Zerstörungsfreie Öffnungstechnik, aber welche?

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l0ckp1ck3r
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Zerstörungsfreie Öffnungstechnik, aber welche?

Beitrag von l0ckp1ck3r »

Es ist nicht immer leicht auf Anhieb das richtige Forum für seinen Beitrag oder die Information nach der man sucht zu finden. Die nachfolgende Übersicht soll zum einen die unterschiedlichen Bereiche des Lockpicking auflisten und zum anderen Euch, durch einen Klick auf den mit »»» gekennzeichneten Link, direkt in das jeweils richtige Forum leiten.

So ... viel Spaß in der KOKSA-Community.

Mit sperrsportfreundlichen Grüßen,
l0ckp1ck3r


Die zerstörungsfreie Öffnungstechnik lässt sich in folgende Bereiche aufteilen:
  • Manipulation »»» Lockpicking - die hohe Kunst des Schlossöffnens
    (latein. Zusammensetzung aus manus 'Hand' und plere 'füllen'; wörtlich 'eine Handvoll (haben), etwas in der Hand haben')
    Bei der Manipulation werden die beweglichen Elemente (z.B. Stifte, Scheiben, etc.), die das Öffnen des Schlosses verhindern, mittels geeignetem Werkzeug so manipuliert, dass die sperrende Wirkung aller Elemente beseitigt wird und sich das Schloss öffnen lässt. Beim Manipulieren von z.B. Schlössern mit Stiftzuhaltungen werden nachfolgende Techniken hauptsächlich angewendet:
    • Beim Setzen (auch SPP bzw. single-pin picking genannt) werden die Stifte einzeln bewegt, um diese zu "setzen". Der Kern des Schließzylinder wird während diesen Vorgangs unter leichter Vorspannung gehalten damit der so korrekt gesetzte Stift in dieser Position hängenbleibt. Das hierfür verwendete Werkzeug wird als Haken (engl. Hook) bezeichnet.
    • Das Harken erfolgt zum Beispiel mit einem Haken, der von hinten nach vorne über die Stifte gezogen wird. Neben den erforderlichen Übung, um nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Vorspannung auf den Kern zu geben, spielt bei dieser Methode der Zufall eine große Rolle. Häufig wird mit dieser Methode der Kern in Kipp gebracht und dann mit Setzen weiterverfahren bis das Schloss offen ist. Diese Technik wird als "Anraken und Nachsetzen" bezeichnet.
    • Raken (englisch (to) rake 'harken') ähnelt dem Harken, jedoch wird das Pickwerkzeug zusätzlich zur Bewegung von hinten nach vorne auch von vorne nach hinten geschoben. Diese Bewegung wird ähnlich einer Säge-Bewegung mehrfach hintereinander ausgeführt. Auch hier ist für einen Erfolg Übung für die richtige Vorspannung und Zufall erforderlich.
  • Perkussion »»» Schlagtechnik
    (von lateinisch percussio „Erschütterung“)
    Die Perkussionsmethode nutzt eine Sicherheitslücke von Schlössern mit Stiftzuhaltung aus. Durch unten aufgelistete Werkzeuge erhalten alle Kernstifte gleichzeitig einen Impuls, geben diese, wie bei einem Newtonpendel, an die Gehäusestifte weiter (Impulserhaltung) und diese werden in das Gehäuse geschleudert. In dem kleinen Moment an dem sich zwischen Kernstiften und Gehäusestiften ein Spalt bildet ist das Schloss quasi nicht verriegelt und kann geöffnet werden. Jedes der nachfolgenden Werkzeugen der Perkussionsmethoden benötigen Übung um den "richtigen" Moment für das Drehen des Kerns abzupassen.
    • Ein Schlagschlüssel (auch Bump-Key genannt) ist ein spezieller Schlüssel, der an jeder Stiftposition auf den für den Zylinder tiefstmöglichen Einschnitt geschnitten ist. Wird der in das Schloss eingesteckte Schlüssel nun mit einem leichten Schlag in den Kern hineingestossen überträgt sich der Schlagimpuls wie oben beschrieben.
    • Die Picking-pistole (auch Sperrpistole genannt) besitzt an Ihrer Spitze eine abnehmbare Nadel, die in den in das Schloss so eingeführt wird, dass diese kanpp über bzw. unter (je nach Einbaulage) allen Kernstiften ruht. Wird die Picking-Pistole betätigt wird ein Federmechanismus aufgezogen, der sich schlagartig entspannt und einen Impuls auf die Nadel und somit parallel auf alle Kernstifte überträgt.
    • Der Elektro-Pick (auch E-Pick genannt) ist die elektrische Variante der Picking-Pistole und verursacht im Gegensatz zu dieser statt einem Schlag mehrere hundert Schläge pro Minute aus. Die so auf die Kernstifte ausgeführten Impulse lassen die Gehäusestifte immer wieder hochschnellen und erhöhen die Chance auf den "richtigen" Moment immens.
  • Impression »»» Impressionstechnik
    (über frz. impression, aus lat. impressio, wörtlich "Eindruck")
    Mit der Impressionstechnik wird aus einem Schlüsselrohling ohne Kenntnis der Schliessung ein schließfähiger Schlüssel gefeilt. Der Rohling wird gedreht bis die sperrenden Elemente die Rotation stoppen. In dieser Stellung werden durch Bewegungen auf und ab und/oder vor und zurück Markierungen der bindenden Sperrelemte auf dem Rohling hinterlassen. Diese werden dann weggefeilt. Der Vorgang wird bis zur Öffnung des Schlosses wiederholt.
  • Bypass »»» Lockpicking - die hohe Kunst des Schlossöffnens
    (englisch Umgehung, Umleitung, Überbrückung)
    Mittels geeignetem Werkzeug wird der eigentliche Schließmechanismus umgangen und das Schloss geöffnet.Ein Beispiel für einen Bypass sind z.B. Shims bei einem Hangschloss, mit denen zwischen Schlosskörper und Schlossbügel dünne Bleche (Shims) geschoben werden und so die gefederten Sperrelemente aus den Aussparungen am Bügel herausschieben und sich das Schloss öffnen lässt.
Neben den oben genannten Methoden zur Öffnungstechnik sollen natürlich auch die nachfolgenden nicht unerwähnt bleiben:
  • Tresor-Öffnung »»» Tresorschlösser und Elektronik
    Egal ob mit einem Hobbs’schem Haken Schlüsselschlösser manipuliert, Zahlenkombinationsschlösser dekodiert oder Elektronikschlösser z.b. mit einer Side-Channel-Attacke umgangen werden sollen. Hier findet Ihr Informationen dazu.
  • elektronische Schlösser »»» Tresorschlösser und Elektronik
    Hier findet Ihr Beiträge in denen es um das überlisten von elektronischen Schlössern geht.

Wer allerdings bei uns nach einer zerstörenden Öffnungstechnik sucht, sucht vergebens!

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