Bundesbankbunker Tresortüren

Hier geht es um Tresor-, Zuhaltungs- und Elektronikschlösser
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boogieman
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Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von boogieman »

Hallo zusammen, mal ein paar Fragen an die Experten:
Auf den Fotos unten seht ihr die Tresortüren vom Bundesbankbunker in Cochem/Mosel.
Die Bauzeit des Bunkers war von 1962- 65, die Tresortüren stammen vom Hersteller Garny, Frankfurt/Main. Der obere Drehknopf in der Mitte hat ja im Gegensatz zu den beiden unteren, welche wohl richtige ZKS sind, noch zusätzlich ein Schlüsselloch. Ist das ein Schlüsselschloss, was halt wie ein ZKS- Knopf aussieht, und bei dem hier nur das Schlüsselloch- Füllstück als Abdeckung fehlt? Ich meine, das Teil steht ja auch noch ca. 10 cm von der Tür raus, und bei der Tiefe der Tresortür müsste der Schlüssel doch mindestens einen halben Meter lang sein? Wäre hier eine Lafette nicht praktischer und dazu noch sicherer gewesen? :?
Danke vorab schon mal für etwaige Aufklärung.
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mhmh
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Re: Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von mhmh »

Also ich bin kein Experte für solche Türen.
Aber ich würde sagen, die Schlösser müssen nicht alle in gleicher Tiefe montiert sein.
(Wenn der Schlüssel aber doch sehr lang wäre, könnte man die langen Teile eines teilbaren Schlüssels problemlos vor Ort aufbewahren.)

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distiller
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Re: Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von distiller »

Ich habe jetzt keine Bilder parat,
aber oben ist es ein ZKS, welches eine mit DB-Schlüssel abschließbare Spindel hat.
Unten sind zwei Schlüsselschlösser, mit Lafette (oder Füllstück, kann man jetzt nicht erkennen).
Das Riegelwerk habe ich mal von Kromer so gesehen.
VG

boogieman
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Re: Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von boogieman »

@distiller: Ja, genau! Den Gedanken hatte Ich ganz am Anfang auch, ein abschliessbares ZKS. Hab das aber wieder verworfen. Denn wofür soll man ein ZKS zusätzlich abschliessen? Vielleicht, um wie in diesem Fall mit 3 Schlössern ein 8- Augen- Prinzip zu erreichen? Oder ganz profan die Spindel bzw. Schlossmechanik mit der Blockierung vor unnötigem dran rumdrehen und somit Verschleiss zu schützen? (Wobei dieser Umstand wohl eher vernachlässigbar wäre) - Keine Ahnung, war mir irgendwie nicht plausibel genug... Aber man sagt ja oftmals, der erste Gedanke wäre der beste :)
Bei manchen S&G- Drehknöpfen z. B. ist ja auch zusätzlich noch ein Zylinderschloss drin, wohl aus demselben Grund. OK, und die unteren Schlösser sind auch keine ZKS, sondern Lafetten bzw. Füllstücke (Angesichts der Dimensionen der Tür wohl eher Lafetten).
Grüsse.

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Re: Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von l0ckp1ck3r »

Ich habe hier auch eine Kromer Garnitur mit integriertem Schloss in der Spindel um genau diese am Drehen zu hindern.
Das Prinzip ist ein einfaches: mehr physikalische Hindernisse = mehr physikalische Sicherheit.

boogieman
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Re: Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von boogieman »

Ja, ergibt auf jeden Fall Sinn. Einfach eine weitere Hürde, zwar relativ gut ranzukommen, hält aber dennoch auf. Und wenn es sich dann noch um ein Kromer handelt, umso besser. :)

fripa10
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Re: Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von fripa10 »

Die Schlösser liegen alle in der selben Tiefe, hier etwa 30 cm ab Türaußenseite. Die Tür hat oben ein ZKS und unten zwei Protector-Lafetten mit KROMER BP 55 K Protectorschlössern, die vom ZKS verriegelt werden. Man muß daher erst per Schlüssel das ZKS aufsperren, dann die Zahlenkombi richtig einstellen, dann lassen sich die beiden Lafetten ein Stück herausziehen und die beiden Schlüssel einlegen, einschieben und so zwei Schlüsselschlösser öffnen. Üblicherweise wurde so ein Achtaugen-Prinzip zum Öffnen verwirklicht, einer hat den Schlüssel für das ZKS, der andere die Kombination des ZKS, dann je einer einen Schlüssel für die unten angeordneten Protectorschlösser.

boogieman
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Re: Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von boogieman »

@fripa: Danke für die Info. Mittlerweile werden wohl kaum noch Lafetten verbaut? Lebtig hat sie zumindest noch im Programm. Ich vermute, an so ner Tür wäre heutzutage weniger aus Kosten- aber mehr aus Bequemlichkeitsgründen meistens wohl nur noch ein Bedienfeld dran, welche im inneren mehrere (gute, mit redundanter Elektronik) E- Schlösser nach jeweiliger Codeeingabe ansteuert. Da stellt sich jedoch wiederum die Frage, wenns wie hier ein Atombunker der Bundesbank wäre, ob E- Schlösser einen Elektromagnetischen Impuls aushalten, wie er bei Kernwaffenexplosionen üblich ist, es gibt zumindest elektrische Bauteile, welche EMP- sicher sein sollen...
Zuletzt geändert von boogieman am 24. Jul 2021 00:26, insgesamt 1-mal geändert.

fripa10
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Re: Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von fripa10 »

es gibt zumindest elektrische Bauteile, welche EMP- sicher sein sollen...
Das ist eine Frage der Abschirmung, bei der Air Force One und "The Beast" hat man das ja auch. Ich vertraue trotzdem lieber auf Mechanik.

boogieman
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Re: Bundesbankbunker Tresortüren

Beitrag von boogieman »

Ja, oder zumindest mit Not/Revisionsschlüssel als Backup.

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