elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Retak, Mr. Smith, Crocheteur

  • Beitrag 1. Okt 2018 14:51

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

Ein Wohnheimzimmer ist keine "richtige" Wohnung im Sinne eines Lebensmittelpunktes, weshalb Zweit- oder Hauptschlüssel dafür rechtens und möglicherweise sogar aus Brandschutzgründen vorgeschrieben sind.
Da gerade in solchen Wohnheimen öfter mal ein Schlüssel verlorengeht, ist ein elekrtonisches Zugangssystem für die Eingangstüre hier vorteilhaft, das sollte allerdings robust sein (kein Doppelknaufzylinder sondern ein fest installierter Leser, der einen E-Öffner betätigt). Studeten haben in der Regel ohnehin so ein Transponderkärtchen (zB. für die Mensa), damit könnte dann auch die Wohnheimtüre betätigt weden.
Eine herstellerübergreifende Standardisirung dieser E-Schliesssysteme ist herstellerseitig gar nicht gewollt, da man den Kunden ja an sich binden will und deshab dafür sorgt, dass dieser keine Fremdkomponenten in sein System einbinden kann.
Retak
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  • Beitrag 1. Okt 2018 16:35

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

Ich denke, dass das Hauptproblem in der (geringen) Verbreitung der elektronischen Schließzylinder in den hohen Kosten liegt. Wenn ich mir ansehe, dass da Preise von 400, 500 und sogar 600 Euro für EINEN popligen Doppelzylinder aufgerufen werden, frag ich mich, ob die Hersteller meinen, dass alle einen Goldesel im Keller haben. Solange die Preise nicht (halbwegs) mit mechanischen Systemen vergleichbar sind, sage ich den elekronischen Schließzylindern weiterhin ein Nieschendasein voraus. Zurecht, finde ich.
rondeLoro
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  • Beitrag 1. Okt 2018 18:30

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

Retak hat geschrieben: ....
Eine herstellerübergreifende Standardisirung dieser E-Schliesssysteme ist herstellerseitig gar nicht gewollt, ....

Angenommen mein Arbeitzgeber hat ein Mifare-Stempeluhrensystem, der Tennisverein in dem ich spiele einen Hofeingang mit einem Wilka-Easy-mifare-Zylinder. Und mein Vermietzer hat einen DOM-Zylinder mit mifare .... kann man nicht an allen Systemen den gleichen Transponder einlesen ?

Vielleicht liegt es nur an den jeweiligen Betreibern (Administratoren) ... wollen ja keine Fremdtransponder in ihrem System haben. Nur Transponder die sie selbst ausgehändigt haben, die in deren Besitzt befindlich sind.

Bei den einfachen 125khz-Systemen geht es auf jeden Fall, da wird ja nur die ID gelesen ... bei manchen Anwendungen wird bei Mifare oder Legic auch nur die UID gelesen, da müsste es auch möglich sein. Hat man am Arbeitsplatz ein Simons-Voss, und kauft sich für die eigenen 4 Wände so einen Zylinder, dann geht es nicht.
rondeLoro hat geschrieben:Ich denke, dass das Hauptproblem in der (geringen) Verbreitung der elektronischen Schließzylinder in den hohen Kosten liegt. Wenn ich mir ansehe, dass da Preise von 400, 500 und sogar 600 Euro für EINEN popligen Doppelzylinder aufgerufen werden, frag ich mich, ob die Hersteller meinen, dass alle einen Goldesel im Keller haben. Solange die Preise nicht (halbwegs) mit mechanischen Systemen vergleichbar sind, sage ich den elekronischen Schließzylindern weiterhin ein Nieschendasein voraus. Zurecht, finde ich.

Ich halte die Preise für absolut aus der Luft gegriffen. Bedenkt man was ein besserer meschansicher Zylinder kostet, und ein einfaches Mobiltelefon mit Akku .... dann hätten wir 65,- plus 29 ,- .....
also 94 Euro müssten machbar sein ... Ich vermute dass die Hersteller noch mitnehmen wollen was geht, bevor der Markt die Preise nach unten drückt ... vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis in sämtlichen Baumärkten diese Dinger für kleines Geld hängen. ...nur sind Zylinder keine Trendy-Produkte wie Smartphones oder Alufelgen, daher wird es etwas dauern. Der Anfang wird im Objektgeschäft (Bürohäuser) sein, denke ich mal ...
Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.
-George Orwell-
Christian
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  • Beitrag 1. Okt 2018 18:43

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

Christian hat geschrieben:Ich vermute dass die Hersteller noch mitnehmen wollen was geht, bevor der Markt die Preise nach unten drückt ... vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis in sämtlichen Baumärkten diese Dinger für kleines Geld hängen. ...nur sind Zylinder keine Trendy-Produkte wie Smartphones oder Alufelgen, daher wird es etwas dauern. Der Anfang wird im Objektgeschäft (Bürohäuser) sein, denke ich mal ...

Ich denke es liegt vor allem an den geringen Stückzahlen die momentan noch verkauft werden. Irgendwie müssen die Kosten für Entwicklung, Vertrieb und Produktion wieder rein kommen. Problem ist halt, dass solange die Preise so hoch bleiben sich solche Systeme nicht in der Breite durchsetzten werden, und solange sich diese Systeme nicht durchsetzten erwarte ich keine deutliche Preissenkung. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Retak hat geschrieben:Ein Wohnheimzimmer ist keine "richtige" Wohnung im Sinne eines Lebensmittelpunktes, weshalb Zweit- oder Hauptschlüssel dafür rechtens und möglicherweise sogar aus Brandschutzgründen vorgeschrieben sind.

Ich bezog mich bez. des Zweitschlüssels auf normale Mietverhältnisse, welche immer noch die größte Gruppe darstellen. Allerdings gelten auch in Wohnheimen Datenschutzbestimmungen, eine Videoüberwachung und eine Protokollierung des Zugangs ist nur unter ganz bestimmten Gründen möglich. Bei uns im Wohnheim gab es z.B. die Überlegung, den Zugang zu den Sanitären Einrichtungen nur noch mittels Karte zu ermöglichen und zu protokollieren, da es immer wieder Beschwerden über den Zustand dieser Einrichtungen gab. Diese Idee wurde aber sehr schnell wieder verworfen, nicht nur wegen der Kosten, in erster Linie wegen Bedenken zum Datenschutz.
Piel
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  • Beitrag 1. Okt 2018 19:06

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

Retak hat geschrieben:Ein Wohnheimzimmer ist keine "richtige" Wohnung im Sinne eines Lebensmittelpunktes,
Wo hast Du das denn her? Wenn dem so wäre, könnte das keine Meldeadresse sein. Da die Studenten dort aber ganz normal wohnen, ist das auch eine "richtige" Wohnung.
naturelle
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  • Beitrag 1. Okt 2018 19:49

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

Retak hat geschrieben:Eine herstellerübergreifende Standardisirung dieser E-Schliesssysteme ist herstellerseitig gar nicht gewollt, da man den Kunden ja an sich binden will und deshab dafür sorgt, dass dieser keine Fremdkomponenten in sein System einbinden kann.


Das dachte ich auch, habe mich dann aber eines Besseren belehren lassen: https://www.oss-association.com/ gab's auf der Security Essen 2018 an jeder Ecke.
mhmh
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  • Beitrag 1. Okt 2018 20:10

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

naturelle hat geschrieben:
Retak hat geschrieben:Ein Wohnheimzimmer ist keine "richtige" Wohnung im Sinne eines Lebensmittelpunktes,
Wo hast Du das denn her? Wenn dem so wäre, könnte das keine Meldeadresse sein. Da die Studenten dort aber ganz normal wohnen, ist das auch eine "richtige" Wohnung.

Ein Wohnheimzimmer ist eine Wohnung im Sinne des Meldegesetzes, wenn man Pech hat muss man als Student sogar eine Zweitwohnungssteuer anfällt. Aber es gibt trotzdem ein paar wichtige rechtliche Unterschiede im vergleich zu einer normalen Mietwohnung, ich vermute mal dass sich Retak darauf bezog. So gibt es in einem Studentenwohnheim kein vergleichbaren Kündigungsschutz. Allerdings gilt auch im Wohnheim der Grundsatz, dass der Bewohner selbst entscheiden kann wer Zutritt zu seinem Zimmer hat und wer nicht. In der Praxis wird dies leider gerne ignoriert, bei uns sind damals z.B. Handwerker ungefragt und ohne Anmeldung in die Zimmer gegangen, dies führte natürlich zu einigen sehr unangenehmen Situationen.
Piel
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  • Beitrag 1. Okt 2018 20:33

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

Generalschlüssel für die Zimmer im Studentenwohnheim gibt es wohl aber die dürfen nicht benutzt werden. Viele Studenten bauen eigene Schlüssellochsperren ein oder eben Zylinder. Wieso sollte es anders Sein als bei anderen Wohnungen? Viele haben nur das Zimmer und nichts anderes (Gut manche leben auch in Autos).
Die Chipkarten für Schlösser wurden in der Uni Bonn nicht eingeführt weil es Proteste gab, wegen der Überwachbarkeit und deshalb auch keine Mensakarten mit Funktionen die ausgedacht wurden, wie Kopierernutzung bezahlen in Uni eigenen Einrichtungen ... .
Auf Nachfrage sah auch die Juristische Fakultät diese Funktionen als nicht genug abgesichert und nicht anonym genug.
andreasschmunzel
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  • Beitrag 3. Okt 2018 22:18

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

andreasschmunzel hat geschrieben:Generalschlüssel für die Zimmer im Studentenwohnheim gibt es wohl aber die dürfen nicht benutzt werden. Viele Studenten bauen eigene Schlüssellochsperren ein oder eben Zylinder. Wieso sollte es anders Sein als bei anderen Wohnungen? Viele haben nur das Zimmer und nichts anderes (Gut manche leben auch in Autos).
Die Chipkarten für Schlösser wurden in der Uni Bonn nicht eingeführt weil es Proteste gab, wegen der Überwachbarkeit und deshalb auch keine Mensakarten mit Funktionen die ausgedacht wurden, wie Kopierernutzung bezahlen in Uni eigenen Einrichtungen ... .
Auf Nachfrage sah auch die Juristische Fakultät diese Funktionen als nicht genug abgesichert und nicht anonym genug.
Es gibt Senioren-Wohnanlagen wo elektronische Zylinder eingebaut wurden, WEiL der Generalschlüssel nicht "spurlos" benutzt werden kann. Somit ist sichergestellt das im Notfall die Pflegekräfte in die Zimmer kommen, jedoch kein unbemerkter Zugang möglich ist.
Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.
-George Orwell-
Christian
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  • Beitrag 4. Okt 2018 18:09

Re: elekrton.Knaufzylinder auf der Security-Essen

Christian hat geschrieben:Es gibt Senioren-Wohnanlagen wo elektronische Zylinder eingebaut wurden, WEiL der Generalschlüssel nicht "spurlos" benutzt werden kann. Somit ist sichergestellt das im Notfall die Pflegekräfte in die Zimmer kommen, jedoch kein unbemerkter Zugang möglich ist.

In solchen Senioren-Wohnanlagen wird aber meist von den Bewohnern oder den Angehörigen eine entsprechende Einverständniserklärung gegeben, anders wäre eine Pflege bei z.B. dementen oder bettlägrigen Personen auch nur schwer möglich. Solche Einrichtungen sind aus meiner Sicht auch der ideale Anwendungsfall für solche Systeme. Genauso kann ich natürlich auch meinem Vermieter erlauben einen Generalschlüssel zu besitzen und sogar zu benutzen (was ich natürlich tunlichst nicht machen würde). Schwierig wird es wenn ein Mieter oder Bewohner dabei nicht mitspielen will, so wie bei uns damals im Wohnheim.
Piel
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