Wie man eine Schließung versauen kann.

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Crocheteur, Retak, Mr. Smith

  • Beitrag 12. Apr 2019 13:22

Wie man eine Schließung versauen kann.

Ich bekam heut aus einem Abrisshaus wieder Material, was ich gleich mal geöffnet hatte.

Und sowas selten Dämliches habe ich lange nicht mehr gehabt:
IMG_8253.JPG


Nach 4 gesetzten Pins war das Teil schon auf. Kein Wunder, war zwar ein Hantelstift, aber der Schlüssel ist an der Stelle nicht
gefräst, heißt also der kürzeste Stift, den es überhaupt gibt und dann ist die Hantel auch noch die verkürzte Version.

Falls ihr auh mal so tolle Dinger habt, könnt ihr sie ja hier rein stellen.
Marinopick
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  • Beitrag 12. Apr 2019 14:02

Re: Wie man eine Schließung versauen kann.

Marinopick hat geschrieben:Nach 4 gesetzten Pins war das Teil schon auf. Kein Wunder, war zwar ein Hantelstift, aber der Schlüssel ist an der Stelle nicht
gefräst, heißt also der kürzeste Stift, den es überhaupt gibt und dann ist die Hantel auch noch die verkürzte Version.


Irgendwie verstehe ich die Problembeschreibung nicht, auch nicht anhand des Fotos.
mhmh
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  • Beitrag 12. Apr 2019 14:44

Re: Wie man eine Schließung versauen kann.

Marino meint offenbar, daß die verwendete Stiftsäule aus Kern- und Gehäusestift zusammen so kurz ist, daß beide komplett im Kern verschwinden und so keine Sperrwirkung entfalten können.
Alle Ergebnisse wurden möglicherweise aufgrund der Bestimmungen des neuen europäischen Urheberrechts entfernt.
fripa10
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  • Beitrag 12. Apr 2019 15:21

Re: Wie man eine Schließung versauen kann.

Und die Feder verklemmt sich dann zwischen Kern und Gehäuse?
mhmh
Franzose...
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  • Beitrag 12. Apr 2019 15:31

Re: Wie man eine Schließung versauen kann.

Die Feder hat sich scheinbar nicht verklemmt, ich hab genau dasselbe bei einem BKS Zylinder auch schon mal erlebt, brauchte nur 4 pins zu picken und er war auf, beim restlichen Stiftpaar füllten Kern- und Gehäsestift den Kern genau bis zur Scherlinie.
Ich vermute mal, dass das Zylinder sind, die von einem Schlüsseldienst umgestiftet wurden, welcher die unterschiedlichen Längen der Gehäusestifte nicht beachtet hat.
Retak
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  • Beitrag 12. Apr 2019 16:15

Re: Wie man eine Schließung versauen kann.

Schätze ich auch mal, weil dieser originale rote Siegellack um die Schrauben der Exzenter weg war.

Daher teste ich meine gedachten Stiftungspaare erst mal im Kern ohne Schlüssel. Wenn alles Überstand hat, ist es gut.

Ich hatte auch mal einen Dom, wo sogar 3 Pins derart außer Kraft gesetzt waren.
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Marinopick
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  • Beitrag 12. Apr 2019 17:16

Re: Wie man eine Schließung versauen kann.

Die Amerikaner nennen das short stack chamber. Den Deutschen Begriff kenne ich nicht.
Ist genau das Gegenteil von Zero lift. Was ja auch gegen Schlagschlüssel eingesetzt wird.
Hier ist ein schönes Video. Das Schloss in dem Video hat eine Kombination von beidem; was bei diesem Schloss bewirkt, dass die Scherlinie, ohne Schlüssel, komplett frei ist.

https://www.youtube.com/watch?v=tPXqTQsk5o4
tnt-dennis
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  • Beitrag 12. Apr 2019 21:11

Re: Wie man eine Schließung versauen kann.

ich vermute mal ...

häufig werden Zylinder umgestiftet, ohne dass man an die Gehäusestifte und Federn geht. Somit wird dann irgend eine neue Schlüssel-Kodierung eingelegt und die Gehäusestifte bleiben so wie sie sind. Und dann entstehen solche ungünstigen Kombinationen mit kurzen Kernstiften und (zu) kurzen Gegenstiften. Ich haab auch schon gesehen das es zum sehr langen Kernstift auch einen passenden Gehäusestift gibt, so dass der Schlüssel schwergängig in den Zylinder geht weiil die Feder gequetscht werden muss ...

Gerade bei älteren BKS-Zylindern wurden noch die Gehäusestifte passend zu den Kernstiften eingelegt. Was dann später nicht mehr gemacht wurde, da hat man eine Kernstift-Länge gewählt die für alle Längen passt.
das ist mir so etwas von Latte ...
Christian
Fischfleisch
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  • Beitrag 13. Apr 2019 08:13

Re: Wie man eine Schließung versauen kann.

Ist ja nichts gegen einzuwenden, WENN es auch passt.

Aber allgemein wird sich heute weniger Mühe gegeben.
Ich habe hier einen BKS 8812er, der derart kratzte und klemmt, dass ich die Kerne mit so einer etwas gröberen Polierpaste etwas rustikal einläppen musste.

Gerne haken die Schlüssel beim reinstecken derart, dass ich die Zacken etwas abrunde. So leben auch die Pins länger.
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