Stifte polieren und Pickspuren beseitigen geht das so?

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Moderatoren: Retak, Mr. Smith, Crocheteur

  • Beitrag 7. Dez 2017 09:47

Stifte polieren und Pickspuren beseitigen geht das so?

Die Idee war, aus einem gepickten Zylinder die Stifte zu nehmen und woanders wieder ein zu bauen.

Dafür müssten dann aber die Spuren weg.

Ich dachte jetzt, die in einem Akkubohrer einzuspannen und dann die Spitze in so Schleifvlies zu drücken, so dass sich die Kratzer raus polieren.

Meine Sorge ist nur, dass ich dadurch evtl. zu viel Material wegnehme und er dann hakt.

Ginge das mit so Poliervlies von 3M oder anderen?

Oder hat jemand da noch bessere Ideen?
Ich bin weg. Ich bin mich suchen gegangen. Wenn ich wieder da bin, bevor ich zurück sein sollte, sagt mir, das ich auf mich warten soll.
Marinopick
Selbstumstifter
Herzog
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  • Beitrag 7. Dez 2017 10:08

Re: Stifte polieren und Pickspuren beseitigen geht das so?

Wozu der Aufwand? Benutze den Zylinder einfach ein paar Wochen mit dem dazugehörigen Schlüssel und die Sache ist gegessen. Etwaig vorhandene "Spuren" werden durch den normalen Schlüssel relativ schnell überschrieben.
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fripa10
Verleger
Unfassbar
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  • Beitrag 7. Dez 2017 11:11

Re: Stifte polieren und Pickspuren beseitigen geht das so?

Marinopick hat geschrieben:Die Idee war, aus einem gepickten Zylinder die Stifte zu nehmen und woanders wieder ein zu bauen.

Dafür müssten dann aber die Spuren weg.
Ich dachte jetzt, die in einem Akkubohrer einzuspannen


Uh, das Einspannen in einen Akkubohrer scheint mir nicht die beste Methode, eine polierte Oberfläche auf Messing zu erzielen ;) .
Du meinst sicher die eine Kuppe am Ende. Schrammen vom Bohrfutter halte ich aber für unvermeidlich und kontraproduktiv.
Wenn ich meine Stifte aufhübschen wollte, würde ich sie eher auf die konventionelle Weise mit "Dremel", Filzscheibe und Paste polieren, anstatt einen Akkuschrauber zur Drehbank umzudeklarieren.
(Ausprobiert) Loch 3mm in Holz, Stift ein- oder durchstecken, hier (weil ich nur einen 3,1mm Bohrer hatte und der Stift frei durch das Loch fiel - 2,9mm war zu knapp) die Höhe des Stiftes, die herausguckt, mit einer Holzschraube einzuregulieren.

DSCN6118.JPG



Wenn schon Bohrfutter: Ich bin mit meinem Dremel-Nachbau von Ferm selig, seit ich ihm einem Mini-Bohrfutter ähnlich https://www.amazon.de/LESOLEIL-0-4-3-4m ... bohrfutter statt der primitiven Klemmung verpasst hatte, siehe Bild. Ich musste nur das Gehäuse etwas kürzen. Nimmt 0,4 bis 3,4 mm auf.

DSCN6115.JPG



Die Schützen schmeissen ihre Patronen zum Polieren vor dem Wiederbefüllen ein paar Tage in einen "Tumbler", zusammen mit einer Handvoll Granulat. Gibts zu kaufen, z.B. https://www.amazon.de/H%C3%BClsen-Reini ... RDSQ0VA2BH oder https://www.ebay.de/itm/3Kg-Rotary-Tumb ... 0009.m1982. Es gibt aber auch Bauanleitungen von einem gewissen Mc. Gyver, deren Materialliste u.a. eine Konservendose, einen Scheibenwischermotor und als Auflager ein Paar umgedrehte feststehende Möbelrollen beinhaltet.
Zuletzt geändert von wwfrickler am 7. Dez 2017 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
wwfrickler
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  • Beitrag 7. Dez 2017 12:23

Re: Stifte polieren und Pickspuren beseitigen geht das so?

boianka
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  • Beitrag 7. Dez 2017 20:19

Re: Stifte polieren und Pickspuren beseitigen geht das so?

wwfrickler hat geschrieben:Die Schützen schmeissen ihre Patronen zum Polieren vor dem Wiederbefüllen ein paar Tage in einen "Tumbler", zusammen mit einer Handvoll Granulat.


Das Verfahren nennt sich "Trowalieren" und ich mache das mit einer normalen Konservendose im Futter der Drehmaschine. Als Schleifmittel gibt es pyramidenförmig geformte Schleifsteine in verschiedenen Härten und Größen. Im industriellen Einsatz vor allem zum Entgraten von Gußteilen etc. verwendet.

Daß zuviel Material abgetragen wird glaube ich nicht und die Toleranzen bei den Zylindern sind i.d.R. reichlich bemessen. Allerdings war ich neulich erstaunt, wieviel von einem (Messing) Schlüssel durch häufige Betätigung einfach so abgetragen wird. Ist vor allem an der Schlüsselspitze wo die Stifte erstmals auflaufen nach wenigen hundert Zyklen bereits deutlich sichtbar.

Ob die Neusilber Qualitäten hier deutlich besser sind weis ich nicht und leider kriegt man auch nicht alle Rohlinge in Neusilber Qualitäten.
Janvi
Eroberer
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  • Beitrag 7. Dez 2017 20:31

Re: Stifte polieren und Pickspuren beseitigen geht das so?

Janvi hat geschrieben:Das Verfahren nennt sich "Trowalieren" und ich mache das mit einer normalen Konservendose im Futter der Drehmaschine.

Danke! Wie lange eigentlich? Ich weiß, daß bei zu polierenden Schmucksteinen Wochen herauskommen. Mangels jeder eigenen Erfahrung habe ich aber kein Gefühl dafür, wie lange etwa Messing-Kleinteile brauchen würden und welches Granulat oder welche Schleifsteine man dafür verwendet. Was ich noch weiß, ist, daß die Anbieter solcher Maschinen den Zeitbedarf geflissentlich unerwähnt lassen ;) . Aber ein paar Kratzspuren an Buntmetall wegpolieren, kann ja keinen so großen Aufwand bedeuten, wie, steinharte (Kalauer beabsichtigt) Halbedelsteine zu formen und zu polieren.
wwfrickler
Held
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  • Beitrag 7. Dez 2017 22:40

Re: Stifte polieren und Pickspuren beseitigen geht das so?

Mit einer Mirkowellenkanone lassen sich sicher die Atome auf die Stifte drauf schießen ... ansonsten lässt sich keine Rille rausschleifen ohne das Material weg zu nehmen.
0hne meinen A l u h u t könnte ich den Schwachsinn auf diesem Planeten nicht ertragen ...
Christian
Fischfleisch
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