GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Crocheteur, Retak, Mr. Smith

  • Beitrag 2. Aug 2013 01:10

GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

Hiho,

ich dachte ich teile mal meine Erfahrung mit diesem Zylinder. Kurz zum Aufbau: Dieser Zylinder hat 6 Stifte in der Hauptreihe, die Besonderheit liegt jedoch rechts und links von dieser: Dort befunden sich auf Position 2 bis 4 nämlich je 4 "Trap Pins" in kleineren Bohrungen, die den Zylinder beim Drehen ohne passenden Schlüssel blockieren. Wie schon erwartet, war die Hauptreihe überhaupt kein Problem, die Trap Pins hab ich aber beim besten Willen nicht gepickt bekommen. Nach einigen erfolglosen Versuchen mit Gummi kam ich auf die Idee, selbstklebende (weil dick) Alufolie zu nehmen um alle Pins gleichzeitig unten zu halten. Erstmal mehrfach falten, bis man bei ca. 0.6-1mm dicke angekommen ist, dann nen ca. 2 mm breiten Streifen abschneiden und erstmal lose einlegen. Dann mit nem robusten Pick auf die erste Trap Pin Position runterdrücken (in dem Fall Position 2), dabei den Zylinder am besten in die Mittelstellung bringen (damit die kleine Hantel auch nicht blockiert). Danach sollte der Streifen auch nicht mehr rutschen und man kann das selbe mit den anderen tun. Dann immer schön draufdrücken auf den verschiedenen Positionen und immer mal versuchen zu drehen, ging damit ziemlich schnell auf (ca. 5 Minuten nachdem ich sie drin hatte). Resultat:

GTVTrapPins.jpg



Danach konnte ich ihn sogar wieder auf Nullposition drehen. Die Alufolie kam auch wieder raus, allerdings in 4 Stücken :laugh: Ich werd das bei Gelegenheit nächste Woche mal versuchen zu wiederholen.


Edit: Habs grad noch 2x wiederholt, einmal für auf, dann mit neuer Alufolie wieder zu. Klappt einwandfrei. Allerdings dreht der Zylinder nicht viel weiter als 90° und wird dann sehr sehr schwer zu drehen. Ich vermute, irgendwas steckt irgendwo nicht sichtbar fest. Da der Zylinder auf einer Seite gezogen wurde, könnten es Metallspähne sein.. aber natürlich auch irgendwas, was ich reingetan habe, oder (und das wäre fatal), eine Feder der Trap Pins die sich zwischen Kern und Gehäuse aufzieht. Der 2. Kernstift ist extrem kurz, daher könnte ich mir vorstellen, dass die Feder mit rauskam in den Kern... Auseinanderbauen würde wohl gehn, aber zusammensetzen eher nicht mehr^^
decoder
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  • Beitrag 2. Aug 2013 06:22

Re: GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

Ich finde es super auf welche Ideen du immer wieder kommst. Danke und mach weiter so!
ImSchatten360
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  • Beitrag 2. Aug 2013 16:13

Re: GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

gibt es doch schon einen Thread zu dem Manipu Zylinder, der Schwachpunkt ist der das man bei seitlichen Einrasten die Kernstifte "nur" soweit wie möglich runterdrücken muss... was ja mit dem Aluminium gut geht, da ja auch der Schlüsselweg genügend platz bietet.
Es gibt aber von der GTV auch Profile die mehr "Zick Zack" sind, da wird es dann schwieriger... und die ersten Zylinder ( SEM Klaus Noch ) hatten nicht an allen Positionen diese Hantelstifte, sondern Nur ein Kügelchen, weil absicht war das die Feder sich in den Kern schiebt und sich nicht zurückdrücken lässt...
das ist mir so etwas von Latte ...
Christian
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  • Beitrag 2. Aug 2013 17:47

Re: GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

Ich halte von solchen Konstruktionen überhaupt nichts!

Wie soll den der Mensch mit richtigem Schlüssel da hineinkommen, wenn das Eingerichte in Unordnung gebracht wurde?
Bei den Alten (ZH) gab es ja auch schon mal "Entdecker", da war das so gebaut, dass man mit kräftigem Zuschließen, mit dem richtigen Schlüssel, die Teile wieder ordnen konnte.
andreasschmunzel
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  • Beitrag 2. Aug 2013 18:42

Re: GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

Der Sinn dieses Zylinders besteht ja gerade darin, ihn bei einem Manipulationsversuch dauerhaft zu blockieren und so den (versuchten) Einbruch nachzuweisen. Vom Hersteller ist dabei vorgesehen, dass sich die Tür in diesem Zustand nur noch durch Zerstörung des Zylinders öffnen lässt, wenn nicht mit speziellen Tricks (wie hier von decoder) ein Reset gelingt. Solche ähnlichen Zylinder mit Fangstiften gabs auch mal von CES für die Automatenbranche.
Das, was du meinst, ist das Dektorschloss von Chubb, das blockierte sich durch Overlifting und konnte mit dem Gebrauchs- oder einem speziellen Rückstellschlüssel wieder entsperrt werden. Die Entsperrung war aber prinzipiell auch durch Picken (in der Gegenrichtung) durchfürbar, ausserdem konnte man bei vorsichtigem Heben der Zuhaltungen das einrasten des Detektors vermeiden. Der Detektor war, nach meiner Meinung, eher eine Art "Anfängerfalle" bzw. für Leute ein Problem, die mit sogenannten Probierschlüsseln oder Hakensätzen hantierten.
Retak
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  • Beitrag 2. Aug 2013 18:48

Re: GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

Christian hat geschrieben:gibt es doch schon einen Thread zu dem Manipu Zylinder, der Schwachpunkt ist der das man bei seitlichen Einrasten die Kernstifte "nur" soweit wie möglich runterdrücken muss... was ja mit dem Aluminium gut geht, da ja auch der Schlüsselweg genügend platz bietet. Es gibt aber von der GTV auch Profile die mehr "Zick Zack" sind, da wird es dann schwieriger...


Ich hatte den Thread dann wohl nicht gefunden. Eine ähnliche Technik hatte ich ja auch für den Mila Evolution verwendet und der hat ein sehr viel dünneres Profil. Alu hab ich bei dem aber noch nicht versucht.. werd ich aber nachholen.

Christian hat geschrieben: und die ersten Zylinder ( SEM Klaus Noch ) hatten nicht an allen Positionen diese Hantelstifte, sondern Nur ein Kügelchen, weil absicht war das die Feder sich in den Kern schiebt und sich nicht zurückdrücken lässt...


Hm, möglich, dass mir das hier zum Verhängnis wurde :)
decoder
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  • Beitrag 2. Aug 2013 18:52

Re: GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

ImSchatten360 hat geschrieben:Ich finde es super auf welche Ideen du immer wieder kommst. Danke und mach weiter so!



Danke! :) Werd ich tun.
decoder
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  • Beitrag 2. Aug 2013 19:36

Re: GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

@ Retak
Ja, die kenne ich. Es gab aber auch eine Ausführung nach.. (müsste ich suchen).
Der wurde schon ausgelöst wenn man am Riegelangriff etwas spannt, ohne vorher die Zuhaltungen passend angehoben zu haben.
andreasschmunzel
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  • Beitrag 2. Aug 2013 20:09

Re: GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

Was genau ist ein Detektorschloss... klär mich mal einer auf...
mit dem Manipulationsschutzzylinder, das er (normalerweise) nicht mehr zu gebrauchen ist nach einem Einbruchsversuch... finde ich nicht so schlimm, denn nach einem gewaltsamen versuch sichd alle Zylinder kaputt... auch wenn der böse Bub draußen bleibt, wo er ja hingehört, dann ist meist der Zylinder schon "hinüber" ...selbst die hochgelobten Zylinder wie MCS oder Diamant werden zumindest unbrauchbar.
Daher ist in der Justiz häufig üblich Chubb-Schlösser zu benutzen, die alles sind aber nicht unterdimensioniert . Wenn man da mit einem Alulöffel an der gehärteten Schlüsselrosette "popelt" passiert nichts mit dem Schloß.
das ist mir so etwas von Latte ...
Christian
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  • Beitrag 2. Aug 2013 22:31

Re: GTV MPS (Manipulationsschutz) Zylinder Serie 71

@ Christian: Das Detektorschloss war eine Weiterentwicklung des Chubbschlosses Mitte des 19 Jhd., bei dem wurde der Riegel durch eine Zusatzsperre blockiert, die einrastete, wenn mindestens eine Zuhaltung zu hoch gehoben wurde. Die Sperre liess sich mit Hilfe des passenden Schlüssels oder, je nach Ausführung, eines speziellen Rückstellschlüssels, wieder in ihre Grundstellung zurückführen. Sinn dieser Technik war, neben dem Erschweren des Pickens, den Schlüsselinhaber darauf aufmeksam zu machen, dass ein Aufsperr- bzw. Einbruchsversuch erfolgte.
Die von andreasschmunzel erwähnte Variante war der sogenannte Protector von Hobbs, hierbei wurde über einen auf einer gegenüber dem Riegel verschiebbaren Platte befestigten Tourstift eine Sperrung des Riegels ausgelöst, so dass das Schloss beim Versuch, es zu spannen, blockierte und kein Druck auf die Zuhaltungen ausgeübt wurde, was deren Einordnung mit einem Sperrwerkzeug unmöglich machte. Auch diese Technik liess sich allerdings mit entsprechenden Aufwand austricksen. Soweit mir bekannt ist, wurde von Linus Yale eine Methode gefunden, solche Schlösser zu impressionieren, ansonsten geschah die Überwindung oft durch optisches Auslesen und Fertigen eines Nachschlüssels. Das Ganze hat allerdings jetzt nichts mehr mit dem ursprünglichen Thema zu tun....
Impressionieren wäre auch eine Möglichkeit zur Überwindung des manipulationsgeschützten Zylinders. Passende Rohlinge wäre mit der Pink Box herstellbar, wobei ich nicht weiss, ob die zum Impressionieren stabil genug wären.
Retak
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