Steckdosenleiste mit Blitzschutz

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Moderator: worgan

  • Beitrag 18. Jun 2017 03:06

Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Moin zusammen,

hat diese Steckdosenleiste auch einen Überspannungsschutz eingebaut:
https://www.amazon.de/Brennenstuhl-Eco- ... 000MQ7E38/

oder sind es grundsätzlich immer solche Modelle mit extra Schalter:
https://www.amazon.de/Brennenstuhl-Supe ... B007WVIBK6

Lohnen sich solche Steckdosenleiten überhaupt? Manche Häuser haben doch bereits einen Blitzschutz und wie erkennt man das?

Gruß
Schlosser
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  • Beitrag 18. Jun 2017 07:31

Re: Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Schlosser hat geschrieben:hat diese Steckdosenleiste auch einen Überspannungsschutz eingebaut:
https://www.amazon.de/Brennenstuhl-Eco- ... 000MQ7E38/

Nein.

Schlosser hat geschrieben:solche Modelle mit extra Schalter:
https://www.amazon.de/Brennenstuhl-Supe ... B007WVIBK6
Lohnen sich solche Steckdosenleiten überhaupt?

Das ist nur die letzte Stufe, dient eher als Schutz gegen induzierte Überspannungen z. B. bei Schaltvorgängen.

BTW, der Hersteller deklariert einen absoluten Unsinn - Ableitfähigkeit 60 kA. Die Realität ist, daß es innen zwei bis drei Varistoren je 4,5 kA (Wellenform 8/20 µs) gibt.
tomasfuk
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  • Beitrag 18. Jun 2017 09:38

Re: Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Der Blitzschutz in Steckdosenleisten ist kein Blitzschutz, sondern nur ein Überspannungsschutz bis gewissen Spannungen, auch Feinschutz genannt.

Grobschutz in der Elektroverteilung kann das nicht ersetzen. Es ist weniger schlecht als nichts, aber es reicht nicht gegen Blitzschaden bei Freileitungen. Bei unterirdischen Leitungen weiß ich nicht, bisher ist bei mir trotz Blitzschutzlosigkeit noch kein Schaden entstanden.
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worgan
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  • Beitrag 18. Jun 2017 10:06

Re: Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Schlosser hat geschrieben:Manche Häuser haben doch bereits einen Blitzschutz und wie erkennt man das?

Da unterscheidet man zwischen dem äußeren und dem inneren Blitzschutz. Den äußeren Blitzschutz erkennt man an den Fangeinrichtungen auf dem Dach, von denen Ableiter (meist entlang der Fallrohre der Dachrinnen) nach unten ins Erdreich führen. Der Volksmund nennt das schlicht "Blitzableiter".

Der äußere Blitzschutz schützt weitestgehend das Gebäude als solches, etwa vor Blitzeinschlägen in Schornstein oder Dachstuhl, indem er dem Blitz über die Fangeinrichtungen auf dem Dach besser leitfähige Alternativwege zur Erde anbietet. Hausbrände oder gesprengte Schornsteine können so in ca. 99% der Fälle verhindert werden, einen absoluten Schutz gibt es allerdings insoweit nicht.

Eine völlig andere Sache ist der innere Blitzschutz, der gerade dann notwendig ist, wenn das Gebäude über einen äußeren Blitzschutz verfügt, oder Nachbarhäuser diesen haben oder anderweitig etwas vom Blitz genutzt werden kann, um in Richtung Erde zu schlagen, hohe Bäume in Hausnähe oder Antennenmasten etwa.

Schlägt ein Blitz in die Fangeinrichtungen ein, also in die äußere Blitzschutzanlage, so steigt rings ums Haus kurzzeitig das Spannungspotential enorm an, denn der ins Erdreich abgeleitete Blitzstrom verteilt sich zunächst im Umfeld der sogenannten Erder. Über in diesem Bereich zum Haus führende Leitungen, beispielsweise das Erdkabel für den Elektrohausanschluß, kann der Blitzstrom teilweise in die Hausinstallation einkoppeln und ohne einen inneren Blitzschutz würde er dann unweigerlich mehr oder minder große Schäden an der Elektroinstallation und an ihr angeschlossenen Geräten wie Elektronik oder Heizung verursachen. Das kann so weit führen, daß in den Wänden verlegte Stromkabel regelrecht explodieren und den Putz von der Wand sprengen.

Bei Gebäuden MIT ÄUSSEREM BLITZSCHUTZ ist es daher unverzichtbar (und inzwischen auch Vorschrift), auch einen inneren Blitzschutz zu installieren. Im Jahre 1996 scheint diese Vorschrift aber entweder noch nicht bestanden zu haben, oder sie wurde jedenfalls nicht immer umgesetzt, wie ich bei meinem Haus sehen konnte. Man kann sich demnach nicht darauf verlassen, daß das Gebäude einen inneren Blitzschutz hat, wenn es einen äußeren besitzt.

Der innere Blitzschutz besteht aus drei Stufen, die jedoch technisch miteinander kombiniert sein können. Die erste Stufe ist der sogenannte Grobschutz oder Blitzstromableiter, er sollte sich idealerweise direkt am Eingangspunkt des Stromerdkabels in das Haus (Keller) befinden, mindestens aber am Eingang der Elektrohauptverteilung des Gebäudes. Er leitet ggf. den Blitzstrom über Funkenstrecken gegen Erde ab.

Die zweite Stufe ist der sogenannte Mittelschutz, dieser reduziert die nach dem Grobschutz immer noch verbleibende Überspannung auf ein Maß, das mindestens für die Hausinstallation schon ungefährlich ist, meist auf ca. 1,3 kV. Dieser Ableiter ist im Sicherungskasten /Zählerschrank installiert.

Da die hinter ihm noch verbleibenden bis zu 1,3 kV empfindliche Geräte wie Heimelektronik oder Computer immer noch zerstören können, gibt es als letzte Stufe den sogenannten Feinschutz, dieser leitet die restliche Überspannung ab und sorgt so für den Schutz der Geräte. Der Feinschutz ist entweder in den Steckdosen eingebaut, oder wird über entsprechende Steckerleisten oder Steckeradapter mehr oder weniger gut realisiert.

Häuser die weder einen eigenen äußeren Blitzschutz besitzen, noch durch die genannten benachbarten Objekte die einen Blitz fangen und gegen Erde bringen können indirekt gefährdet werden, bedürfen in aller Regel hinsichtlich des inneren Blitzschutzes keines Grobschutzes, sehr wohl aber des Mittel- und Feinschutzes, da Überspannungen auch noch kilometerweit übertragen oder durch die Stromleitungen eingetragen werden können. Zudem können Überspannungen auch aus Schaltvorgängen seitens des Stromversorgers resultieren.

Ein Feinschutz allein genügt nicht, in den zwei- bis dreistufigen Konzept schützt jede vorgelagerte Stufe die nachgelagerte.

Ob der mindestens nötige Mittelschutz vorhanden ist, ließe sich nur durch einen Blick in die Sicherungskästen am Hausanschluß und in den Etagen bzw. Wohnungen überprüfen. Sollte schon dieser nicht vorhanden sein, dürfte es an einem Feinschutz der Steckdosen erst recht fehlen. Sollte das Gebäude eine äußere Blitzschutzanlage haben, müßte am Eintrittspunkt des Stromkabels in das Gebäude oder spätestens vor dem Zählerschrank der Grobschutz installiert sein.
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Beispiel Mittelschutz
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  • Beitrag 18. Jun 2017 10:14

Re: Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Hier noch ein Beispiel für einen Grobschutz / Blitzstromableiter, in diesem Fall reduziert bereits dieser auf maximal 1,3 kV und ist daher ein kombinierter Grob- und Mittelschutz.

http://obo.de/leaflet_files/153/1530597 ... _PG1_2.jpg
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  • Beitrag 18. Jun 2017 11:22

Re: Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Hab hier gelesen : Steckdosenleiste mit Ziehschutz
MartinHewitt
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  • Beitrag 18. Jun 2017 11:40

Re: Steckdosenleiste mit Blitzschutz

MartinHewitt hat geschrieben:Hab hier gelesen : Steckdosenleiste mit Ziehschutz

löl
Steckdosenleiste hat den Blitzschutz, falls diese in einem abgeschlossenen Tresor zusammengewickelt liegt.
tomasfuk
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  • Beitrag 18. Jun 2017 13:30

Re: Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Bei meiner Steckdosenleiste Marke Brennenstuhl hat es neulich erst wieder geblitzt, da dort die Wippschalter leider nicht lange halten. Das Ding ließ sich nicht mehr einschalten, innen im Wippschalter war der Kontakt weggekokelt und es sah verräuchert aus. Das hatte ich vor etwa anderthalb Jahren mit dem werksseitig verbauten Wippschalter auch schon, obwohl nur mein PC, Drucker und Monitor an der Leiste hängen.

Dabei nennt sich diese Leiste großkotzig PREMIUM und soll angeblich sogar 120 kA ableiten, was schon der PE-Leiter der Zuleitung zur Steckdose gar nicht aushalten dürfte. Vermutlich ist gegen Aufpreis auch ein EMP-Schutzmodul dafür erhältlich, das mittelgroße Kernwaffendetonationen im Nahbereich neutralisiert. Zusammengefaßt schützt diese Leiste vor Allem, bis auf Brände durch den kokelnden Wippschalter on board.
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fripa10
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  • Beitrag 18. Jun 2017 13:54

Re: Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Das ist wieder gut von euch erklärt, danke! :)
Habe mir gedacht, daß die Hersteller in die "Marketingkiste" gegriffen haben...
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  • Beitrag 19. Jun 2017 22:23

Re: Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Äh, einige der Brennenstuhl-Teile sind ja ganz gut, aber diese "Schutz"-Leisten, egal welcher Hesteller, sind doch reiner Spaß. Was soll ein 16 A-Automat? In einem Stromkreis mit Schukos sind max. 16 A in der UV zulässig. Hat man 1,5² in den Wänden, ist seit ein paar Jahren 13 A angesagt (bei Neuinstallation/größeren Anderungen). Früher ging u.U. 16 A, manchmal aber nur 10 A, deshalb die "neue" Größe 13 A...

Auf der Abbildung des Herstellers ist die Sicherung als "T 16 A" deklariert. Da gibt es mit den heute üblichen B-Automaten keine Selektivität... Vielleicht D, aber sowas hat man normalerweise nicht in einem Stromkreis mit Schuko-Dosen...

Und überhaupt, was ist H05VV-F 3G1,5 :? ;) H07RN-F 3F2,5 ist eine Ansage. Alles andere ist Klingeldraht, Das ist so gut wie durchgescheuert. Noch einmal straight mit dem Bürostuhl drüber...

S.
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