Welches Schloss für einen Tresor?

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  • Beitrag 10. Dez 2018 14:54

Welches Schloss für einen Tresor?

Wenn man nicht unbedingt ein elektronisches Ziffernschloss möchte, welches Schloss würdet ihr im Hinblick auf die Sicherheit empfehlen?

Ein klassisches Schloss mit Schlüssel (wie picksicher sind Doppelbartschlösser?) oder eher ein mechanisches Zahlendrehschloss?
Kaulquappe
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  • Beitrag 10. Dez 2018 15:35

Re: Welches Schloss für einen Tresor?

Die Frage ist doch viel eher, ob Du überhaupt eine große Wahl hast. Doppelbartschlösser lassen sich picken, allerdings nicht alle gleich gut. Die KROMER Protector sind ausgesprochen sicher, Tangentialschlösser von BODE auch, nur findet man beide nicht in den heute handelsüblichen (neuen) Tresoren mehr. Weiterer Nachteil von Schlüsselschlössern ist, daß Einbrecher einem die ganze Bude auf den Kopf stellen können, da sie nach dem Schlüssel suchen.

Mechanische ZKS gibt es mit und ohne Manipulationsschutz, meist die erste Variante. Eine 100%ige Sicherheit bieten sie natürlich nicht, aber Gelegenheitseinbrecher werden daran scheitern. Ansonsten braucht man viel Zeit und Geduld, oder entsprechende Technik. Aber selbst die Technik dreht das Ding nicht in 10 min auf.
"Denn die Verneinung der Ortsüblichkeit setzt zwingend voraus, daß es eine ortsübliche Einfriedung gibt. Läßt sich eine solche nicht feststellen, kann es keine Einfriedung geben, die nicht ortsüblich ist." BGH, Urteil vom 17. Januar 2014, V ZR 292/12
fripa10
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  • Beitrag 10. Dez 2018 15:59

Re: Welches Schloss für einen Tresor?

Ich halte mechanische Kombinationsschlösser den Schlüsselschlössern für überlegen. Von den Kombinationsschlössern rate ich vom LG 3390 ab, wegen der Unzuverlässigkeit. Auch unzuverlässig sind die ganz billigen Schlösser von Sargent & Greenleaf (6741, 6651). Der Rest von La Gard und Sargent & Greenleaf ist eigentlich ok, z.B. LG 3330, LG 1985, LG 1947, SG 6630, SG 8550. Schutz gegen Manipulation (quasi das Picken eines Zahlenschlosses) ist im privaten und beruflichen Umfeld eher nicht so wichtig. Ich habe noch nie von einem Einbrecher gehört, der sowas gemacht hat.
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  • Beitrag 10. Dez 2018 16:31

Re: Welches Schloss für einen Tresor?

fripa10 hat geschrieben:[...] Weiterer Nachteil von Schlüsselschlössern ist, daß Einbrecher einem die ganze Bude auf den Kopf stellen können, da sie nach dem Schlüssel suchen.

Danke für diesen Einwand, das hatte ich nicht bedacht – er ist nämlich völlig richtig und wichtig zu bedenken: Alleine die wage Vermutung des Einbrechers, der Schlüssel könnte irgendwo sein, wird dazu führen, dass, wie Du schon sagtest, er in irgendeiner Form danach suchen wird.

Der Tresor, den ich im Blick habe, hat neben einem Doppelbartschloss leider nur ein elektronisches Codeschloss von S&G Titan. Was ist davon zu halten? Ich als Laie halte dem System nach nicht allzu viel davon, weil damit eine zusätzliche Abhängigkeit einhergeht, nämlich das Vorhandensein einer intakten Batterie.
Kaulquappe
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  • Beitrag 10. Dez 2018 16:40

Re: Welches Schloss für einen Tresor?

Beim S&G Titan müsste die Batterie in der Tastatur sein. Also auch wenn sie leer ist kann man die Batterie austauschen und den Tresor öffnen. Mit sind zu dem Schloss keine Erfahrungswerte aus der Praxis zu Ohren gekommen. Also besonders schlimm wird es nicht sein.
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  • Beitrag 10. Dez 2018 18:31

Re: Welches Schloss für einen Tresor?

Kaulquappe hat geschrieben:Alleine die wage Vermutung des Einbrechers, der Schlüssel könnte irgendwo sein, wird dazu führen, dass, wie Du schon sagtest, er in irgendeiner Form danach suchen wird.

Das liegt schon deshalb nahe, da die Tresorhersteller um auch den letzten Euro an Gewinn herauszukitzeln frühere Lösungen wie Lafetten, Klappschlüssel oder Schlüssel bei denen man den Bart mit einem kurzen Stück Halm abnehmen konnte nicht mehr anbieten. Stattdessen bekommt man gefühlt 3 m lange Schlüssel zugemutet, die natürlich in keine Hosen- oder Jackentasche passen, sondern versteckt werden, um sie nicht mitschleppen zu müssen.

Auf diese idiotische Lösung ist selbst LEICHER verfallen, nachdem sie von Gunneklo übernommen worden sind. Vorher hatte die selbe Baureihe grundsätzlich Protector-Lafettenschlösser, da waren die Schlüssel nur 85 mm lang, später dürften das geschätzt mindestens 230 mm gewesen sein, wohlgemerkt mit starrem Halm. Davon wurden allerdings nicht mehr sehr viele Schränke gebaut, da LEICHER dann beerdigt wurde. Die waren einfach zu gut und paßten nicht in das Portfolio von Gunneklo, das sehe ich ein.
"Denn die Verneinung der Ortsüblichkeit setzt zwingend voraus, daß es eine ortsübliche Einfriedung gibt. Läßt sich eine solche nicht feststellen, kann es keine Einfriedung geben, die nicht ortsüblich ist." BGH, Urteil vom 17. Januar 2014, V ZR 292/12
fripa10
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  • Beitrag 10. Dez 2018 18:56

Re: Welches Schloss für einen Tresor?

Es ist doch nicht so, dass Lafette die einzige Möglichkeit einer Schlüsselverlängerung wäre! Beim Cawi 1824 ist das Bartstück 60mm lang und beim S&G FAS 68x0/6990 ist es 53mm lang. Das passt sogar ins Bikini-Höschen! Letzteres (also das FAS-Bartstück) hat sogar noch ein Loch, dass man es bequem an einen Haken oder ein Goldkettchen um den Hals hängen kann.
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  • Beitrag 10. Dez 2018 22:42

Re: Welches Schloss für einen Tresor?

MartinHewitt hat geschrieben:Es ist doch nicht so, dass Lafette die einzige Möglichkeit einer Schlüsselverlängerung wäre!

Richtig, deshalb habe ich das so auch nie behauptet.
"Denn die Verneinung der Ortsüblichkeit setzt zwingend voraus, daß es eine ortsübliche Einfriedung gibt. Läßt sich eine solche nicht feststellen, kann es keine Einfriedung geben, die nicht ortsüblich ist." BGH, Urteil vom 17. Januar 2014, V ZR 292/12
fripa10
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  • Beitrag 10. Dez 2018 23:50

Re: Welches Schloss für einen Tresor?

Du hast Recht! Tschuldige!
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MartinHewitt
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  • Beitrag 12. Dez 2018 19:50

Re: Welches Schloss für einen Tresor?

MartinHewitt hat geschrieben: [...]S&G FAS 68x0/6990 ist es 53mm lang.[...] das FAS-Bartstück) hat sogar noch ein Loch.[...]

Wo sehe ich mal ein Beispiel. Ist das auch ein Schlüsselbart zum einhaken?
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