Aufbau Tresorwände / Türen

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Crocheteur, Retak, Mr. Smith

  • Beitrag 29. Jan 2016 09:57

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

Warum hat man die Tresorwandungen (aus gutem Grund) so dick gebaut? Das lag zum Einen am gewünschten Schutz vor Penetration, entsprechend wurden die Wandstärken so gestaltet, daß die maximale Einschnitt-Tiefe einer Flex nicht ausreicht, um die innere Wandung mit zu zerschneiden. Zum Anderen sollte der Tresorinhalt auch einen gewissen Schutz vor thermischen Belastungen erhalten, Stichwort leichtere Brände. Denn es wäre absurd wichtige Dokumente oder Bargeld zwar bestmöglich vor Dieben zu schützen, es aber gleichwohl bei einem nicht minder denkbaren Büro- oder Wohnungsbrand zu verlieren. Die Wandung / der Tresor muß daher beides leisten, zumindest in gewissem Maße. Von daher braucht man über eine 50 mm Wandung nicht nachzudenken, selbst wenn ihr Pentrationsschutz sehr gut wäre, würde sie gegen thermische Belastungen des Inhalts nicht hinreichend schützen. Das gilt um so mehr, als hier weit überwiegend metallurgische Werkstoffe in Rede stehen. Eine interessante Frage wäre auch, wie sich ein solcher Wandaufbau verhalten wird, falls ein solcher Tresor in einem brennenden Raum stünde und so insgesamt stark erhitzt wird, ich denke da an die Al-Zwischenlage.
"Denn die Verneinung der Ortsüblichkeit setzt zwingend voraus, daß es eine ortsübliche Einfriedung gibt. Läßt sich eine solche nicht feststellen, kann es keine Einfriedung geben, die nicht ortsüblich ist." BGH, Urteil vom 17. Januar 2014, V ZR 292/12
fripa10
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  • Beitrag 29. Jan 2016 10:52

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

Wieso ummantelt man tresore nicht mit einer leichten Glasswolle Kunsstoffhülle mit ausreichender Dicke. Dann wäre der Brandschutz gegeben.
carl johnson
Herzog
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  • Beitrag 29. Jan 2016 11:17

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

Wer möchte denn mehr oder minder mit der Raumluft verbundene Glasfasern im Zimmer? Und wie schaut das aus? Glaswolle ist zwar schwer entflammbar, aber nicht brandstabil, erst recht dann nicht, wenn eine Kunststoffhülle diesen "Mantel" umhüllt. Das schmilzt einem weg und mit dem Schutz ist es Essig. Da habe ich den Platzbedarf solcher "Steppbett-Lösung" doch lieber in Form eines soliden Betonmantels. :)
"Denn die Verneinung der Ortsüblichkeit setzt zwingend voraus, daß es eine ortsübliche Einfriedung gibt. Läßt sich eine solche nicht feststellen, kann es keine Einfriedung geben, die nicht ortsüblich ist." BGH, Urteil vom 17. Januar 2014, V ZR 292/12
fripa10
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  • Beitrag 29. Jan 2016 12:23

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

Brandschutz, also Feuerschutzklasse wird mit u.a. mit Promatplatten oder ähnliche Platten realisiert. Kalziumsilikat usw... kosten richtig viel Geld diese Platten. Glasfaser ist eher nicht geeignet wenn schon dann Steinwolle schwarz mit Drahtgeflecht 100 mm. Doppellagig - Nahtversetzt montiert. Die nimmt man bei Kaminisolierung oder auch bei Brandschutz im Schiffsbau. :wngn:
Z_CON
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  • Beitrag 29. Jan 2016 18:47

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

Den Brandschutz durch die Tresorbauart kann man einen Luftisolationsraum verwirklichen in dem möglichst keine Zirkulation durch Thermik stattfindet und auch die Wärmeleitung gering ist. Z.B. 50mm Abstand zwischen zwei Stahlwänden gefüllt mit Blähton - also so etwas wie die Tonkügelchen der Hydrokultur.
Tresorkäufer
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  • Beitrag 29. Jan 2016 18:50

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

Den Brandschutz durch die Tresorbauart kann man einen Luftisolationsraum verwirklichen in dem möglichst keine Zirkulation durch Thermik stattfindet und auch die Wärmeleitung gering ist. Z.B. 50mm Abstand zwischen zwei Stahlwänden gefüllt mit Blähton - also so etwas wie die Tonkügelchen der Hydrokultur.
Tresorkäufer
Philosoph
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  • Beitrag 29. Jan 2016 19:10

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

Damit wären wir dann wieder bei der Wandstärke der altbewährten Panzergeldschränke in D10 und höher. Da nehme ich doch diese Wandstärke lieber mit Beton, dann ist das Schränkchen schlechter abzutransportieren. :)
"Denn die Verneinung der Ortsüblichkeit setzt zwingend voraus, daß es eine ortsübliche Einfriedung gibt. Läßt sich eine solche nicht feststellen, kann es keine Einfriedung geben, die nicht ortsüblich ist." BGH, Urteil vom 17. Januar 2014, V ZR 292/12
fripa10
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  • Beitrag 30. Jan 2016 10:22

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

Nichts gegen 90MnV8, aber dem richtigen Bohrer setzt das Material nicht so viel Widerstand entgegen wie erwartet.
Eine schrägstehene Hardoxplatte in einem Aluminiumrohr, gefüllt mit SiC und Hartmetallschrott war unserer Erfahrung nach besser, wir haben keine Möglichkeit gefunden da durchzukommen.
Allerdings ist keiner von uns vom Fach.
Wenn ich allerdings sehe wie schnell wir Testssafes schon zum Spass geöffnet haben frage ich mich warum es nicht mehr Safeknacker gibt. :)
safe_benutzer
Mitglied
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  • Beitrag 30. Jan 2016 11:27

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

safe_benutzer hat geschrieben:Wenn ich allerdings sehe wie schnell wir Testssafes schon zum Spass geöffnet haben frage ich mich warum es nicht mehr Safeknacker gibt. :)

Weil es erstens verboten ist und zweitens die Menschen immer bequemer werden. :D
"Denn die Verneinung der Ortsüblichkeit setzt zwingend voraus, daß es eine ortsübliche Einfriedung gibt. Läßt sich eine solche nicht feststellen, kann es keine Einfriedung geben, die nicht ortsüblich ist." BGH, Urteil vom 17. Januar 2014, V ZR 292/12
fripa10
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  • Beitrag 30. Jan 2016 12:22

Re: Aufbau Tresorwände / Türen

Kann mann Hardox als"Bandstahl" in sich verdrehen und dann in das Alurohr einsetzen? Dann muss man beim Einbetonieren sich keine Gedanken über die Einbaulage machen. Dazu dann den Beton als Stahlfaserbeton mit Hartmetall"schrott" als Zuschlagsstoffen. Das wäre demnach eine gute Schicht in der Wand...
Tresorkäufer
Philosoph
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