Mehrfachverriegelung - pro und contra

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markus_s
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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von markus_s »

Hallo, das sind ja fast einhellige eher ablehnende Meinungen über eine MFV. Ok, die Automatikschlösser lässt man nun mal ganz außen vor.

Bleiben wir bei den "einfachen" MFV: In der Mitte ein Riegel, oben und unten je ein Haken. Hier kann man also eher mehr Glück haben - sofern sauber eingebaut und gepflegt wird?

Die Alternative "Rohrrahmenschloss allein" fände ich ein bisschen wenig für die heutige Zeit. Und ein Extraschloss (gleichzeitig mit "Besucherriegel") etwas zu aufwändig und unschön in einer modernen Haustür.

**

btw: Welche Rosetten sind gut? Es gibt ja meist Haustüren, bei denen der Zylinder "innen vor" steht und außen nur das runde obere Teil des Zylinders sichtbar ist. Alternativ schaut der Zylinder ganz durch und man nimmt eine Panzerrosette mit Zieschutz. Was ist zu empfehlen?

schlossmeister_com
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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von schlossmeister_com »

Hallo,

ich finde Mehrfachverriegelung auch nicht besonders so gut.
Hate ich letztens eine die schon nach 8 Monaten sein geist aufgegeben hat.....

und die anderen meistens so 3-5 jahre.
Selten das die Länger als 10 Jahre funktionieren.

Grüße

markus_s
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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von markus_s »

schlossmeister_com hat geschrieben:Hallo,ich finde Mehrfachverriegelung auch nicht besonders so gut.
Hate ich letztens eine die schon nach 8 Monaten sein geist aufgegeben hat.....
Tja und ein Rohrrahmenschloss ist demnach besser?

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Retak
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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von Retak »

Ein normales Einsteckschloss kann, zumindest bei einer Holztür, oft relativ leicht herausgebrochen werden, da das Material im Bereich der Schlosstasche und die übliche Stulpbefestigung mit 2 Holzschrauben zu schwach ist. Ist eine Tür einbruchsgefährdet, sollte man, auch bei Kunststofftüren, auf die MFV nicht verzichten. Dass die bei grösserer Schliesshäufigkeit nach einigen Jahren ausgetauscht werden muss, muss man dabei in Kauf nehmen. Wichtig ist exakte Justage der Tür und regelmässige Schmierung. Manche Türhersteller verwenden auch MFV, die ohne Zahnradgetriebe auskommen, hierfür wird aber ein spezieller Zylinder mit 2 Schliessbärten benötigt.
Beim Zylinderschutz ist immer eine stabile Kernabdeckung nötig, da sonst der Kern aus dem Gehäuse gezogen werden kann.

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Christian
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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von Christian »

bei den Franzosen gibt es Leisten die innen auf die Tür montiert werden, die dann von oben bis nach unten innen AUF der Tür sitzen, und das Türblatt nicht schwächen. Bei uns in Deutschland hat sich das dann aus optischen Gründen nicht duchgesetzt. Und der Panzerriegel ist auch nicht gerade "dezent"... Sicher und schön sind oftmals schlecht "unter einen Hut" zu bekommen. Und richtige Sicherheitstüren sind nicht gerade preiswert, so sind die Biffi's nicht schlecht.
Es gibt nur eine legitime Einstellung

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Retak
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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von Retak »

Und richtige Sicherheitstüren sind nicht gerade preiswert, so sind die Biffi's nicht schlecht.
Genau die verwenden auch diese Doppelbartzylinder, wodurch die ganze störanfällige (oder aus gutem Material zu teure) Zahnradmechanik vermieden wird, weshalb die dort verwendeten MFV vermutlich sehr langlebig sind.
Diese auf die Tür geschraubte Verstärkungsschiene ist ein sehr wirksamer Schutz gegen das Aufbrechen, sofern Schliessblech und Bänder fest verankert sind und keine starken Hebelwerkzeuge zur Anwendung kommen, dennoch hat sich das hier nie sonderlich verbreitet, da die Schiene halt die Tür verschandelt.
In Berlin ist mir ein Altbau bekannt, in dem oft eingebrochen wurde, so dass verschiedene Mieter ihre Tür mit einer solchen Schiene verstärkt und innen mit Blech belegt hatten. Es gab dann noch zwei Einbruchsversuche, die fehlschlugen, seit dem war Ruhe....bis der Vermieter wechselte. Der neue verlangte nämlich den Abbau der Schienen, mit dem Ergebnis, dass es nach einigen Monaten wieder einen Einbruch gab. Im Zuge einer umfassenden Sanierung gab es dann aber neue, stabile Wohnungstüren.

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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von markus_s »

Wie wäre denn die Alternative: 1. Rohrrahmenschloss und 2. Zusatz-Kastenschloss mit Sperbügel?

So hat man 2 Zylinder, dennoch zweifach verriegelt. Ggf. Rohrrahmenschloss mit verschließbarer Falle, dann drei feste Riegel?

Oder baut "man" in heutige neueTüren kein Loch, um ein Kastenschloss innen aufzusetzen?

Alternativ gibt's ja fest eingebaute Sperrbügelschlösser, die man von außen über den Hauptzylinder praktischerweise mit entriegeln kann, was meint ihr dazu?

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Christian
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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von Christian »

klar, man kann in die Türe so viele Löcher reinbohren wie man will (vorrausgesetzt es ist die eigene), aber genau aus diesen optischen Gründen will man es eigendlich nicht machen. Und komfortabel ist es auch nicht wenn man an zwei (oder 3) Stellen die Tür aufsperren muss, was bei einer MFV nicht nötig ist.

Natürlich hat ein zusätzliches Schloß den großen Vorteil das man nicht nur eine Verrieglung an einer weiteren Stelle der Türe hat, sondern auch das der "Eindringling" auch zwei Zylinder öffnen müsste, wenn er meint den Zylinder als "Angriffsziel" nemen zu müssen. Und man kann sogar zwei unterschiedliche Zylinder nemen, womit zufällig passende Schlüssel fast unmöglich sind, und auch der pickende Einbrecher hat es mit zwei verschiedenen Techniken zu tun. Auch wenn Einbrecher keine Lockpicker sind, und Lockpicker keine Einbrecher.

Sehr überzeugend find ich die Schwenkriegelschlösser, die machen einen sehr solieden Eindruck und sind in "Schmalramentüren" montierbar, da sie dementsprechende Dornmaße haben
http://www.sicherheitskaufhaus.net/schl ... -1568.html
http://fassadentechnik24.de/product_inf ... 11407.html

Und hier eine "MFV" aus dem Bereich Rauchschutztüren, die hat eine zusätzliche Falle, die nach oben wirkt, man beachte den Preis
http://fassadentechnik24.de/product_inf ... 11407.html
Es gibt nur eine legitime Einstellung

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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von SelfLockmaster »

Der Preis kommt durch die Zulassung für Rauchschutztüren.
Es ist übrigens eines von WSS wenn ich mich nicht irre. Für Schüco gelabelt.
Nachteil ist ein relativ lautes Schliessgeräusch.

Mehrfachverriegelungen mit Drückerbetätigung sind auch keine gute Lösung.
Da sind es dann zuerst die Nüsse die kaputt gehen.

Also, man kann und muss manchmal mit Mehrfachverriegelungen leben.
Wenn man aber auf leichte Betätigung achtet, hat man viele Jahre Ruhe.
Meine Tür z.B. hat eine superleicht zu drehende MFV AS2300 VON KFV.

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Re: Mehrfachverriegelung - pro und contra

Beitrag von hawk28 »

Also bei den 3 und 5 fach von GU sind nach ca 10 Jahren die Griffnüsse abgenutzt.
ANsonsten hatten wir mit den MFV wenig Probleme.

Bei den neuen Haustüren werden so nach und nach die Automatikschlösser einzug halten, die EneV lässt grüßen, hier müssen die Fugen auch im nicht abgeschlossenen Zustand dicht sein.

Hier wird ein E-Öffner den gleich zum Luxusartikel, so ab 300 € Listenpreis.

cu hawk

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