Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Hier geht es um Tresor-, Zuhaltungs- und Elektronikschlösser
Janvi
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Janvi »

Würde noch ein paar Wochen warten. Es ist zu erwarten, daß der Markt jetzt mit vielen guten alten Kisten geflutet wird. Tyischerweise stehen sie sogar bei Banken im Keller und sind als Versicherungsschaden nach Überschwemmung maximal etwas angerostet. Weil sie als "Wertgegenstand" nur wenige Tage nass waren, lässem sie sich i.d.R. problemlos wieder herrichten. Da wirst du sicher auch bei einer altbewährten D10 Kiste fündig werden

Alte Kellerdecken waren übrigens in der Regel für eine vielfache Trümmerlast mit mehreren baulichen Ausgängen dimensioniert. Später wurde dies sogar im Rahmen einer vom Reichsluftschutzbund eingeführten Regel für Baustatik allgemein verbindlich vorgeschrieben. Seit der Einführung der Landesbauordungen macht das aus Kostengründen niemand mehr und das Wissen darüber scheint verloren zu sein. Alleine die max. Fluchtweglängen (40/35m) bis zur nächsten Brandschutztüre wurden übernommen und seit dem Düsseldorfer Flughafenbrand gucken da sogar die Landratsämter überall im Bestand vermehrt danach.

Piel
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Piel »

Alfi hat geschrieben: 18. Jul 2021 12:48 @Piel: warum sollte man Bargeld generell nicht Zuhause aufbewahren? Ich meine, es müssen ja keine 100.000€ sein, aber in einer moderaten Höhe von 15.000-20.000€ ist das doch nicht schlimm, oder?
Ein bisschen Bargeld sollte man schon haben, aber alles Geld was zuhause rumliegt wird mit der Zeit halt weniger, weil es eben keine Zinsen erwirtschaftet. Zwar sind die Zeiten vorbei wo man noch ohne Risiko 4-5% Zinsen bekommen hat, aber zumindest die Inflationsrate kann man auch heute noch erwirtschaften, sofern man das Geld nicht dringend braucht. Ich z.B. verlasse mich nicht auf die Rente, d.h. ich muss selbst Kapital aufbauen von dem ich im Alter leben kann.

Das andere Problem betrifft die Schadensregulierung der Versicherung. Sobald es um größere Schäden geht versuchen fast alle Versicherungen nach Möglichkeiten die Regulierung abzulehnen. Es gibt da einige Stolpersteine die dazu führen können dass man auf seinen Schaden sitzen bleibt. Vergisst man z.B. die Tür abzuschließen oder das Fenster zu schließen und auf einmal ist der Tresor weg lehnt die Versicherung die Regulierung z.B. ab. Man spricht hierbei von einem einfachen Diebstahl, anders als bei einem Einbruch bzw. einem gewaltsamen Diebstahl ist dieser nicht von der Hausratversicherung versichert.

Auf jeden Fall sollte man sich die genauen Versicherungsbedingungen sehr genau durchlesen und sich nicht auf die Aussagen der Mitarbeiter verlassen, denn am Ende zählt immer was im jeweiligen Vertrag steht. Man sollte z.B. auch genau beachten welche Anforderungen die Versicherung an den Einbruchsschutz generell stellt.

Und dann ist da noch das Risiko, dass man unter Umständen mit Gewalt gezwungen wird die PIN preiszugeben. Selbst wenn man kooperiert bedeutet es nicht dass die Einbrecher sanft mit einem umgehen. Zumindest wird man z.B. im Anschluss daran i.d.R. fachgerecht geknebelt.
Alfi hat geschrieben: 18. Jul 2021 12:48 Ein Schließfach kommt für mich nicht in Frage. Außerdem habe ich ein Girokonto bei einer Online Direktbank. Für ein Schließfach forderte man von mir mein Girokonto komplett zu ihnen umzuziehen. Das mache ich aber nicht.
Ich bin z.B. bei der DKB, habe aber ein Schließfach bei der Sparkasse, und zwar ohne dort ein Girokonto zu besitzen. Man muss halt ein wenig Überzeugungskraft haben. Selbst die drastische Preiserhöhung Anfang des Jahres konnte ich mit ein wenig Geschick abwenden.

BTW: Gerade durch Zufall gefunden:
Tiroler Tageszeitung hat geschrieben:Bei einem Einbruch in eine Wohnung in Kitzbühel hat ein noch unbekannter Täter am Sonntagabend einen Tresor erbeutet. In dem etwa fünf Kilogramm schweren Safe befanden sich mehr als Zehntausend Euro, Pin-Codes von Kreditkarten sowie Codes für Kryptowährung.
:wall: War wohl eher eine Geldkassette. Zumindest der Dieb freut sich bestimmt. Aber so ist auch meine Erfahrung im Bekanntenkreis, diese Kästchen sind einfach nicht tot zu kriegen, da kann man sich noch sosehr den Mund fusselig erzählen.

Janvi
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Janvi »

bei festgeschraubten 300 kg kann man wohl kaum mehr von einem einfachen Diebstahl ohne Gewaltanwendung sprechen. Es sei denn das Teil ist an einer Gipskartonwand befestigt oder steht offen

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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Piel »

@Janvi: Eben, nichts anderes habe ich doch geschrieben. Ist das Ding verschraubt muss man Gewalt anwenden. Aber falls er nicht verschraubt ist und es keine klaren Einbruchsspuren gibt, ist es halt nur ein einfacher Diebstahl wenn die Kiste weg ist. Ich denke da z.B. an den Fall wenn ein Schlagschlüssel verwendet wird um in die Wohnung zu gelangen. Dan heißt es von der Versicherung: War nicht abgeschlossen, wir zahlen nichts, Pech gehabt. In so einem Fall müsste man selbst mittels einem (teuren) Gutachten nachweisen, dass die Türe verschlossen war und jemand das Schloss zerstörungsfrei überwunden hat. Ganz davon abgesehen dass sich so ein Verfahren über mehrere Jahre ziehen kann. Bei höheren Summen im fünf oder sogar sechsstelligen Bereich wird die Versicherung jeden Ansatz nutzen um sich aus der Haftung zu ziehen.

Pille
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Pille »

Janvi hat geschrieben: 18. Jul 2021 18:41 Würde noch ein paar Wochen warten. Es ist zu erwarten, daß der Markt jetzt mit vielen guten alten Kisten geflutet wird. Tyischerweise stehen sie sogar bei Banken im Keller und sind als Versicherungsschaden nach Überschwemmung maximal etwas angerostet. Weil sie als "Wertgegenstand" nur wenige Tage nass waren, lässem sie sich i.d.R. problemlos wieder herrichten. Da wirst du sicher auch bei einer altbewährten D10 Kiste fündig werden.[Snip]
Ja, genau dies war auch meine Überlegung, wie ich den Kauf zeitlich angehen wollte. Allerdings drängt sich mir der Eindruck auf, als würde das Angebot gerade wieder etwas schlechter werden. Die 2 folgenden Anbieter haben weniger gebrauchte Modelle im Portfolio als vormals - das Angebot deutlich ausgedünnt und die Webseiten werden seltener aktualisiert. Dennoch sind einige nette Teile dort verfügbar...

https://tresor-butzki.de/tresore-kaufen/tresore/

https://www.heindl-tresore.de/wertschut ... aucht.html

Eventuell werden mehr Tresore nachgefragt, weil die Leute irgendwelche unerfreulichen Entwicklungen nach der Bundestagswahl befürchten (Vermögenssteuer, Bargeldlimit etc.). Man legt sich eine Meinung zu bezügl. irgendwelcher Trends und dann kommt es doch anders. Ein gutes Schränkchen für die persönlichen Schätzchen dürfte aber nicht so schnell aus der Mode kommen. Fripa hat ja sehr genau beschrieben, woran er seine Entscheidung festmachen würde und das Qualität ganz oben steht.

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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Piel »

Pille hat geschrieben: 2. Sep 2021 16:20 Eventuell werden mehr Tresore nachgefragt, weil die Leute irgendwelche unerfreulichen Entwicklungen nach der Bundestagswahl befürchten (Vermögenssteuer, Bargeldlimit etc.). Man legt sich eine Meinung zu bezügl. irgendwelcher Trends und dann kommt es doch anders. Ein gutes Schränkchen für die persönlichen Schätzchen dürfte aber nicht so schnell aus der Mode kommen. Fripa hat ja sehr genau beschrieben, woran er seine Entscheidung festmachen würde und das Qualität ganz oben steht.
Ich denke es liegt in erster Linie an den massiven Preiserhöhungen vieler Banken, die machen auch nicht vor den Schließfachpreisen halt. Meine Sparkasse wollte plötzlich das dreifache Gebühr für mein Schließfach haben (etwa das doppelte falls ich dort auch ein Konto besitze), ich konnte die zum Glück davon überzeugen von der Preiserhöhung abzusehen.

Wenn man für ein kleines Schließfach 200€ pro Jahr zahlen soll, dann überlegt man sich natürlich ob sich langfristig nicht doch ein eigener Tresor rechnet.

Ein anderer Grund sind die recht mauen Tagesgeldzinsen. Viele Menschen die ihr Geld früher auf einem Tagesgeldkonto gelagert haben, lagern ihr Vermögen jetzt lieber zuhause. Auch weil immer mehr Banken Strafzinsen auf höhere Vermögen verlangen. Aktien und Aktienfonds sind für viele Menschen ja immer noch ein rotes Tuch.

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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von fripa10 »

Alfi hat geschrieben: 18. Jul 2021 12:48 Ich bekomme also bei Klasse 3 den gleichen Versicherungsschutz wie bei D10.
Aber nicht den gleichen physischen Schutz. Ein D10 ist sicherheitstechnisch mindestens knapp unterhalb eines VdS-Klasse IV, mitunter erfüllt oder überbietet er dessen Anforderungen sogar. Die Hersteller wollten ihre schon ausgelieferten Modelle aus Kostengründen nur nicht auch nach den neuen VdS-Klassen erneut zertifizieren lassen, weil das für sie markttechnisch keine Bedeutung mehr hatte. Die Firma LEICHER hat den oben abgebildeten Panzer-Geldschrank Modell 151 intern mal nach der neuen Norm getestet, mit dem Ergebnis, daß der D10 eigentlich die VdS-Klasse IV erfüllt und der D20 sogar knapp für die VdS-Klasse V ausreicht.

Die Versicherungen haben es sich einfach gemacht und daher erkennen sie pauschal für D10-Schränke einen Versicherungsschutz an, als wäre es ein geprüfter VdS III und für einen D20 pauschal VdS IV. Damit sind diese alten Schränke technisch meist unterbewertet, aber für die Versicherungsgesellschaft ist es ja sogar von Vorteil, wenn sie im Schadensfall weniger ersetzen muß als möglicherweise weg ist.

Abgesehen von der Sicherheit war bei den alten Tresoren auch die Qualität regelmäßig deutlich besser, das waren tatsächlich noch Stücke, die viele Jahrzehnte lang genutzt werden und dann sogar noch an die nächste Generation vererbt werden konnten. Heute hingegen haben wir es leider allzuoft mit Wegwerfartikeln zu tun, besondere Schwachpunkte sind Türbänder und Korrosionsanfälligkeit.

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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Pille »

Alfi hat geschrieben: 18. Jul 2021 12:48 [Snip]
Ich habe überlegt, dass ich auf einen Feuerschutz evtl. verzichten könnte und dafür eher auf Klasse 3 gehen würde. Dokumente würde ich dann nicht mehr reinlegen, und etwas Bargeld in einer Feuerschutzkassette im Tresor aufbewahren, wenn der Tresor als nur feuerhemmend deklariert wurde.
[Snip]
Eventuell ist es wirklich geschickter (wie von Dir oben geschrieben), die Forderungen nach Einbruchs- von denen nach Brandschutz zu trennen:

• Für den Einbruchsschutz ein Schränkchen alter Machart, sicher und gebraucht evtl. recht preiswert.

• Für den Brand-, Rauch- und Wasserschutz so was in der Art (diverse Größen erhältlich):

FEUERSICHERE KASSETTE

So ist man rel. flexibel und kann bei Bedarf den Inhalt hier und da aufbewahren...

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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von rondeLoro »

Pille hat geschrieben: 3. Sep 2021 07:36
• Für den Brand-, Rauch- und Wasserschutz so was in der Art (diverse Größen erhältlich):

FEUERSICHERE KASSETTE
Kann man machen, verwende selbst so eine Kassette.
Aber ich mahne und warne, dass dabei unbedingt so ein Feuchtigkeitskissen mit rein muss. Macht man das nicht, stockt es und fängt an zu schimmeln. Dieses Kissen sollte regelmäßig erneuert werden. Alternativ kann man die Kiste auch täglich öffen, um Luftzirkulation zu ermöglichen und die Schimmelbildung zu vermeiden.

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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von fripa10 »

Hier mal ein "moderner" Tresor nach einem Einbruch:
Tresor.jpg
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