Beratung zu "ungewöhnlicher" Schließtechnik?

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Piel
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Re: Beratung zu "ungewöhnlicher" Schließtechnik?

Beitrag von Piel »

godben hat geschrieben: 22. Sep 2022 20:58 Was steckt in euren Türen?
EVVA ICS hinter einem Schutzbeschlag von HEWI (Polyamid mit Stahlunterbau). Ist mir sicher genug. Und den durchverschraubten Schutzbeschlag kriegt man auch nicht mal so eben geknackt. In meiner Speichertüre habe ich ein Winkhaus X-Tra, hatte auch schon mal überlegt diesen in meiner Wohnungstür einzubauen.

Achja, meiner Mutter habe ich einen Kaba Gemini eingebaut, den habe ich für einen Fünfer bei Ebay geschossen. Auch ein nettes Schloss, mit einem sehr hosentaschenschonenden und kleinen Schlüssel, aber natürlich nur hinter einem Schutzbeschlag.
Zuletzt geändert von Piel am 23. Sep 2022 19:29, insgesamt 1-mal geändert.

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rondeLoro
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Re: Beratung zu "ungewöhnlicher" Schließtechnik?

Beitrag von rondeLoro »

godben hat geschrieben: 22. Sep 2022 20:58
EVVA MCS: "Nicht nachschließbar", aber sehr mäßiger Schutz gegen zerstörende Öffnung
Abloy Protec 2: Guter Pickingschutz, in der VDS+-Variante akzeptabler mechanischer Schutz
Keso 8000 Omega ultra: Mechanisch gut, aber "nur" eine Technologie (dafür ganz gut gemacht)
Die Zusammenfassung ist schon ganz passend. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es aber eben auch bei den Schließzylindern nicht.
Was steckt in euren Türen?
Ein EVVA 3KS plus hinter Schutzbeschlag. Ein Schutzbeschlag sollte grundsätzlich immer vorhanden sein.

Ich könnte mit allen dreien deiner Auswahl gut leben. In der Realität ist eher ein Schutz gegen zerstörende Methoden gefragt. Picking findet in freier Wildbahn recht selten statt. Ich würde mir da am ehesten noch um das sog. Schlagen oder Bumping Gedanken machen. Aber da sind alle deine Kandidaten vor gefeit. Und zufällig passende Schlüssel kannst du bei denen auch ausschließen. EVVA hat meines Wissens für den MCS sogar eine Garantie für die Einzigartigkeit einer Schließung gegeben.

Von daher lass vielleicht den Preis entscheiden. Oder wirf ne Münze ;)

fripa10
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Re: Beratung zu "ungewöhnlicher" Schließtechnik?

Beitrag von fripa10 »

godben hat geschrieben: 22. Sep 2022 20:58 EVVA MCS: "Nicht nachschließbar", aber sehr mäßiger Schutz gegen zerstörende Öffnung
Wenn man das so sehen will. Mit einem Kernziehschutz davor ist diese Schwachstelle beseitigt. Außerdem kenne ich keinen anderen Profilzylinder, der sich angenehmer bedienen läßt. Da der Schlüssel in einen nahezu leeren Schlüsselkanal gleitet, flutscht er rein wie in weiche Butter. Der Schlüssel wird senkrecht eingeführt, was der natürlichen Handhaltung entspricht. Durch den modularen Aufbau kann der MCS weiterverwendet werden, falls man Tür oder Beschlag wechselt oder umzieht. Der MCS ist auch sehr langlebig, ich nutze das System seit Jahrzehnten und bin damit hoch zufrieden.

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mhmh
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Re: Beratung zu "ungewöhnlicher" Schließtechnik?

Beitrag von mhmh »

Also ich sage nicht, dass Einbrecher das in der Praxis tun, aber durch einen Kernziehschutz hindurch kann man durchaus fräsen. Die deutschen Schlüsseldienst-Werkzeug-Anbieter haben das dafür passende Werkzeug im Programm.

Piel
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Re: Beratung zu "ungewöhnlicher" Schließtechnik?

Beitrag von Piel »

fripa10 hat geschrieben: 24. Sep 2022 00:30 Außerdem kenne ich keinen anderen Profilzylinder, der sich angenehmer bedienen läßt.
Und ich kenne keinen anderen Profilzylinder, bei dem die Magnetpillen entweder teilweise oder ganz herausfallen.

Die Herstellungsqualität hat leider bei EVVA auch massiv nachgelassen, daher würde ich mir gut überlegen so viel Geld für einen MCS auszugeben. Für normale Haushalte finde ich den Zylinder einfach viel zu überteuert.

Ich erinnere da nur mal an diesen Thread, dies ist aber nicht der einzige Bericht zum MCS den ich kenne. Was die Verarbeitungsqualität bei meinem ICS angeht bin ich auch alles andere als zufrieden. Aber immerhin funktioniert er einwandfrei.

godben
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Re: Beratung zu "ungewöhnlicher" Schließtechnik?

Beitrag von godben »

Auch der Thread ist hilfreich, und den kannte ich noch nicht. Auf so eine Episode habe ich natürlich wenig Lust, auch wenn es ja nicht so wirkt, als wäre ein großer Anteil der MCS davon betroffen.

Großes Danke an euch alle, ihr habt mir die Entscheidung wesentlich leichter gemacht. Es wird jetzt, wenn ich die Tür noch mal messen kann, der Protec2 VdS+. Sicher auch ein gewisses Upgrade zum aktuellen Abus, auch wenn es eigentlich (das "aktive Element" kann man vernachlässigen, oder?) nur die eine Schließtechnik werden wird. Ich berichte, wenn ich ihn in der Tür habe, das wird aber noch ein paar Wochen dauern.

fripa10
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Re: Beratung zu "ungewöhnlicher" Schließtechnik?

Beitrag von fripa10 »

Piel hat geschrieben: 24. Sep 2022 00:46 ich kenne keinen anderen Profilzylinder, bei dem die Magnetpillen entweder teilweise oder ganz herausfallen.
Wie viele andere Profilzylinder mit Magnetpillen kennst Du denn so, und welche konkret?

Mir ist das in Jahrzehnten mit ständiger Nutzung noch nie passiert, daß eine Magnetpille herausgefallen ist. Ich halte es aber bei Fehlbedienung grundsätzlich für möglich. Jede Pille ist in ihrer Bohrung ja nur dadurch befestigt, daß vor und hinter der Pille ein Werkzeug angesetzt wird, das für eine leichte Verpressung sorgt. Wird der Schlüssel seitwärts verbogen oder zumindest kurzzeitig seitwärts unter Spannung gebracht, selbst wenn er sich dadurch nicht bleibend verformt, dürfte das ausreichen, Magnetpillen zu lösen.

Aber wie gesagt, mir ist das in Jahrzehnten (!) nie passiert und ich kenne auch anderweitig keinen Fall. Man kann eben solche Systeme nicht in gleicher Weise ruppig bedienen, wie einen alten Buntbartschlüssel aus Vollstahl. Wer dazu nicht imstande ist, muß eben auf andere Systeme zurückgreifen, der MCS ist aber längst nicht das einzige System, bei dem man mit den Schlüsseln vernünftig hantieren muß.
Die Herstellungsqualität hat leider bei EVVA auch massiv nachgelassen, daher würde ich mir gut überlegen so viel Geld für einen MCS auszugeben. Für normale Haushalte finde ich den Zylinder einfach viel zu überteuert.
Das stimmt, die Qualität bei EVVA hat in den letzten 25 Jahren erkennbar nachgelassen. Das stellt aber nicht die Sicherheit dieser Produkte in Frage, sondern allenfalls Optik und im Einzelfall die Bedienbarkeit.

Ob man persönlich einen bestimmten Profilzylinder überteuert findet, ja ob er es objektiv betrachtet vielleicht sogar ist, ist keine Frage der Sicherheit dieses Zylinders. Wenn man gefragt wird welcher Zylinder ist sicher, geht es an der Fragestellung völlig vorbei, wenn man auf einen vermeintlich überteuerten Preis verweist. Das sollte schon jeder für sich entscheiden was es ihm wert ist, zumal ich es einigermaßen absurd finde sich an 250 oder 300 Euro für einen Profilzylinder zu reiben, der einem 20 bis 30 Jahre treue Dienste leistet, während man zugleich mit Bleifuß auf den Straßen unterwegs ist, stets das neueste Smartphone braucht und nicht ohne Treter aus dem Haus geht, die mindestens das gleiche kosten.

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