Allgemeiner Laberthread

eigentlich selbsterklärend
  • Beitrag 3. Sep 2019 14:53

Re: Allgemeiner Laberthread

worgan hat geschrieben:Wieso benötigt es überhaupt Regierung und Opposition? Das wird immer ein Seilziehen. Ein System, an dem alle Gewählten mitmachen müssen, wäre sinnvoll.

Hatten wir schon, in der DDR. Für Fragen dazu, wie erfolgreich das war, stehe ich gern zur Verfügung. :wngn:
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fripa10
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  • Beitrag 3. Sep 2019 16:24

Re: Allgemeiner Laberthread

Lange genug war es erfolgreich. Erstaunlich lange.

Ich meinte eher das System Schweiz als DDR. Das schweizerische System ist sicher nicht optimal, aber das deutsche entspricht etwa einem Taigabär im Winterschlaf.
Den Terminus "Nazi" sollte man vielleicht im Lichte der Gegenwart für die Gegenwart mal definieren, denn augenscheinlich wird ja jeder der nationale Interessen und die deutschstämmige Bevölkerung in den Vordergrund stellt gleich als Nazi bezeichnet. Sollte man diese Handhabung für korrekt erachten, wäre ich wohl auch als ein solcher zu bezeichnen, obwohl ich die Leute die ich als Nazis bezeichnen würde, hasse wie die Pest. Auch hier findet eben Verallgemeinerung statt, genau wie bei den Mitgliedern der AfD.
Es wird in der Tat viel zu schnell "Nazi" geschrien. Leugnen kann man nicht, dass in der AfD nebst bürgerlichen Lagern auch Lager von Nationalen, Nationalistischen und [Neo-]Nazis sind. Mir geht es nicht um Bürgerliche und Nationale, sondern um Nationalisten und echte, gestanden braune Mitbürger. Die laufen der NPD davon, weil die AfD eben salonfähig ist, die NPD war noch nie eine Protestwählerpartei, sondern eine Partei der Überzeugung. Dass sie seit jeher eine Randpartei ist, ist ihr seit ebensojeher bewusst. Sie wurde nicht nur vom Verfassungsschutz und Bundesverfassungsgericht als unbedeutend und damit ungefährlich klassifiziert. Wenn die AfD nicht aufpasst, schleicht sich da eine Menge ein, das nicht dorthin gehört. Sie könnten eine Alternative sein, aber so wie sie sich zeigen, werden sie bald zwei Parteien sein, eine bürgerlich geprägte und eine nationalistische.
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  • Beitrag 3. Sep 2019 22:08

Re: Allgemeiner Laberthread

Ich respektiere Deine Meinung, worgan, auch wenn ich davon überzeugt bin, daß das System mit Regierungsparteien und Oppositionsparteien dem Grunde nach die beste Lösung für eine Demokratie ist. Denn wo alle das Gleiche denken, denkt keiner mehr viel. Wir brauchen widerstreitende Konzepte, ja, das ist anstrengender, ja, das dauert länger, aber nur so kann Demokratie funktionieren, bzw. erst das macht eine Gesellschaft überhaupt erst zur Demokratie. Was ich mir wünsche ist eine stärkere Beteiligung der Bürger, etwa über Volksabstimmungen. Wäre damals über die Einführung des Euro in D abgestimmt worden, so hätten wir den nie bekommen, hätten noch Guthabenzinsen, müßten uns um Target II-Salden und Schuldenmacherländer keine Sorgen machen und kein anderes Land "retten". Allerdings hätte dann Kohl sein Versprechen an Mitterrand nicht einlösen können, im Gegenzug für Frankreichs Zustimmung zur deutschen Einheit auf unsere starke DM zu verzichten.
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  • Beitrag 4. Sep 2019 04:04

Re: Allgemeiner Laberthread

fripa10 hat geschrieben:auf unsere starke DM zu verzichten.


Irgendwie ironisch, dass Du in diesem Zusammenhang von „unserer“ starken DM sprichst, weil - wenn alles damals so gelaufen wäre, wie es hier gerade für heute gefordert wird, dann hättest Du jetzt noch Deine starke Mark und ich meine starke DM, und selbstverständlich wäre hier keine Adhoc-Mehrheit im westdeutschen Volk dafür gewesen, einen „Aufbau Ost“ zu finanzieren...
mhmh
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  • Beitrag 4. Sep 2019 05:01

Re: Allgemeiner Laberthread

Ich meinte nie, dass alle dasselbe denken sollten. Das ist auch in anderen Systemen nicht so. Es geht darum, dass alle gemeinsam an der selben Sache arbeiten statt gegeneinander anzustreiten. Auch in der DDR haben nicht alle dasselbe......obwohl, sie dachten: "Wie komm ich hier mit möglichst wenig Nachteilen durch?"

Ich denke, dass wir auch mit Volksabstimmung den Euro bekommen hätten. Es gab eine Euroeuphorie und das Hauptargument war, dass man im Urlaub nicht mehr Geld wechseln braucht.
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  • Beitrag 4. Sep 2019 10:13

Re: Allgemeiner Laberthread

Interessanter Artikel über Diskussions-Taktik: https://medium.com/@DeoTasDevil/the-rhe ... bca3caeb84
Einiges davon sieht man auch hier immer wieder.
mhmh
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  • Beitrag 4. Sep 2019 11:26

Re: Allgemeiner Laberthread

mhmh hat geschrieben:Irgendwie ironisch, dass Du in diesem Zusammenhang von „unserer“ starken DM sprichst, weil - wenn alles damals so gelaufen wäre, wie es hier gerade für heute gefordert wird, dann hättest Du jetzt noch Deine starke Mark und ich meine starke DM, und selbstverständlich wäre hier keine Adhoc-Mehrheit im westdeutschen Volk dafür gewesen, einen „Aufbau Ost“ zu finanzieren...

Über den Beitritt des Gebiets der ehemaligen DDR wäre eine Volksabstimmung gar nicht möglich gewesen, denn das Volk kann nicht über die Norm des Grundgesetzes abstimmen. Der Beitritt der DDR war aber ausdrücklich festgeschrieben.

Über die Finanzierung des "Aufbau Ost" kann man lange diskutieren, letztlich war es zum Einen die (späte) Beseitigung der Folgen eines Krieges, den Deutschland insgesamt geführt und zu verantworten hatte. Zum Anderen wäre es ohne dieses Instrument ganz einfach so gelaufen, daß nicht nur 10% der Ostdeutschen in den Westen übersiedelt wären und so die DM erhalten hätten, sondern nahezu alle. Ich glaube nicht, daß das den Menschen in den alten Bundesländern lieber gewesen wäre und zum Nullkostenbetrag wäre das auch nicht gegangen. Aber ich nehme gern zur Kenntnis, daß Du auch 30 Jahre nach dem Ende der staatlichen Teilung Deutschlands in Kategorien zweier Staaten denkst.
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  • Beitrag 4. Sep 2019 11:31

Re: Allgemeiner Laberthread

fripa10 hat geschrieben:
Piel hat geschrieben:Da wird nach allerlei Gründen gesucht, teilweise selbst absurdeste Dinge werden in Betracht gezogen, dabei liegt die Ursache quasi greifbar vor den Füßen.

Tja, es sind heutzutage offenbar eben nicht mehr herausragende Fähigkeiten und strategisches Denken, die zu politischen Spitzenämtern führen. Denken wir mal an Leute wie Adenauer, Erhard, Brandt, Bahr, Schmidt Schnauze, Kohl, Genscher, von Weizsäcker, zeige mir einen unter den heutigen Bundespolitikern, der auch nur annähernd deren Format und Weitblick hat. Nur einen!

Das hat damit nichts zu tun, die Verantwortlichen wissen ganz genau wo die Probleme liegen, nur sie wollen diese Dinge nicht ansprechen weil sie dann für sich selbst unbequeme Konsequenzen ziehen müsste. Wäre die SPD aus der großen Koalition ausgetreten und wäre es womöglich sogar zu Neuwahlen gekommen hätten viele in der SPD ihre Posten verloren. Man macht also lieber die Augen für vier Jahre zu und wartet auf ein Wunder. Man verspricht einen Neuanfang, will aber keine Veränderung haben. Dies ist ja auch (ein) Grund für das Scheitern von Schulz, er hatte ursprünglich eine große Koalition ausgeschlossen, war damit für viele Wähler eine Hoffnung auf einen echten Neuanfang, hat dabei hat er aber die Rechnung ohne den SPD-Vorstand gemacht. Dass er dann noch mit Segen von Nahles den im Volk beliebtesten SPD-Politiker aus dem Amt drängte: Geschenkt. Diese teilweise katastrophalen Auftritte von Frau Nahles in der Öffentlichkeit und ihre groben Fehler tun ihr übriges dazu. Aber nein, sie selbst ist natürlich nicht schuld, die wurde gemobbt, auch weil sie eine Frau ist. Man könnte es beliebig fortsetzten, die SPD wird wohl erst untergehen müssen damit es einen Neuanfang gibt. Wie heißt es so schön, der Fisch stinkt vom Kopf her.
Piel
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  • Beitrag 4. Sep 2019 13:59

Re: Allgemeiner Laberthread

Die SPD wird ja gerettet, die Linke will mit ihr eine neue Einheitspartei bilden. In Sachsen hätten sie dann zusammen aber auch nur rund 18% oder weniger, je nachdem wie übel die Einheitspartei den Wählern aufstößt. löl
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fripa10
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  • Beitrag 4. Sep 2019 16:39

Re: Allgemeiner Laberthread

fripa10 hat geschrieben:Aber ich nehme gern zur Kenntnis, daß Du auch 30 Jahre nach dem Ende der staatlichen Teilung Deutschlands in Kategorien zweier Staaten denkst.

Tue ich eigentlich nicht, aber ich wollte Dich auf die Parallelen zum nur wenig kürzer vereinten Europa hinweisen.
Mir ist klar, dass Du für Dich nur Nutzen in einem vereinten Deutschland und nicht in einem vereinten Europa siehst. Aber ich denke, dass Du mit letzterem falsch liegst.
mhmh
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