Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

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devnull1975
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Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von devnull1975 »

Hallo Lockpicker.
Mein Name ist Oliver, ich bin 45 Jahre alt und seit nunmehr 20 Jahren bei der Feuerwehr beschäftigt.
Das Öffnen von Schlössern hat sich bei mir bisher immer auf die "harte Tour" beschränkt.
Zumeist mittels Ziehfix und/oder das Auffräsen des Kerns und entfernen der Stifte.
Ein Pickingset gibt es zwar schon immer auf dem Fahrzeug, bekommt aber aufgrund des Zeitmangels, keine Aufmerksamkeit.
Als nun ein Arbeitskollege das Pickingset im Rahmen eines Unterrichts vorgestellt hat, hat mich die Lust gepackt.
Ich picke nun schon seit gut einer Woche an allem was mir unter die Finger kommt. Völlig legal natürlich. Sei es Rundzylinder an Essensspinden, Vorgängeschlösser und Türzylinder.
Die Rundzylinder mit 4 Stiften bereiten mir keine großen Probleme mehr. Einfache Türzylinder gehen auch mal mehr mal weniger gut auf.
Ich bevorzuge das Setzen einzelner Stifte.

Nun habe ich eine Frage zu einem Zylinder den ich bei mir in der Werkstatt gefunden habe, zu dem ich keinen Schlüssel mehr habe.
Geöffnet habe ich diese Schloss schon mehrfach. Letztens habe ich den Kern gezogen um mir die Stifte genauer anzuschauen um so mehr über verschiedene Stifte zu erfahren.
Dabei sind mir die auf dem Bild zu sehenden Stifte in die Hände gefallen.
Die Reihenfolge der Stifte müsste so passen (Stift 5 links, Stift 1 rechts).
Bei Stift 5, Stift 4 und Stift 3 bin ich mir ganz sicher weil sie beim Picken zum einen durch die Höhe der Kernstifte 5 und 4 sehr prägnant waren und zum anderen der Gehäusestift 3 sich beim Setzen gegen den Spanner gedrückt hat. Stift 2 und Stift 1 haben keine großen Merkmale die erwähnenswert wären.

Meine Frage wäre nun an euch in welchen Schwierigkeitsgrad ihr das Schloss einstufen würdet um mehr über meine bisherige können zu erfahren.

Zu dem Schloss kann ich nur sagen das dort "Garant" drauf steht. Dazu habe ich nichts finden können.

Könntet ihr mir evtl. auch sagen wie die einzelnen Stifte genau heißen?
Hantelstift? Spulen?

Schöne Grüße aus dem Ruhrpott

Olli
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toolix_d
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Re: Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von toolix_d »

Willkommen!

"Garant" sagt mir zwar auch nix, aber die Bestiftung mit 4 Hantel- und einem Vollstift ist typisch für ABUS.
Früher wurden von CISA (Italy) die Zylinder für ABUS hergestellt, aber nicht nur für die, sondern auch für andere, die größere Mengen abnahmen und die bekamen, selbstverständlich, auch ihre Wünsche betreffs Labelung erfüllt.

Wenn Du schon ABUS aufbekommst, bist Du schon recht weit, denn die Meisten haben Probleme den "Rückwärtsgang" zu verstehen ...
Dazu gibt es hier ein eigenes Thema.

devnull1975
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Re: Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von devnull1975 »

Vielen Dank für die Erklärung.
Das von dir verlinkte Schloss sieht tatsächlich aus wie meins.
Das mit dem "Rückwärtsgang" hab ich irgendwo mal gelesen und wenn man mit Gefühl dran geht merkt man wie der Stift den Kern zurück dreht. Auch hab ich gelesen das dann anschließend ein oder mehrere Stifte wieder neu zu setzten sind.

Ich habe Zuhause noch ein richtiges Abus. Da sehen die Stifte viel wilder aus und ich hab es bisher noch nicht öffnen können. Aber ich arbeite dran.
Leider habe ich mir die Reihenfolge der Stifte nicht gemerkt.
Ist es grundsätzlich so das die Sicherheitsstifte auf beiden Seiten des Zylinders immer an der gleichen Stelle verbaut sind? Oder kann das variieren?

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Re: Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von toolix_d »

devnull1975 hat geschrieben:
27. Jun 2020 17:46
Ich habe Zuhause noch ein richtiges Abus. Da sehen die Stifte viel wilder aus und ich hab es bisher noch nicht öffnen können. Aber ich arbeite dran.
Wird die neuere Bestiftung (ab 2010) sein.

devnull1975 hat geschrieben:
27. Jun 2020 17:46
Ist es grundsätzlich so das die Sicherheitsstifte auf beiden Seiten des Zylinders immer an der gleichen Stelle verbaut sind? Oder kann das variieren?
Wenn die Bestiftung ab Werk erfolgte, sollten beide Seiten gleich sein. - Sind sie unterschiedlich, hat da höchstwahrscheinlich, ein Schlüsseldienst Hand angelegt ...

Unterschiedliches Verhalten beider Seiten, stammen von unterschiedlichen Toleranzen der Stiftkanalbohrungen.

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Re: Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von devnull1975 »

toolix_d hat geschrieben:
27. Jun 2020 18:01
Unterschiedliches Verhalten beider Seiten, stammen von unterschiedlichen Toleranzen der Stiftkanalbohrungen.
Ja, das ist bekannt und als noch bei beiden Zylindern beide Kerne drin waren konnte man das auch deutlich spüren.
Die Routine die man auf der einen Seite hatte war auf der anderen komplett anders.

Wenn ich morgen Zuhause bin werde ich mal die Stifte aus dem anderen Zylinder posten.

Aktuell fallen mir hier auf der Wache alle SecuLocks von Burg Wächter zum Opfer :-D
Auch die billige Ersatzzylinder die wir nach dem Ziehen wieder verbauen stellen keine große Herausforderung mehr da.
Die Kollegen scherzen schon, wenn ich im Einsatz einen Zylinder so aufmache tragen sie mich zurück zur Wache :-)

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Re: Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von devnull1975 »

Hier die Stifte aus dem Abus welches ich bisher noch nicht geöffnet bekommen habe.
Die Reihenfolge und die Stiftpaare stimmen nicht da mir beim ziehen des Kerns die Stifte entgegen kamen.
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Re: Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von Christian »

das sind die ABUS-CISA der letzten "Generation" ...
diese Stifte sind schon wirklich gut, haben die Nachsperrsicherheit der Zylinder schon erheblich verbessert.

Die Schwierigkeit ergibt sich ja aus allen Komponenten eines Zylinders .... das Profil, die Auswahl der Stifte, und die individuelle Codierung. Und natürlich ganz wichtig die Präzision ... warum einfache Fünfstifter so unterschiedlich in ihrer "Sicherheits-Stufe" sein köen.
Es gibt nur eine legitime Einstellung

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Re: Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von devnull1975 »

Christian hat geschrieben:
28. Jun 2020 12:26
das sind die ABUS-CISA der letzten "Generation" ...
diese Stifte sind schon wirklich gut, haben die Nachsperrsicherheit der Zylinder schon erheblich verbessert.

Die Schwierigkeit ergibt sich ja aus allen Komponenten eines Zylinders .... das Profil, die Auswahl der Stifte, und die individuelle Codierung. Und natürlich ganz wichtig die Präzision ... warum einfache Fünfstifter so unterschiedlich in ihrer "Sicherheits-Stufe" sein köen.
Auch dir ein Dankeschön für die Information.

Man merkt schon beim Picken das dieses Schlosses viel hochwertiger ist als das "Garant".
Ich vermute das das Schloss irgendwann um 2010 hergestellt sein könnte. Das würde sich mit dem im Wiki beschrieben Schloss decken.
Ich denke auch das das dass Schloss ist welches in unserer Haustür drin war. Und diese haben wir 2011 gekauft.

In welche Schwierigkeitsstufe würdest du das Schloss ansiedeln?
Lieber noch die Finger von lassen?

*Edit*
Es ist auf :D
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Re: Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von toolix_d »

Christian hat geschrieben:
28. Jun 2020 12:26
das sind die ABUS-CISA der letzten "Generation" ...
Meinst Du damit die mit der Doppelbeschriftung?

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Christian
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Re: Schwierigkeit anhand der Stifte beurteilen

Beitrag von Christian »

toolix_d hat geschrieben:
28. Jun 2020 14:02
Christian hat geschrieben:
28. Jun 2020 12:26
das sind die ABUS-CISA der letzten "Generation" ...
Meinst Du damit die mit der Doppelbeschriftung?
nein ....
ich meinte die letzten Zylinder die bei Cisa gemacht wurden. Diese mit den „fiesen Stiften“ hatten nur ABUS als Aufschrift. Die älteren wo CISA noch mit drauf stand hatten noch die 4 Hanteln und hinten den Vollstift. Wie es viele Jahrhunderte gemacht wurde.

Und jetzt sind die Zylinder ja nicht mehr von CISA, wie z.B. E50, EC550 oder E20 und was es alles so gibt.
Es gibt nur eine legitime Einstellung

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