"Schloss" aus DDR-Produktion

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Retak, Mr. Smith, Crocheteur

  • Beitrag 1. Okt 2010 22:53

"Schloss" aus DDR-Produktion

Hier mal wieder eine der vielen Verirrungen menschlichen Erfindungsreichtums.
Hatte gestern beim Austausch eines Schlosses bei einem Bekannten ein nicht alltägliches Schlüsselerlebnis. In dem Haus sind alle Innentüren mit dem gleichen Schlüssel schliessbar. Ich hatte zunächst die Vermutung, dass die Schlösser vom Erbauer des Hauses mal gleichschliessend geordert wurden, ein Blick in das demontierte Schloss belehrte mich jedoch eines Besseren. Es befindet sich nämlich nichts im Schloss, wodurch eine Unterscheidung mehrerer Schliessungen und somit die Aussperrung unberechtigter Schlüssel möglich wäre(es sind auch keine Teile ausgebaut worden).
Durch den Bart des Schlüssels wird lediglich ein Sperrstück bewegt, welches im abgeschlossenen Zustand den Hebel, der die Falle zurückzieht, arretiert. Der Einschnitt im Schlüsselbart ist nur Imitation, jedes Schloss dieser Bauart kann mit jedem von der Grösse her passenden Schlüssel betätigt werden. Eigentlich ist das somit gar kein richtiges Schloss. Vermutlich hatte bei der Konstruktion die Einsparung von Material oberste Priorität. Sowas gabs wohl nur in der DDR.

offen
DSC00730.JPG
verschlossen
DSC00731.JPG
Retak
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  • Beitrag 2. Okt 2010 08:42

Re: "Schloss" aus DDR-Produktion

Eine ziemlich Unlogische Kontruktion ?!
Könnte wohl nicht schaden,alle diese "Hightech-Schlösser" gegen wenigstens Buntbart-Einsteckschlösser zu tauschen.
" KEIN ZYLINDER IST UNPICKBAR"
kamikaze
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  • Beitrag 2. Okt 2010 09:40

Re: "Schloss" aus DDR-Produktion

Wahrscheinlich war es dann einfacher für Mielkes Truppe...

Lateiner
Liebe Grüße,
L A T E I N E R
Lateiner
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  • Beitrag 2. Okt 2010 09:50

Re: "Schloss" aus DDR-Produktion

Lateiner hat geschrieben:Wahrscheinlich war es dann einfacher für Mielkes Truppe...

Lateiner


So ähnlich wollte ich es auch ausdrücken. Steffen (War doch Steffen?) hat es in dem Video ja sehr gut präsentiert.
Lieber die Katze auf dem Arm als den Tiger im Tank.
worgan
Offtopicreisser
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  • Beitrag 2. Okt 2010 10:02

Re: "Schloss" aus DDR-Produktion

Vielleicht hat die Order "gleichschließend" ja damals den Eigentümer sogar einen Aufpreis gekostet!
Unglaublich! :wngn:
LG
fracomingo

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fracomingo
Schlossspecht
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  • Beitrag 2. Okt 2010 12:06

Re: "Schloss" aus DDR-Produktion

worgan hat geschrieben:
Lateiner hat geschrieben:Wahrscheinlich war es dann einfacher für Mielkes Truppe...

Lateiner


So ähnlich wollte ich es auch ausdrücken. Steffen (War doch Steffen?) hat es in dem Video ja sehr gut präsentiert.


Ich glaub es war Arthur, aber egal :wngn: ...

Liebe Grüße, Crocheteur
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  • Beitrag 2. Okt 2010 12:41

Re: "Schloss" aus DDR-Produktion

beide, einer filmt - einer redet.

viewtopic.php?f=46&t=10727&start=0

aber zum schloss: möglich ist alles, jedeoch ist es in anbetracht der damaligen umstände nicht abwägig, dass der zutritt so erleichtert wurde. selbst heute wissen die wenigsten, wie die technik die sie benutzen eigentlich funktioniert und so selbst gar nicht einschätzen können ob und wie sicher die verwendete technik ist (bsp.http://de.wikipedia.org/wiki/Security_through_obscurity). die szene ist ja letztlich nur ein kleiner teil im vergleich zu allen konsumenten und nutzern.

allerdings ist natürlich möglich, wie einige schon schrieben, dass der besitzer alles gleichschliessend haben wollte und das die neinfachste umsetzung darstellt - da der nutzer/besitzer wahrscheinlich nicht nachschaut.
ProTec
Adliger
Adliger
 

  • Beitrag 2. Okt 2010 13:25

Re: "Schloss" aus DDR-Produktion

Hochwertige Schlösser gab es meines Wissens in der DDR nicht, oder täusche ich mich da?

Lateiner
Liebe Grüße,
L A T E I N E R
Lateiner
Pecuniam Non Olet
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  • Beitrag 2. Okt 2010 16:28

Re: "Schloss" aus DDR-Produktion

Nach meinen derzeitigen Erkenntnissen gab im normalen Handel in der DDR keine hochwertigen Schlösser. Oftmals wurde ungeeignetes Material verwendet, an dem dann auch noch auf Kosten der Sicherheit gespart wurde. An Zylindern gab es nur Standardware, maximal auf dem Niveau einfacher CES- oder Wilka-Zylinder.
Bei den Chubbschlössern bestand das Problem zu grosser Toleranzen und zu weniger verschiedener Schliessungen. Bei den BB-Schlössern gab es unterschiedliche Qualitäten, das oben gezeigte Schloss war nicht allgemein üblich.
Retak
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  • Beitrag 2. Okt 2010 17:12

Re: "Schloss" aus DDR-Produktion

Damit Herr Mielke schnell reinkommt... unfassbar, eigentlich. Was ist eigentlich passiert, wenn man sich ein hochwertiges Schloss aus dem Westen mitgebracht hat?
Liebe Grüße,
L A T E I N E R
Lateiner
Pecuniam Non Olet
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