Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Hier geht es um Tresor-, Zuhaltungs- und Elektronikschlösser
HighTech
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Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von HighTech »

Hi,
war schon längere Zeit nicht mehr im Forum on, habe wohl Einiges verpasst ;)
Gerade vor dem jetzigen Run auf Edelmetalle und Gebühren auf Girokonten für Bargeldlagerung wird ein Tresor interessanter.

Schlosstyp:
Schlüssel =》
Muss man immer mitnehmen und Schloss soll mit Manipulatonswerkzeugen in 5 Minuten offen sein
Elektronik Schloss =》
Manipulationsgeräte mit Frequenzgenerator und getimeten Gleichstrompeaks sollen innerhalb 5 Minuten öffnen können
Mechanisches Zahlenschloss:
Der neueste Dialer ist bei 3 Scheiben nach 16h fertig im Mittel also nach 8h.

Welchen Schlosstyp würdet ihr daher wählen?
Welches Fabrikat.
Habe an mindestens VDS 3 gedacht.

Vielen lieben Dank für Eure Meinung und ein schönes Wochenende :)

HighTech

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andreasschmunzel
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Re: Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von andreasschmunzel »

Mechanisches Zahlenschloss kann auch in wenigen Sekunden auf sein. Ist eben Zufall.
Also eher Schlüsselschloss und Mechanisches Zahlenschloss.

fripa10
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Re: Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von fripa10 »

Ich empfehle kritisch zu prüfen, ob der beträchtliche Zeitbedarf der Öffnung eines mechanischen ZKS mittels eines Dialers im konkreten Fall aufgrund der Gesamtumstände überhaupt eine realistische Gefahr darstellt. In aller Regel ist es doch so, daß der typische Wohnungseinbrecher nur mit Hebelwerkzeugen ausgerüstet ist und statistisch nicht mehr als 5 min darauf verwendet, irgendwo einzudringen. Gelingt es in diesem Zeitfenster nicht, einzudringen, läßt er von diesem Objekt ab. Keinesfalls ziehen Privatwohnungen heimsuchende Täter mit Dialern durch die Gegend und versuchen auf diese Weise Tresore zu öffnen, von deren Existenz und Schloßausstattung sie vorher gar keine Kenntnis hatten.

Im übrigen läßt sich der Zeitbedarf eines eingesetzten Dialers noch drastisch erhöhen, indem man kein 3-Scheiben-ZKS verwendet, sondern eines mit 4 Scheiben. Ich empfehle die Ausstattung mit einem hochwertigen mechanischen ZKS und einem hochwertigen Schlüsselschloß, beispielsweise einem KROMER Protector. Ist das alles in einem soliden Panzer-Geldschrank mit Lafette verbaut, reden wir von einem Zeitbedarf für eine Überwindung, der für nahezu alle potentiellen Einbrecher in normale Privathaushalte nicht in Frage kommt und oft auch die Abwesenheitszeiten der Bewohner deutlich übersteigt. Ein zusätzliches Alarmsystem setzt die Täter unter einen Zeitdruck, der eine Öffnung praktisch ausschließt.

Manfred
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Re: Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von Manfred »

Ich springe auch übers Stöckschen :

die fachlichen Antworten von fripa und Andreasschmunzel dürften reichen.

Bei den Beweggründen gebe ich zu bedenken, das Bargeld abzuschaffen schmackhaft für jeden gemacht wird.
Die Gründe liegen klar auf der Hand. In vielen Polizeireports bei uns wird angeprangert, wie viel Bargeld beschlagnahmt wurde.
Damit wird aus meiner Sicht der Besitz von Bargeld kriminalisiert. Ein Schelm, wer arges denkt.


Bei Edelmetallen wird das Problem, du brauchst einen Tauschpartner, der gewillt ist, die Metalle einzutauschen.

Jeder, der sich bissel mit Ökonomie beschäftigt, kann rechnen und denken.

Piel
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Re: Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von Piel »

fripa10 hat geschrieben: 26. Jul 2020 11:29 In aller Regel ist es doch so, daß der typische Wohnungseinbrecher nur mit Hebelwerkzeugen ausgerüstet ist und statistisch nicht mehr als 5 min darauf verwendet, irgendwo einzudringen. Gelingt es in diesem Zeitfenster nicht, einzudringen, läßt er von diesem Objekt ab.

Ist das alles in einem soliden Panzer-Geldschrank mit Lafette verbaut, reden wir von einem Zeitbedarf für eine Überwindung, der für nahezu alle potentiellen Einbrecher in normale Privathaushalte nicht in Frage kommt und oft auch die Abwesenheitszeiten der Bewohner deutlich übersteigt. Ein zusätzliches Alarmsystem setzt die Täter unter einen Zeitdruck, der eine Öffnung praktisch ausschließt.
Was den Einsatz von Dialern angeht so gebe ich Dir recht, kaum ein Einbrecher wird versuchen ein ZKS auf diese Weise zu öffnen. Was anderes ist aber das Thema gewaltsame Öffnung. Wenn die Täter erst mal wissen dass ein Tresor im Haus ist in dem sich möglicherweise Wertgegenstände befinden, so nehmen sie sich deutlich mehr Zeit um diesen gewaltsam zu öffnen. Teilweise wird sogar von einem Komplizen extra Werkzeug hergeschafft.

In letzter Zeit gab es in unserer Gegend eine Reihe von Einbrüchen in Privathaushalten, bei denen die Täter sich sehr viel Zeit zum öffnen bzw. entwenden von Schränken genommen haben. Darunter auch gute Schränke mit hohen Schutzklassen. In einem Haus haben sich die Täter z.B. ca. eine Stunde an einem Wandtresor zu schaffen gemacht, um diesen aus der Wand zu stemmen und anschließend zu entwenden. Unsere Autobahnanbindung macht uns leider zu einem bevorzugten Ziel von professionellen Einbrecher-Banden.

Deshalb schließe ich mich der Empfehlung bez. eines Alarmsystems an, ohne ein solches darf man selbst den besten Schrank nicht längere Zeit alleine lassen. Außerdem hilft ein Alarmsystem i.d.R. den Schaden am Tresor bei einem Einbruch zu verringern.

Janvi
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Re: Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von Janvi »

Die häufigste Gefahr ist in Privathaushalten (und kleinen bis mittleren Gewerbe) dass die gesamte Kiste mitgenommen wird. Alles unterhalb 2000kg passt auf einen Hubwagen und kann meist bequem verladen werden. Selbst Teile in der Größenordnung von 3-500 kg tragen schwere Jungs noch die Treppe runter. Gute Verankerung im Beton ist also schon mal die halbe Miete. Wenn dann noch jemand auf die Idee kommt den Tresor in den Aufzug reinzustellen muß der Hubzylinder abknicken.

fripa10
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Re: Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von fripa10 »

Wie sicherlich nicht verborgen blieb, bin ich ein großer Freund der guten alten deutschen Panzer-Geldschränke der Klassen D10, D20 oder E10, wie sie bis Anfang der 1990er Jahre gefertigt wurden. Diese setzen allen üblichen Methoden ohne Herbeiführung einer Explosion so viel und so lange Widerstand entgegen, daß ich nicht erwarte, daß deren Inhalt in einem Privathaushalt ernsthaft gefährdet ist. In gewerblichen Objekten sieht das anders aus, da die dortigen Täter sich bereits auf härtere Nüsse eingestellt und entsprechend werkzeugmäßig aufgerüstet haben. Aber wir sollten auch mal die Kirche im Dorf lassen, selbst Banken verstauen in solchen Schränken (oftmals weit höhere) Werte, als man sie privat in aller Regel haben wird. Zutreffend ist, daß man das Mitnehmen des Schrankes unbedingt durch entsprechende Vorkehrungen verhindern sollte, denn der solideste Tresor - auch wenn ihn die Täter am Ende nicht öffnen können - nutzt uns nichts, wenn der Inhalt mitsamt des Tresors verschwunden ist. Sobald Treppen ins Spiel kommen, ist man meiner Ansicht nach schon mit einem 600 kg-Schrank ganz gut gewappnet, denn den muß man erstmal schaffen über die Treppe zu schleppen. Ich erinnere mich noch gut an die Anlieferung und Verbringung meines Tresors über eine Außentreppe in den Keller, da hatten zwei gestandene und erfahrene Männer ganz schön zu kämpfen, obwohl sie vorher die schwere Tür ausgehängt und separat transportiert hatten. Rauf hätten sie den jedenfalls keinesfalls geschafft, weil der nicht treppan rutscht. Verankert habe ich ihn natürlich trotzdem.

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Christian
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Re: Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von Christian »

ich perönlich finde eine Kombination aus mechanischen Zahlenschloss und Doppelbartschlüssel nicht schlecht. Und wenn man diesen Tresor noch in einem Raum stellt der mit einer Alärmanlage überwacht ist, dann ist man schon gut dabei. Dass die Kiste gegen wegtragen gesichert sein sollte, versteht sich von selbst.

Für ein Büro könnte man für kleine Werte einen Tresor mit Fingerabdruck machen oder elektronischen Zahlenschloss ... hier geht es dann mehr darum dass man ihn schnell auf und zu bekommt. Wenn z.B. eine Wechselkasse darin ist.
Es gibt nur eine legitime Einstellung

Piel
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Re: Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von Piel »

Christian hat geschrieben: 29. Jul 2020 00:56 ich perönlich finde eine Kombination aus mechanischen Zahlenschloss und Doppelbartschlüssel nicht schlecht. Und wenn man diesen Tresor noch in einem Raum stellt der mit einer Alärmanlage überwacht ist, dann ist man schon gut dabei. Dass die Kiste gegen wegtragen gesichert sein sollte, versteht sich von selbst.
Dito. Man sollte Einbrecher nicht unterschätzen. So gerne ich auch die alten D10 und D20 Schränke mag, sie sind anfällig für Moderne Hydraulikwerkzeuge. Die aktuellen Einbrecher sind absolut kaltschnäuzig und dreist, man sollte sich nicht auf seinen Nachbarn verlassen oder auf Zeit spielen, denn es ist genau diese Zeit die diesen Leuten in die Hände spielt.

Tresorkäufer
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Re: Tresore in 2020: Welche Schlossart und Fabrikat empfehlenswert?

Beitrag von Tresorkäufer »

Da ich länger nicht mehr im Forum war stellt sich für mich die Frage, ob das Thema noch aktuell ist.

Generell:
Fripa10 hat uneingeschränkt Recht, alte Qualitätsprodukte von Leicher, Pohlschröder, Garny etc. in den Klassen D10, D20 oder gar die seltenen Exemplare der phänomenalen Klasse E10 sind vielen aktuellen Produkten in der Verarbeitung überlegen. Zudem sind sie - auch mit fachgerechter Überholung - günstiger als die heutigen Produkte. Ideal ist da ein Rückläufer aus einer aufgelösten kleinen ländlichen Bankfiliale.
Auch ein alter D1 ist hervorragend. Der ist halt ewig groß und schwer und die Wandstärken sind schier unendlich..... Da ist nix mit Flex "straight" ansetzten und das Kuchenblech zu durchtrennen.

Schlösser: ein mechanisches 4-Scheibenschloß und ein hochwertiges Lafetten-Schlüsselschloss ist aus meiner Sicht zu bevorzugen. Langlebig, sicher und robust.
Elektronikschlösser müssen auch erst einmal jahrzehntelangem Betrieb aushalten. Alterung von Elektronikbauteilen, Kabelbrüche etc... und schon geht das Schloss nicht mehr auf. Bei mechanischen Schlössern zeichnet sich ein Versagen rechtzeitig durch mechanische Schwergängigkeit etc. an - die Elektronik versagt ohne Vorankündigung plötzlich. Daher muss so ein Schloss alle relevanten elektronischen/elektromechanischen Komponenten doppelt aufweisen. Das gibt es. Dann bist Du bei Leicher (Gunnebo) Safelock oder den Paxosschlössern. Die sind aber richtig teuer. So ein Schloß alleine ist teurer als die Masse der auch der besseren Hometresore.
Cave Tastatur bei elektronischen Schlössern! Nach langjähriger Benutzung sieht man an den einzugebenden Zifferntasten Benutzungsspuren, die einem Täter Hinweise auf auszuprobierende Ziffern geben.

Neue Tresore aus aktueller Produktion: Nicht unter der Baustufe VdS3 wählen!
Ich habe eine hohe Meinung vom Primat aus Slovenien in VdS5 (Starprim5 -Typenreihe) - in klassischer, alter Massivbauweise und von den Tresoren von Stacke aus Aachen. Die Euroline beginnt (auch in kleinen Baugrößen lieferbar) bei VdS3 und geht bis zur sagenhaften VdS6KB.

In VdS6 können übrigens nur zwei(!) Hersteller liefern. Das sind dann megaharte Nüsse, die ein böser Mensch knacken müsste....

Drei Ergänzungen noch:
Ein "Schränkchen" mit ca. 1000kg+ , dass im Keller steht müssen Täter erst einmal die Treppe hochwuchten, um es abtransportieren zu können. Und dann stellt sich die Frage ob es ein unauffälliges Fahrzeug gibt, dass diese Last aufnehmen kann... In den Kofferraum eines Kombis braucht Du nicht versuchen so einen Tresor einzuladen...
Mit genügend Zeit, grenzenloser Gewalt und der Möglichkeit unendlich viel Lärm machen zu können geht irgendwann jeder Tresor auf - auch der Tresor einer Landeszentralbank. Also muss ein Tresor die Täter entweder so viel Zeit und Kraft kosten, dass sie vor Verzweifelung aufgeben oder dass "Interventionskräfte" so rechtzeitig am Tatort eintreffen können, um die Täter dingfest machen zu können.
Ja, es gibt Hydraulikwerkzeuge, die eine ganze Menge Kraft entfalten können. ABER. Die müssen erst einmal "in Stellung gebracht werden" können. Wenn es nur minimale Türspalte gibt wird das schon schwierig. Wenn die Ansatzpunkte an der Tür und am Gehäuse für die Hydraulikzylinder erst extra angeschweißt werden müssen, dann müssen diese Schweißnähte die Belastung auch aushalten. Und um eine Türe aus dem Rahmen zu reissen muss eine hoffentlich 4 seitige massive Verriegelung herausgerissen werden. Dass sind schon gewaltige Kräfte. Bei VdS1 o.ä . ist dass nicht das große Problem.... aber bei einem VdS5 oder 6 sieht das schon anders aus....

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