Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

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Piel
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Piel »

MartinHewitt hat geschrieben:Ein Protector-Eingerichte mit nur einem Schlüssel kann nochmal höhere Kosten nach sich ziehen, entweder weil man sich eine Schlüsselkopie herstellen lassen muss oder weil der eine Schlüssel verloren geht und der Schrank dann geöffnet und ein Ersatzschloss beschafft werden muss. Was die Innenfächer betrifft ist das ganze i.d.R. nicht so kritisch, weil man das auch ohne nennenswerten Sicherheitsverlust unabgesperrt lassen kann. Der Verkäufer macht keine Angaben zu den verfügbaren Schlüsseln. Das sollte man dann unbedingt vor Erwerb mit ihm klären.
Die Innenfächer sind ja i.d.R. mit einfacheren Doppelbart-Schlössern versehen, dort bekommt man meist recht leicht einen passenden Rohling den man bei jedem einigermaßen ordentlichen Schlüsseldienst fräsen lassen kann. So habe ich es z.B. bei meinem Bankschließfach gemacht. Bei den Protectorschlössern sieht die Sache ganz anders aus, da kann ein Ersatzschlüssel leicht den Preis für ein gebrauchtes Schloss mit zwei oder drei Schlüsseln übersteigen.
HansWurst hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass das bei dem stabilem Korpus und der Türsteifigkeit eine Rolle spielt!
Da biegt niemand mehr etwas auf! Und die Bolzen scheren auch nicht einfach so ab. Keine Chance.
Kann man sich einfach sparen.
Ganz so optimistisch wäre ich bei dem verlinkten Schrank nicht.

Der Waldmensch
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Der Waldmensch »

Wie meinst Du das? Ichh habe einen D1 Schrank von BJ 72 mit nur geringfügig dickeren Wandstärken. Wie soll man da einen Hebel ansetzten und die Türe verbiegen, oder die Rundbolzen herausreißen.
Meinst Du echt, das ist machbar?

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mhmh
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von mhmh »

Um die Türe zu verbiegen, könnte man versuchen, etwas an die Tür zu schweissen, um dann einen hydraulischen Wagenheber o.ä. ansetzen zu können.

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HansWurst
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von HansWurst »

mhmh hat geschrieben:Um die Türe zu verbiegen, könnte man versuchen, etwas an die Tür zu schweissen, um dann einen hydraulischen Wagenheber o.ä. ansetzen zu können.
Die Türen haben eine Oberfläche aus wenige millimeter dickem Stahlblech (3 bis 4 mm). Wenn Du da was anschweißt und hydraulisch daran ziehst, dann dehnst Du nur das Blech der Tür, vorausgesetzt das die Schweißnaht hält. Die eigentlich stabile Konstruktion bleibt davon unbeeindruckt.
Sieht dann aus wie vor Jahrzehnten die spitzen BH's. Der Schrank ist aber noch immer zu.
Beste Grüße

Piel
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Piel »

Der Waldmensch hat geschrieben:Wie meinst Du das? Ichh habe einen D1 Schrank von BJ 72 mit nur geringfügig dickeren Wandstärken. Wie soll man da einen Hebel ansetzten und die Türe verbiegen, oder die Rundbolzen herausreißen.
Meinst Du echt, das ist machbar?
Bei dem verlinkten Leicher? Ja, das glaube ich. Ich bin kein Freund dieser Türkonstruktion, sie lässt zu viel Spiel zu. Es gibt alte Schränke bei denen die Tür und die Riegel so genau eingefasst sind dass zwischen Tür und Korpus kaum Luft ist. Da hat man keinen vernünftigen Punkt um Werkzeug anzusetzen. Es wird ja oft gefragt warum Einbrecher die Scharniere entfernen obwohl die Tür ja durch die Riegel gesichert wird. Die Antwort ist simpel, ohne die Scharniere lässt sich das vorhandene Spiel der Tür ausnutzen um einen Spalt für das Werkzeug zu schaffen. Mit umseitig verlaufenden Riegeln die ordentlich im Korpus eingefasst sind (mit entsprechend ausgeführten Löchern statt einer einfachen Kante) ist sowas nicht so leicht möglich.

fripa10
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von fripa10 »

Ich muß gestehen, daß ich keine Einbrecher und erst recht nicht deren Beweggründe kenne, jedoch halte ich die Konklusion für etwas gewagt, daß sie die Bänder abschneiden, um der Tür mehr Luft zu verschaffen. Wie etliche andere "Arbeitsschritte" von Einbrechern, die aus fachlicher Sicht sinnlos sind, kann das Abtrennen auch der irrigen Vermutung geschuldet sein, die Tresortür dann bandseitig herausnehmen zu können.

Bei einer vorn auf den Tresor aufschlagenden Tür läßt sich durch eine ggf. erreichte leichte seitliche Verschiebbarkeit der Tür kein erweitertes Fugenmaß herstellen, das ist völlig sinnlos. Und bei einem Tresor mit im Tresorrahmen eingelassener Tür bringt das genauso wenig, wenn es sich um einen Tresor mit anständiger Verarbeitung und schmalen Spaltmaßen handelt. Das bekommen z. B. FORMAT oder Burg Wächter sogar schon bei ihren VdS-Klasse I-Schränken hin.

MartinHewitt

Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von MartinHewitt »

Also wenn ein Einbrecher den Tresor nicht gleich einpackt und mit nimmt schlägt er wohl erst Griff und Zahlenknopf ab und trennt dann noch die Bänder ab. Ich halte es aber für ausgeschlossen, dass die Vorgehensweise auf zielgerichteten Überlegungen basiert.

Piel
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Piel »

fripa10 hat geschrieben:Ich muß gestehen, daß ich keine Einbrecher und erst recht nicht deren Beweggründe kenne, jedoch halte ich die Konklusion für etwas gewagt, daß sie die Bänder abschneiden, um der Tür mehr Luft zu verschaffen. Wie etliche andere "Arbeitsschritte" von Einbrechern, die aus fachlicher Sicht sinnlos sind, kann das Abtrennen auch der irrigen Vermutung geschuldet sein, die Tresortür dann bandseitig herausnehmen zu können.

Bei einer vorn auf den Tresor aufschlagenden Tür läßt sich durch eine ggf. erreichte leichte seitliche Verschiebbarkeit der Tür kein erweitertes Fugenmaß herstellen, das ist völlig sinnlos. Und bei einem Tresor mit im Tresorrahmen eingelassener Tür bringt das genauso wenig, wenn es sich um einen Tresor mit anständiger Verarbeitung und schmalen Spaltmaßen handelt. Das bekommen z. B. FORMAT oder Burg Wächter sogar schon bei ihren VdS-Klasse I-Schränken hin.
Schmale Spaltmaße sind leider schon lange Vergangenheit. Die Bänder lassen sich sehr schnell abtrennen, anschließend hat man je nach Modell zwischen 4mm und 10mm Raum um sein Werkzeug anzusetzen. Da muss man nicht viel nachhelfen um z.B. einen Spreizer anzusetzen. Die Hartmetallelemente im Korpus bieten leider wenig Widerstand gegen ein Verbiegen. Eine umlaufende Verriegelung mit entsprechender Aufnahme und geringen Spaltmaßen kann diese Angriffe deutlich erschweren. Ich beziehe mich halt ausschließlich auf den verlinkten Schrank ohne umlaufende Verriegelung. Hydraulische Spreizer gibt es mittlerweile leider für wenig Geld zu kaufen, selbst hochwertigere Modelle mit Akku gibt es schon für einen kleinen vierstelligen Betrag.

Der Waldmensch
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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von Der Waldmensch »

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich bei dem Leichner
aus dem Link, das aufgesetzte Türblatt in geschlossenen Zustand 4-10mm
vom Korpus abheben lässt.

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Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Beitrag von mhmh »

HansWurst hat geschrieben:Wenn Du da was anschweißt und hydraulisch daran ziehst, dann dehnst Du nur das Blech der Tür, vorausgesetzt das die Schweißnaht hält.
Es muss ja nicht funktionieren, aber wie man es macht, so dass die Schweißnähte halten, kann man z.B. hier sehen: https://www.youtube.com/watch?v=9MCHCG3Ezo4 (mit Adi, Gott hab ihn selig, und Lars)

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