Kaba Elektronikschloss

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Retak, Mr. Smith, Crocheteur

  • Beitrag 10. Jun 2017 20:36

Kaba Elektronikschloss

Hallo zusammen :)
habe auch gleich mal die erste Frage an die Experten hier im Forum :D

Ich habe hier im Forum vor kurzem einen Beitrag über die Kaufberatung für eine Tresor gelesen. Darin ging es unter anderem um das Elektronikschloss Kaba Mauer Code Combi B30 und die bereits bekannte Sicherheitslücke bei der das Schloss mit einem speziellen Werkzeug beschädigungsfrei geöffnet werden konnte. Da ich mir in den nächsten Tagen ebenfalls einen neuen Wertschutzschrank mit diesem Elektronikschloss besetellen möchte, wollte ich hier noch einmal bei den Experten im Forum nachfragen wie es mittlerweile mit der Sicherheit dieses Schlosses aussieht.

Kaufen möchte ich eine Wertschutzschrank mit der Sicherheitsstufe VDS-3 da meiner Meinung nach alles darunter nur Blechbüchsen sind. Aber der beste Safe nützt mir nichts wenn das Schloss in Sekunden oder Minuten geknackt werden kann.

Gibt es mittlerweile neue Erkenntnisse zum besagten Schloss und wurde bereits vom Hersteller nachgebessert ?
Und gibts es von Leuten hier im Forum Erfahrungen mit diesem Schloss und evtl. auch ein paar detaillierte Bilder ?

Gruß Benny
Benny_9012
Neuling
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  • Beitrag 10. Jun 2017 21:34

Re: Kaba Elektronikschloss

Die eine Lücke wurde geschlossen. ;)
Einfach mal lesen: https://www.koksa.org/viewtopic.php?f=4 ... r&start=20
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  • Beitrag 11. Jun 2017 09:50

Re: Kaba Elektronikschloss

Das unsichere Code Combi B ist hier: http://wiki.koksa.org/Kaba_Mauer_Combi_B

Ich würder hier gerne eine kleine Schlossdiskussion aufmachen, da sich gerade die Gelegenheit bietet.

Erstmal zur EN 1300. Dort gibt es die Klasse A bis D, was etwa der VdS-Schlossklasse 1 bis 4 entspricht. Netterweise ist im EN 1300 der Manipulationswiderstand praktisch direkt in Minuten ausgedrückt. M = t + B. M ist der Manipulationswiderstand in "Resitance Units" (RU), B ist ein Werkzeugparameter und t ist die Manipulationszeit in Minuten. Für B gibt es zwei Kategorien. 0 RU gibt es für Werkzeug aus dem Baumarkt (Hammer, Feile, Pinzette, Lupe, Multimeter, Batterie, ...), 15 RU gibt es für alles etwas speziellere, z.B. Oszilloskop, Pickset, Verstärker, Schlüsselrohling. Da ich nicht wüßte, wie man mit Hammer & Co. ein Schlüsselschloss zerstörungsfrei aufmanipulieren sollte, gehe ich grundsätzlich mal von 15 RU aus. Wenn ich nun das M = t + 15 nach t auflöse t = M - 15 kann ich mir aus den Vorgaben der EN 1300 direkt ausrechnen wie lange ein Schloss einer Manipulation standhalten muss. Man erhält dann: A: 15 Minuten, B: 45 Minuten, C: 85 Minuten, D: 605 Minuten. Nur bei C und D muss das Schloss wirklich manipulativ getestet werden. Bei A und B muss bzw. kann der Manipulationstest bei der Prüfung entfallen, wenn die Konstruktionsvorschriften für Schlüsselschlösser und Zahlenkombinationsschlösser aus Anhang B eingehalten werden. Die Manipulationszeiten gelten für alle Tresorschlösserarten, also Schlüssel, mechanische Kombination und elektronisch. Ein Zahlenkombinationsschloss, das in den USA in der untersten Kategorie landet (UL Group 2) kann in Europa als Klasse B für Tresore bis Grad V eingestuft werden, weil die Manipulationszeit des Prüffachmanns zwischen 45 und 120 Minuten liegt, z.B. das S&G 6642. Die Schlossklassen A bis C gibt es mit allen Schlossarten, Klasse D gibt es aber nur rein elektronisch. Auch der gute alte Kromer Protector war nur Klasse C. Warum Klasse D nicht anders verfügbar ist, weiß ich nicht. Der Standard ist so geschrieben, dass auch ein mechanisches Schloss die Kriterien erfüllen kann, z.B. sind Schlüsselschlösser von den "Max. 10 Versuche pro Stunde" ausgenommen. Gründe, dass es trotzdem keine gibt könnten technische sein, z.B. die Manipulationszeit von 605 Minuten ist nicht erreichbar, oder die Prüfkosten für Klasse D sind zu hoch.

Meine persönliche Schlussfolgerung ist, lieber eine Klasse höher zu nehmen. Speziell bei A kann man sicherheitstechnisch richtig ins Klo greifen. Die preislichen Unterschiede der Schlossklassen sind verglichen mit den Kosten des Tresores meist nicht relevant. Richtige Preissprünge gibt es dann von C nach D.
MartinHewitt
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  • Beitrag 11. Jun 2017 10:42

Re: Kaba Elektronikschloss

Das ist schon mal gut zu hören das wenigstens die Sicherheitslücke vom Hersteller beseitigt wurde aber so begeistert seit ihr ja nicht zu sein von diesem Schloss oder sehe ich das falsch ?

Den Wertschutzschrank den ich kaufen möchte ist der Format Rubin Pro 5 (VDS Klasse 3), dort gibt es mehrere verschiedene Schlossvarianten zur Auswahl aber alle Schlösser entsprechen der Schlossklasse VDS-2 also in etwa B.
Würdet ihr mir nun generell von diesem Schloss abraten oder sieht es nach den Nachbesserungen des Herstellers wieder ganz anders aus :?

Wollte ja eigentlich zuerst einen Panzergeldschrank nach VDS Klasse 4 kaufen aber da bekomme ich langsam Probleme mit der Deckentraglast :rolleyes:

Gruß Benny
Benny_9012
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  • Beitrag 11. Jun 2017 11:18

Re: Kaba Elektronikschloss

Also wir haben im Büro ein Code Combi B und ein paar Combi B 30 in VdS I-Schränken. Bei mehreren Leuten sind mehrere Code-Möglichkeiten sehr praktisch und sie erfüllen meine Sicherheitserwartungen, d.h. sie halten länger als 15 Minuten. Bei einem VdS III würde ich es vielleicht gerade noch so nehmen, darüber würde ich vermutlich ein redundantes Elektronikschloss Klasse C nehmen.
MartinHewitt
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  • Beitrag 11. Jun 2017 18:43

Re: Kaba Elektronikschloss

Jetzt wäre für mich noch hochinteressant wie die Notverriegelung der Serie Rubin aufegabut ist. weiss das zufällig jemand von hier ? Also mit Stahlseil oder mit Glasplatte ?
Die Hersteller machen leider sehr sehr wenige Angaben zu ihren Produkten :rolleyes:

Gruß Benny
Benny_9012
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  • Beitrag 11. Jun 2017 19:53

Re: Kaba Elektronikschloss

Zur Glasplatte braucht es auch immer ein Stahlseil um die Glasplatte mit der Notverriegelung zu verbinden.
MartinHewitt
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  • Beitrag 15. Mai 2018 16:35

Re: Kaba Elektronikschloss

Hallo zusammen,

Ich habe dieses Thema nach langer Zeit noch einmal ausgegraben da zum einen kein neues Thema eröffnen wollte und zum anderen habe ich noch ein Paar Fragen an die Experten hier im Forum.
In letzter Zeit hatte ich leider sehr viel zu tun und musste meinen geplanten Tresorkauf noch einmal aufschieben.
Ich habe mich aber in der Zischenzeit sehr viel informiert.
Doch einige Fragen konnte ich auch trotz Wochenlanger intensiver Recherche im Internet nicht klären.

Alle Hersteller und Händler geben die Sicherheit der Wertschutzschränke immer nur in der höhe der Versicherungssumme an , doch dies reicht mir einfach nicht als Angabe für die Sicherheit eines Wertbehältnisses.
Es geht mir nicht nur um Materielle Werte sonder auch um Ideelle Werte die mir keine Versicherung der Welt ersetzen kann.
Deshalb versuche ich noch einmal genauere Informationen über den Einbruchschutz zu erhalten.
Welchen Widerstandsgrad würdet ihr mir mindestens empfehlen wenn ich großen Wert auf Aufbruchsicherheit lege und die Versicherungssummen vorerst keine Rolle spielen ?

Gruß Benny
Benny_9012
Neuling
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  • Beitrag 15. Mai 2018 19:56

Re: Kaba Elektronikschloss

Die allgemeine Meinung hier ist, dass richtiger Einbruchschutz bei Grad 3 losgeht. Als Laie kann man es nicht fassen was für einen Einbruchsschutz ein Tresor wirklich hat. Abgesehen von der Versicherungssumme bekommt man keine verwertbaren Informationen. Die Werkzeugtabellen in den Standards sind ohne Fachwissen nicht auf praktische Sicherheit umwandelbar. Womöglich gelingt das nicht mal einem Fachmann. Dazu hängt es auch noch vom Zertifizierer, von der Aufstellung und den Einbrechern ab, wie sich der Tresor im Schlafzimmer schlägt.
MartinHewitt
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  • Beitrag 15. Mai 2018 20:12

Re: Kaba Elektronikschloss

Worüber man sich auch noch Gedanken machen sollte: Wie groß und wie schwer geht überhaupt? Die Antworten darauf kann manche Tresorträume zum Platzen bringen.
MartinHewitt
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