Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

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Weimeraner
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Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von Weimeraner »

Hallo und frohe Ostern,

ich bin zu diesem Forum gestoßen, weil ich mich auch beruflich (Schreinermeister) hin und wieder mit der Öffnung eines Schlosses beschäftigen muss.
Bis Dato habe ich das immer mit dem Aufbohren oder Ziehen lösen können, in Zukunft möchte ich das aber zerstörungsfrei hinkriegen.

Aktuell habe ich aber selbst einen Fall, wo ich so gar keine Erfahrung und Ahnung habe.

Von meinem Vater habe ich einen großen Tresor von Ostertag (und einen von Bode Panzer) überlassen bekommen.
Die Teile BxHxT ca. 1400x2000x650mm mit 2 Türen, einem ZKS und 2 Schlüssel Lafetten hat geschätzt 4 Tonnen, zumindes fängt mein 5to Gabelstapler fast das Kippen an und stammt aus einer Filiale der Deutschen Bank 24.
Mein Vater hat damals im Jahr 2000 eine Filiale zurück gebaut und dabei die relativ modernen Tresore samt Code und Schlüssel erhalten.

Jetzt wollte ich zumindest den Ostertag Tresor, nach mindestens 15 Jahren des Rumstehens in einer mehr oder minder trockenen Halle reaktivieren.
Ich habe den Code im ZKS nach der einzig vorhandenen Bedienungsanleitung des ZKS von Ostertag eingestellt, die Mitnehmerscheiben im Schloss haben auch eingerastet und dann konnte ich die vom Schloss freigegebenen, leicht angerosteten Lafetten (Hartverchromung des Lafetten-Rundrohrs blätterte bereits ein bißschen ab) herausziehen sowie Schlüssel einlegen. Die beiden Schlüssel kann man nicht verwechseln, ist quasi idiotensicher, da sie Kerben haben und kleine Bolzen die genau in die Aussparungen der Lafette passen, dazu sind noch die Angabe O für oben und U für Unten auf den Schlüsseln eingraviert. Die Schlüssel habe ich eingelegt, die Lafetten leicht gangbar gemacht, eingeschoben und nach rechts gedreht.
Zu meiner Verwunderung konnte ich das obere Schloss erst gar nicht und nach 3Tagen mit gutem Zureden und WD40 -ja, ja ich weiss...- nach rechts im Uhrzeigersinn drehen.
Der Status jetzt sieht so aus, daß ich beide Lafetten ca. nur 10° bis 12,5° Grad, also auf deutsch die Hälfte einer Viertel Umdrehung nach rechts drehen kann, was jetzt auch sehr leicht geht, dann kommt allerdings ein harter Stop. :wall:

Leider kann ich anscheinend so die beiden Türhebel nicht entriegeln somit auch nicht bewegen bzw. drehen, weder einzeln noch zusammen oder auch in umgehkehrten Reihenfolgen und das weder an der linken noch an der rechte Tür. :(

Weiß jemand einigermaßen präzise wie weit und ob man die Lafetten mit eingelegtem Schlüssel drehen können muß d.h. Drehrichtung links/rechts und Angabe mit Viertel Umdrehung, Volle 360° Grad Umdrehung oder so ähnlich und wie dann die Türhebel richtig bewegt werden müssen, damit sich die Türe öffnet? :confused:

Mit bestem Gruß aus Ostwestfalen

Oliver

MartinHewitt

Re: Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von MartinHewitt »

Hallo Oliver

Erst mal einen Rat: Keine Gewalt anwenden! Wenn man nicht weiß, was man tut, wird es meist nur teurer.

Sieht der Schlüsselbart in etwa so aus? https://wiki.koksa.org/Datei:Protector- ... -Bsp.3.jpg

Bei meinem modernen Protector hier muss man zum vollständigen entsperren ca. 80° nach rechts drehen. Die Entsperrung fängt ab ca. 30° an. Es gibt auch Links-Modelle, aber die sind eher selten.

Der Bode-Panzer geht auf? Oder könnten die Schlüssel vertauscht worden sein?

Sieht der Schlüssel beschädigt aus?

Hui, Ostwestfalen ist ja weit oben.

fripa10
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Re: Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von fripa10 »

Eine so geringe Drehung und dann ein harter Stop lassen für mich drei Vermutungen zu, entweder ist die Lafette nicht weit genug eingeschoben, oder das Riegelwerk steht unter Spannung, oder es handelt sich nicht um den passenden Schlüssel. Versuche mal, beide (!) Türhebel nicht in Richtung auf zu drehen, sondern vor dem Schließversuch mit Schlüssel erstmal ganz auf Richtung zu. Achte auch darauf, daß der Tresor ordentlich ausgerichtet dasteht und nicht verwunden ist, als Tischler kannste sowas ja. Sollten diese Maßnahmen nicht dazu führen daß er sich öffnen läßt, würde ich vermuten, daß es sich nicht um die zugehörigen Schlüssel handelt oder etwas festgerostet ist. An sich müßten sich die Schlüssel ungefähr eine viertel Umdrehung bewegen lassen.

Weimeraner
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Re: Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von Weimeraner »

Hallo,

ja ist weit oben, aber hier scheint auch die Sonne :yes:

Ja, der Schlüssel sieht so aus, by the way der Schlüssel vom Bode Panzer hat bspw. die Einkerbung hinten also axial, während der von Ostertag die große Aussparung "Unten" Richtung Boden hat - kann man also nicht verwechseln.
Nein den Bode Panzer habe ich auch noch nicht auf, aber da kann ich zur Zeit noch nicht mal die Lafette herausziehen geschweige denn auch nur ein bißschen drehen. Deswegen habe ich auch beim Bode Panzer noch nichts weiter gemacht als im ZKS die Kombination einzugeben und das Schloss eingerastet so stehen zu lassen. Kann nämlich gut sein, daß ich auch hier am ZKS noch einen Ticken weiterdrehen könne müsste als ich derzeit kann. Will heißen das ZKS steht vor der 100er Teilung und beim Ostertag konnte ich über die 100er Marke auf ca 97 zurückdrehen womit eben dann beim Ostertag auch die Lafetten heraus gezogen werden konnten. Allerdings konnte man die Lafetten im Ostertag auch ohne besondern Code quasi im Leerzustand widerstandsfrei per Hand drehen, das geht beim Boder Panzer schon gar nicht.

Zurück zum Ostertag, ja Vorsicht ist angebracht, ich hatte als die Lafette noch schwergängig ging, mal mit eingelegtem Schlüssel probehalber eine halmeter lange Rohrzange angesetzt, damit habe ich einen Schlüssel so um die 3° verbogen und es gerade noch rechtzeitig gemerkt. Beim nächsten Versuch habe ich nur mit dem Drehmoment der Hand dann auch gleich die neuen ungebrauchten und von damals bereits vorhanden Ersatzschlüssel benutzt, damit sich keine abgebrochenen Barten im Lafettengang verhaken können.

Die neuen Schlüssel wie auch vorher die bereits immer genutzeten sehen sehr unbeschädigt aus, d.h. ich kann die Lafette komplett einführen und dann mit beiden eben die hälfte einer Viertelumdrehung machen.

Mit bestem Gruß aus Norddeutschland

Oliver

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distiller
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Re: Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von distiller »

Ich hatte mal einen ähnlichen Fall. Da war die oberste Zuhaltung des Protektors angerostet und mit dem Deckel des Schlosses "verklebt". Ich konnte das nur mit der kompletten Demontage des Schlosses von hinten lösen. Darüber hinaus kann ich mir vorstellen, dass das Riegelwerk unter Spannung steht und/oder einzelne Komponenten angerostet sind.

fripa10
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Re: Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von fripa10 »

O_o, eine Rohrzange, ganz böse. :eek:

Sollten meine bisherigen Tips nicht zum Erfolg führen, dann darfst zu BEHUTSAM bei eingelegtem Schlüssel ein paar Mal auf den Knopf der Lafette klopfen, lege aber was unter, damit Du Dir da keine Scharten oder Beulen reinhaust. Diese Übung dient dem Zweck, etwaige Rostblockaden nach Möglichkeit zu lösen.

Weimeraner
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Re: Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von Weimeraner »

Danke Euch,

ja im Zweifel hilft eine weitere Behandlung mit Rostlöser und eben Geduld. :unwuerd:

Leichte Schläge auf die Lafette mittels einem zwischengelegtem Hartholz habe ich schon gegeben.

Schaun mer mal...

MartinHewitt

Re: Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von MartinHewitt »

Sag mal, Oliver, welche Vergangenheit haben die beiden Tresore? In der Regel gehen zwei Tresore gleichzeitig nicht einfach mal so nicht mehr auf.

Weimeraner
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Re: Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von Weimeraner »

@MartinHewitt

Tja wie ich Eingangs sagte, original waren die in einer größeren dt. Bank 24 Filiale ich denke mal als Geldtresore. Diese wurden so ca 2000 rum wieder umgewandelt bzw. geschlossen.

Mein Vater hatte damals eine Schreinerei und so kam es, dass ihm die Geldschränke und ich glaube ein Einwurftresor angeboten wurden.

Er nutzte die dann für Datenaufbewahrung und CNC Meßwerkzeuge etc. pp.

Später gab mein Vater die Firma auf und ich holte zusammen mit ein paar Maschinen die Dinger zu mir.

Da ich aber nicht gleich eine Verwendung hatte, wurden die erst mal in meiner Halle damals flach und übereinander mit dem Stapler abgelegt.

Ich selbst hatte die Türen noch nie auf, wohl auch weil die Tresore liegend gelagert waren.

Dann begann der Dornröschenschlaf für lange Zeit.

Als ich ich neulich die Tresorschlüssel und Kombination in den Händen hatte, kam es mir, die für die teuren Luftgewehre zu nutzen die mein Sohn für seinen Sport nutzt.

Deshalb stellte ich erstmal den Ostertag wieder hin und probierte und als der so leicht nicht aufging, versuchte ich es beim Bode Panzer wie oben beschrieben.

Daß beide schwergängige Schlosse haben, hätte ich so auch nicht vermutet. Der sichtbare Rost an den Ostertag Lafetten bzw. das abblätternde Chrom, zeigen aber woher das Problem kommen mag.

Mittlerweile nach viel WD40 drehen sich ja auch die ZKS wie gewünscht und beim Ostertag gehen auch die Lafetten raus, so daß ich die Schlüssel einlegen konnte.

Als sich jetzt die Lafetten zwar drehen ließen, aber die Türe trotzdem nicht zu öffnen war, dachte ich mir es hinge evtl. mit meiner Fehlbedienung zusammmen.

Und deshalb startete ich diesen Beitrag, um ggf. nähres zur richtigen Bedienung zu erfahren und so war's ja auch.

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Marinopick
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Re: Ostertag Tresor: Öffnungsversuch

Beitrag von Marinopick »

Das heißt also, dass das Teil jetzt endlich wieder geht?
Das wäre ja schön, weil die Tresore sicher nicht ganz billig sein dürften.
Lockpicking hat was von Superheldentum. Alle freuen sich, wenn man hilft. Aber mit großer Macht geht auch große Verantwortung einher.

Ich muss los, die Platte putzen!"Bastelstube"

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