lach)
Es gibt nur eine legitime Einstellung

fripa10
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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von fripa10 »

Christian hat geschrieben:Aber nun stellt sich langsam und sicher heraus das der Westen eigentlich vom Osten übrnommen wurde .... (lach)
Zumindest deuten die neuesten Meldungen darauf hin, wonach es voraussichtlich in wenigen Jahren keine Bananen mehr geben wird. Und die rote Diktatur wird gerade von einer grünen abgelöst, nur hat genau letztere der Osten am wenigsten zu verantworten. Die Grünen sind ja eher ein Fall für die Besserverdienenden und die leben nicht im Osten.

naturelle
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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von naturelle »

Die Grünen sind auch nicht wirklich "ein Fall für die Besserverdienenden".
Die Grünen sind ein Fall für diejenigen, die ohne Anleitung und Steuerung nicht lebensfähig sind.
Sozialismus ist, wenn die Faulen den Armen das Essen wegessen und dabei die, die es bezahlen, als asozial beschimpfen.

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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von Janvi »

>zumindest deuten die neuesten Meldungen darauf hin, wonach es voraussichtlich in wenigen Jahren keine Bananen mehr geben wird

Da wird es vermutlich zuerst keine Brauereien mehr geben. Zumindest wenn die Geschwindigekeit der momentanen Islamisierung so weiter anhält

Manfred
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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von Manfred »

"wenn man den Bürgern Satelitenschüsseln und chiniesische Welst-Bekleidung gebeben hätte."

Bloß zur Info : in Dresden Gorbitz wurde Herbst 88 ( 1 Jahr vor 1989 !!!!!!! ) offiziell RTL,SAT1, Tele 5 und Pro 7 eingespeist.
Das erste was ich damals nachts sah, war Hella und Hugo mit den blöden Tortengewerfe. Das kann Sonnabends gewesen sein
und am nächsten Tag waren keine Kinder mehr auf den Spielplätzen, weil viele Trickfilme gesehen haben.
Und wer schicke Sachen in Dresden haben wollte, bekam diese schon damals bei fleißigen Vietnamesen.

naturelle
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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von naturelle »

Manfred hat geschrieben:bei fleißigen Vietnamesen.
...den Erzählungen nach befleißigten sich damals die meisten Menschen aber, die Ausländer, mit welchen sie zwangsweise beglückt wurden, als Fidschis un Mozis zu betiteln.
Sozialismus ist, wenn die Faulen den Armen das Essen wegessen und dabei die, die es bezahlen, als asozial beschimpfen.

Manfred
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Re: Allgemeiner Laberthread

Beitrag von Manfred »

mit Mozis kann ich nichts anfangen,

Fidschis - meine Generation wurde zwar vor Achtung der anderen Völker erzogen,
aber nicht uns auf ewig schuldig zu fühlen.
In DD und Umgebung lebten und arbeiteten auch vor 30 Jahren viele Nationen und wer keine Berührungsängste hatte,
kam mit Ihnen in Kontakt. Ungarn besorgten bestimmte Lebensmittel, von Olomouc kamen unsere FAB Schlösser,
aus Moskau meine damaligen Eheringe und deutsche Märchenbücher. Man musste sich drehen.
Wir konnten Kindersachen besorgen. Es war vieles Bückware in der DDR, aber auch in den damaligen alten Bundesländern
war nicht alles Gold was glänzte.

Und um noch bissel nachzulegen: der Beitritt 90 hat doch der Industrie in den alten Ländern richtig gut getan, das war doch ein enormer Aufschwung der Wirtschaft. 16 Millionen neue Kunden oder ??

Aber solche Diskussionen von DDR/BRD bringen nichts, wir leben heute und hier.

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