Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Retak, Mr. Smith, Crocheteur

  • Beitrag 7. Nov 2018 12:56

Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Mister Q hat geschrieben:Frag mal bei Ralf Fritz nach, bei den Gewichten lächeln die nur müde. :wngn:
http://www.tresorprofis.de/


Ich bin mal gespannt....gerade eine Mail bekommen, das man nicht weis, ob der Transport durchgeführt werden kann....ich soll wohl tresorlos bleiben....seufz.....es bleibt spannend...
Mathesar
Frischfleisch
Frischfleisch
 

  • Beitrag 9. Nov 2018 21:40

Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Ich habe jetzt auch einmal etwas in diesem Thread herumgelesen, da ich mir auch gerne einen Tresor anschaffen würde. Hier dreht es sich ja meist um sehr schwere Tresore, ich suche aber etwas unter 500€, denn teuren Schmuck oder größere Mengen Bargeld habe ich sowieso nicht im Haus. Mir ginge es primär darum meine Backup-Festplatten sicher zu verwahren und ggf. noch ein paar Papier-Dokumente. Es soll ja manche Einbrecher gerade im Bereich der Beschaffungskriminalität geben, die im Gegensatz zu den Profi-Banden nicht nur auf Bargeld aus sind, sondern auch Elektronik stehlen um diese dann zu verhökern.

Leider findet man relativ wenige unabhängige Tests von Tresoren, abseits von Leuten zeigen, dass die 30€-Baumarkt-Kisten nichts taugen. (Bei Aldi-Süd gibt es ab nächsten Montag übrigens auch einen Tresor für 29,99€, da hatte ich sogar überlegt einen zu holen um schon einmal einen Ablenkungstresor zu haben. löl)
Es gab letztes Jahr einen Test von Möbeltresoren bei Stiftung-Warentest, bei dem der Burg Wächter Combi Line CL 20 gewonnen hat. Allerdings haben die natürlich auch nicht alle möglichen Modelle getestet sondern nur 10 Stück, wobei die besten der Sicherhietsstufe S2 zuzuordnen waren. Mich würde jetzt der Vergleich zu den teilweise nicht viel teureren Tresore der Sicherheitsstufe 0 interessieren. Ich kann das nur von den Bildern aus den Online-Shops beurteilen, aber teilweise sehen die Türen und Riegel von S2-Tresoren doch etwas dünn aus (hatte z.B. den Müller-Safe PT 3 angeschaut).
Der Tresor sollte eben für Einbrecher die nicht damit gerechnet haben auf einen Tresor zu stoßen mit herumliegendem Werkzeug (die Trennscheiben der Flex würde ich dann im Tresor einschließen, da der sowieso in den Keller kommt) nicht so schnell zu öffnen sein, dass sie zunächst einmal davon ablassen.
Vom Gewicht her würde ich so auf den Bereich abzielen, indem ein einzelner Täter sich schwer tut die Kiste ohne Hilfe mal eben wegzutragen, selbst wenn die Verankerung gebrochen werden kann, man den Tresor aber selber mit einer Sackkarre noch transportieren kann (also knapp um die 100kg). Kann da jemand etwas empfehlen? Oder sollte man doch besser schauen, ob man etwas schwereres gebraucht bekommt?

Ich würde den Tresor in eine Ecke im Keller bauen, da könnte er also zumindest an zwei Seiten verankert werden. Da die günstigen Feuerschutztresore wohl meist nicht sehr sicher sind dachte ich daran, einen Tresor mit leichtem Feuerschutz (steht bei so gut wie allen dabei) in die Ecke zu stellen und dann oben und an der freilegenden Seite noch ein paar Ytong drum zu mauern, damit er thermisch ganz gut abgeschirmt wäre, falls doch einmal etwas brennt.
s3bi
Neuling
Neuling
 

  • Beitrag 9. Nov 2018 22:36

Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

Wenn Du mauern kannst, warum dann nicht gleich einen Einmauerschrank?
"Denn die Verneinung der Ortsüblichkeit setzt zwingend voraus, daß es eine ortsübliche Einfriedung gibt. Läßt sich eine solche nicht feststellen, kann es keine Einfriedung geben, die nicht ortsüblich ist." BGH, Urteil vom 17. Januar 2014, V ZR 292/12
fripa10
Verleger
Unverzichtbar, Unkündbar und Unverwundbar
Benutzeravatar
 

  • Beitrag 9. Nov 2018 23:24

Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

fripa10 hat geschrieben:Wenn Du mauern kannst, warum dann nicht gleich einen Einmauerschrank?

Einmauern war vielleicht das falsche Wort, ich hätte ein L aus Ytong-Blöcken gemacht und das auf den Tresor gelegt um bis auf die Türseite einen zusätzlichen Brandschutz durch Wände/die Ytong-Steine zu haben, wenn der Tresor nur "leichten Feuerschutz" bietet.
s3bi
Neuling
Neuling
 

  • Beitrag 9. Nov 2018 23:39

Re: Tresor Kauf Empfehlung -- Hersteller Modelle Eigenschaften ?

So mal als kleine Orientierungshilfe:

Zur Kriminalität ... Der Standard-Einbrecher nach DIN 52952 ist mit einem langen Schraubendreher ausgerüstet mit dem er Türen, Fenster und kleine Tresore aufhebeln kann. Wir hatten mal einen im Büro. Der hat sich nur für die 50 Euro in der Kasse interessiert. IT und Feuerschutztresor hat er völlig ignoriert. Der Feuerschutztresor hatte zwar kaum Einbruchswiderstand, war aber auch kein windiger Plastik-Sentry. Ich halte es für ausgeschlossen, dass sich irgendein Einbrecher für Festplatten und für Papiere interessiert, wenn da keine bunten Brücken drauf sind.

Brände sind heute viel seltene als vor 100 Jahren, wo noch viel mit Feuer hantiert wurde. Damit ist auch der Brandschutz eines Tresors nicht mehr so wichtig, aber vielleicht trotzdem vielleicht noch wichtig genug. Da gibt es diverse Brandschutzklassen. Das geht von 30 (Minuten) bis 120 (Minuten) und von P (apier) über D (aten) bis DIS (kette). Also wie lang überlebt das Medium im Testofen. Dabei sinken die maximal zulässigen Temperaturen P -> D -> DIS. Wegen der Festplatte wäre die für Dich richtige Kategorie D, z.B. 60D, oder auch DIS. 30P bekommt quasi alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. 120DIS sind dagegen echt dicke Schränke und auch nicht günstig. Es gibt so Bewerbungen wie "Brandschutz durch Feuerfalz". Da überlappt dann irgendwo an der Türe das dünne Blech. Davon würde ich keinen Brandschutz erwarten.

Wenn man die modernen Einbruchzertifizierungen eines Testlabors vergleicht, dann würde ich S1:S2:0:1 von der Sicherheit etwa schätzen wie 1:2:4:6. Zwischen Testlaboren gibt es auch noch signifikante Unterschiede, so dass S2 nicht S2 ist. Ich denke, dass Du mit einem ordentlichen Grad 0 oder 1 gegen den Schraubendrehertäter sicher bist, wenn der Tresor ordentlich verarbeitet ist. Wichtig ist hier ein geringer Türspalt und ordentlich geführte und befestigte Bolzen. Ich hab mal zwei Beispiele von einem IMP S2 und einem VdS S1 angehängt (selber Hersteller). Das Federplättchen wirkt bei beiden nicht überzeugend, aber beim S1 ist der Bolzen wenigsten zweifach geführt und verkippt dann nicht so schnell. Also lieber etwas VdS- oder ECB-S-zertifiziertes, auch wenn sich der VdS schon ganz schön aufspielt und mit diese doch eher gruseligen Euronormen verbrochen hat.

Ältere Tresore sind besser verarbeitet. Ich habe am Sonntag einen etwa 20 Jahre alten unzertifizierten B-Tresor geöffnet. B-Tresore sind heute popelige Blechkisten, die nicht mal an das S1-Niveau heranreichen. Dieser B-Schrank konnte sich mMn durchaus mit Grad 0 messen. Der Schraubenziehertäter wäre da sicher nicht reingekommen. Ich habe aber keine Ahnung wie früher der Brandschutz war.

Was Du auf jeden Fall machen solltest ist den Tresor gut in einer soliden Wand zu verankern. Es ist nicht gut, wenn ein Einbrecher einen Tresor im Haus herum wirft oder mitnimmt und dann irgendwo im Wald feststellt, dass der Inhalt nichts wert ist.

Alles mit unzertifizierten Schlössern würde ich meiden, ebenso alle Burg-Wächter mit Elektronikschlössern.
Dateianhänge
Bolzen_S2.jpg
IMP S2
Bolzen_S1.jpg
VdS S1
Tresoröffnung von privat in Franken.
MartinHewitt
Poster Gott
Poster Gott
Benutzeravatar
 

Vorherige

Zurück zu Lockpicking - die hohe Kunst des Schlossöffnens