Basi T250

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Crocheteur, Retak, Mr. Smith

  • Beitrag 30. Mär 2019 12:16

Basi T250

Basi hat mal wieder was Neues oder zumindest habe ich das jetzt erst in die Finger gekriegt. Es ist so eine Kombination vom CX6 mit 6 aktiven Stiften.
Die 5 passiv Stifte sind auf der Schmalseite, wodurch die Fläche für eine Kurvenbahn frei wird. Dort gibt es 5 Querschieber wie beim EVVA 3KS. Mit dem Zusatz SP
können Schliessdienste ein eigenes Sonderprofil erhalten. Die Stifte sind nicht kompatibel zu den freien Basi Systemen und haben in der Bohrmulde
auch 7 statt anstelle nur 6 möglichen Codes. Die Schlüssel sind endlich aus Neusilber aber die Preise dafür ziemlich gebührenpflichtig
angesiedelt. Rohlinge werden per Patent nicht in Umlauf gebracht, bzw. sind Schlüssel nur ab Werk zu bestellen. Zum selbstbestiften dürfen die
Preise uninteressant sein. Für einen 31/31 Zylinder werden 84 Eur und für einen 41/41 Zylinder bereits 130 Eur aufgerufen. Was bei den Sonder-
profilen verhandelbar ist weshalb es auch Einzelteile zum selbststiften gibt, habe ich natürlich nicht rausgekriegt aber bei dem Niveau dürfte sich
über Ebay & Co kaum was verbreiten
Janvi
Graf
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  • Beitrag 30. Mär 2019 15:27

Re: Basi T250

Die 84 Euro waren Einkaufspreis oder UVP?
Alles Hass auf dieser Welt ist für mich vergessen, wenn ich meinen Kater schnurren höre!
Marvin K
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  • Beitrag 30. Mär 2019 18:11

Re: Basi T250

Listen EK zzgl Mwst, Vermutlich ist aber auch die Anlagenplanung dabei irgendwie dabei drin.
Die Preise dürften dabei mit der 3KS Klasse in längeren Abmessungen sogar
noch etwas übertreffen. Aber keine Ahnung was da wirklich dran ist und was es Rabatte gibt.
Vielleicht tauchen die Teile ja doch mal in der Bucht auf wo man dann sehen wird was sie wirklich kosten.
Offensichtlich soll das Neusilber System aber bewusst nicht im Billig Segment platziert werden.
Janvi
Graf
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  • Beitrag 31. Mär 2019 20:59

Re: Basi T250

Janvi hat geschrieben:Offensichtlich soll das Neusilber System aber bewusst nicht im Billig Segment platziert werden.

wär zumindest vom Marketing geschickt, den Hersteller etwas aus der "Billig-Schiene" zu holen.

Gibt es irgenwo Bilder von diesem "Wunder-System" ... selbst auf der basi.eu find ich nichts darüber ?
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Christian
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  • Beitrag 2. Apr 2019 09:31

Re: Basi T250

Sorry für die laue Bildqualität aber ist immerhin etwas mehr als nix. Interessant ist das Teil ja schon. Die Bahnschieber haben 3 mögliche Positionen aber ich müsste mich da aus
rein sportlichen Gesichtspunkten in Unkosten stürzen

>selbst auf der basi.eu find ich nichts darüber

Basi GmbH und Basi Schliessysteme GmbH sind verschiedene Unternehmen. Rein zufällig haben sie ihren Sitz im gleichen Gebäude und zufällig auch noch die gleiche Telefonnummer.
Daher auch die Informationen zu Schliessystemen welche bewusst nicht rausgegeben werden sondern dann einfach hier und da bei ausgewählten Fachhändlern mitunter mit Kundenprofilen erscheinen.
Allemal sehen die Gehäuse gleich wie im Billigsegement aus. Das lässt sich aber nur bestäigen wenn ich mal selbst eins zerlegen kann denn produzierende Chinesen gibt es ja bekanntlich beliebig viele
Das passende Patent dazu scheint die Nummer EP2003272 zu sein. Müsste allemal öffentlich sein falls mal einer der Spezialisten dazu recherchieren möchte. Konstruktiv soll das System
Klasse 40 (DIN18252) bzw 6 (EN1303) erreichen was aber auch nicht viel mehr als >100.000 Kombinationen bedeutet
Dateianhänge
DSCF4391.JPG
DSCF4392.JPG
Janvi
Graf
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  • Beitrag 2. Apr 2019 14:00

Re: Basi T250

Janvi hat geschrieben:Basi GmbH und Basi Schliessysteme GmbH sind verschiedene Unternehmen.

sind wohl "schwester-unternehmen"
BASI Schließsysteme GmbH hieß früher mal MULTI Schließsysteme ...
und hatten die Produkte von MUL-T-LOCK vertrieben:
Janvi hat geschrieben:produzierende Chinesen gibt es ja bekanntlich beliebig viele

Die alten Zylinder wie CO oder der CX waren wohl Chinazylinder. Jetzt stellt die BASI GmbH wohl alles um, das die Bauteile untereinander kompatibel sind, und man mit einem Gehäuse den BM, die ganzen AS machen kann. Was ja nicht dumm ist, so kann man einen hochwertigen Zylinder machen, der nicht unbedingt rentabel sein muss, da die Gehäuse und überwiegende Bauteile auch für einfachere Produktserien benutzt werden.

Die Zylinder der Mönchengladbacher beruhen ja auf Produkten von der Firma TITAN. Die Firma ist in Slovenien und gehört jetzt zur DOM-Firmengruppe. Wie viel dann auch in Mönchengladbach produziert wird, weiß ich nicht, aber ich meine schon dass dort auch produziert wird.
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Christian
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  • Beitrag 2. Apr 2019 14:18

Re: Basi T250

Also für den Preis noch nicht mal ein modulares Gehäuse?
Da scheint mir der ansonsten recht ähnliche M&C Condor https://m-c.eu/de/product/condor-sicherheitszylinder/ deutlich günstiger.
mhmh
Franzose...
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  • Beitrag 23. Apr 2019 09:55

Re: Basi T250

Nun habe ich 3 Exemplare des neuen T250 Systems hier und es wäre etwas unfair das Foto gleich im „Besiegten“ Thread einzustellen.

Vorab sind die verhandelbaren Händlerpreise je nach Länge vermutlich zwischen 20 und 30 Eur pro Zylinder. Inklusiv 3 Neusilberschlüssel scheint das ein ziemlich fairer Preis für ein interessantes Produkt.

Die Qualität hält sich so nach meinem ersten Eindruck etwa auf dem Niveau der aktuellen „Billig“produkte wobei diese im Schnitt etwa 10-15 Euro pro Zylinder günstiger sind. Die Verpackung im ansehlich bunten Pappschächtelchen ist gleich. Die Sicherungskarten sind mit einer fortlaufenden Nummer bedruckt und nicht wie bei den BM/AS geprägt. Offensichtlich soll die Sicherungskarte im Gegensatz zu den anderen Produkten nicht nur dekorative Funktion erfüllen. Dementsprechend ist die Nummer auch auf dem Zylinder und jedem Schlüssel eingestempelt. Auf der Schachtel ist der Typ mit Edding von Hand draufgeschrieben. Offensichtlich werden die Teile bei Bestellung im Werk komplettiert und verpackt.

Die Gehäusestifte sind mit 3mm gleich wie bei BM/AS aber mit 5,5mm um einen mm kürzer was wohl dem zusätzlichen Code gegenüber BM geschuldet ist. Im Gehäuse sind 4 Massivstifte und zwei Spulen drin. Letztere haben auch eine etwas andere Form als bei BM/AS. Auch die Federn sind geringfügig länger. Es ist nicht ganz klar ob das Absicht ist oder einfach aus einem anderen Lieferung stammt und tatsächlich problemlos vertauschbar ist. Die Kernstifte haben auch die gleichen Längen und Durchmesser, sind aber an der Abtastseite auf 2mm verjüngt abgestuft. Die Passivstifte sind zylindrisch während der BM Passivstift abgestuft ist. Bei den Schlüsselbohrungen ist visuell zunächst kein Unterschied zu BM festzustellen, so daß möglicherweise auch die Stifte austauschbar sind. Auch die Gehäuse scheinen aus der gleichen Produktion in identischem Material. Sogar die Aufspannspuren von der Bearbeitung sind an der gleichen Stelle und einzig die Stempelung schein ein bedeutsamer Unterschied zu sein. Auch Schliessnasen und Kupplungen sind gleich. Alleine die nicht NG Kupplungen sind beim T250 ebenfalls auch Messing gefertigt.

Für den Einbau der Seitschieber sind die Kerne durch Fräsen nachbearbeitet. Das dürfte grundsätzlich auch den höheren Preis rechtfertigen. Die Seitschieber selbst sind gestanzte 1mm V2A Bleche mit 3 verschiedenen Kerbpositionen wo in der korrekten Position ein harter Längsstift reinpasst. Im Kern vermisse ich allerdings den gewohnten Bohrschutzstift vorne dran. Der hat mit dem Seitschieber offensichtlich keinen Platz mehr gefunden.



Der Schlüssel ist tatsächlich aus Neusilber. Der zusätzliche Code gegenüber BM macht eine Materialstärke von 3,5mm (BM/CX6 sind 2,7mm) erforderlich. Der umlaufende breite Stanzrand zeigt einen für einen hochwertigen Schlüssel leider unschöne gebrochene Oberfläche und stuft das Produkt damit wieder eher im Billigsegment ein. Der Schliesskanal im Kern steht mit der erhöhten Schlüsseldicke auch zum Picken offen wie ein Scheunentor. Codestempel und gelaserte Nummer sind wohl nur als Rauchniederhalter für Versicherungen gut. An einem der Schlüsselexemplare sieht man bei der Bahnfräsung wie oft der Nullpunkt der Maschine eingerichtet wurde. Dies spricht nicht gerade für Professionalität, liegt aber vielleicht auch an der Neuheit des Systems. Die Passivbohrungen auf der Schmalseite des Schlüssels sind als Langloch ausgeführt was ganz gut gefällt (weil sie im Gegensatz zu meinen selbstmodifizierten BM mit den Zacken nicht in der Hosentasche haken).

Rohlinge sind angeblich nicht frei erhältlich. Für ein Kundenprofil von welchen es mit einem Schutzradius von nur 50km nicht allzuviele geben sollte muß man einen Vertrag mit 1000 €/pa Mindestumsatz unterzeichnen. Wie es da mit Rohlingen aussieht habe ich nicht rausgefunden aber auch die Zylinder dürften da etwas mehr kosten. Das ist natürlich bei der ersten Schliessanlage abgedeckt, aber trotzdem gibt es keine Ersatzteile (so nicht die BM/AS sowieso passen). Aufgrund der schlechten Erhältlichkeit also nicht unbedingt für selbstbasteln von Anlagen geeignet. Wer jedoch schon immer gerne eine mittelgroße Anlage haben wollte findet hier möglicherweise eine recht ordentliche Qualität zum kleinen Preis. Voraussetzung ist natürlich ein fairer Händler der nicht auf die frevelhafte Idee kommt das Teil zum Listenpreis irgendeinem ängstlichen Nichtpicker anzudrehen.
Dateianhänge
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Zuletzt geändert von Janvi am 23. Apr 2019 14:08, insgesamt 2-mal geändert.
Janvi
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  • Beitrag 23. Apr 2019 10:43

Re: Basi T250

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht, und den (echten) Bildern. Wie ich schon vermutet habe, wird dieser Zylinder mit den anderen BM, AS, AS_modus, SP2020, eine "Produktfamilie" sein, die dann alle möglichen Teile identisch haben. Was eine rationelle Fertigung möglich macht.

Ich denke dass die Kundenprofile über die "Steuerkurve" gemacht werden. Vielleicht auch über die seitlichen Passivstifte ? Das der Kunde dann die unterschiedlichen Schließungen über die Stiftzuhaltungen bzw. der Bohrmulden im Schlüssel erstellt. Und die Rohlinge schon mit der Kurve von der BASi-Schließsysteme so geliefert werden.
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  • Beitrag 23. Apr 2019 11:37

Re: Basi T250

mhmh hat geschrieben:Also für den Preis noch nicht mal ein modulares Gehäuse?
Da scheint mir der ansonsten recht ähnliche M&C Condor https://m-c.eu/de/product/condor-sicherheitszylinder/ deutlich günstiger.

Sehe ich genauso, wobei ich ja den M&C Matrix bevorzugen würde. Kostenpunkt für die modulare SKG Variante mit 3 Schlüsseln ca. 50€. Der Condor ist geringfügig teurer. Der hier vorgestellte Zylinder ist doch nur alter Wein in neuen Schläuchen, preislich vollkommen uninteressant (wenn er nicht doch deutlich günstiger angeboten wird).

BTW: Die (Quer)schieber sind beim T250 ungefedert, richtig?
Piel
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