Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Crocheteur, Retak, Mr. Smith

  • Beitrag 17. Jun 2019 20:12

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

Wie gesagt, Du brauchst die Slider nicht setzen. Wenn man den Kern (ohne Schlüssel mit Steuerkurve) hin- und herdreht, verschieben sie sich von selbst in die richtigen Positionen.
mhmh
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  • Beitrag 17. Jun 2019 20:15

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

MartinHewitt hat geschrieben:Noch eine Frage an die Physiker und Elektrotechniker unter uns: Kann man mit zwei Spulen ein in 8 Stufen drehbares Magnetfeld bauen?

Wir hatten 4 Spulen pro Position, damit geht das. Aber der Draht bzw. der Isolierlack schmilzt leicht.

Und es gibt beim MCS auch Wendeschlüssel, das sind aber seltene Sonderspezialanfertigungen.
mhmh
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  • Beitrag 17. Jun 2019 20:29

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

Es ist kein Wendeschlüssel. Es sind 8 unabhängig positionierte Magnete.

Das mit den Senkrechten Spulen hatte ich auch schonmal auf reddit erklärt. Das Magnetfeld stark genug zu bekommen dürfte nicht einfach sein (dünne Kabel und großer Strom...)


Das ist evtl generell interessant, daher hier via copy-paste mein Reddit Kommentar :

You can make a series of hall sensors to find out the bitting, once it is picked. Maybe moving the rotors is possible with 2 orthogonal coils (around an iron disc) instead of each magnets, then even jiggling the pins would be possible via those coils.

However, probably the magnetic field those electro magnets generate is too weak as the wire diameter (and therefore current) is limited.

Also jiggle testing would not be easy the sound can vary and sometimes needs comparing it with the other sliders so setting up deep learning for that would be a cool thing to do if the electeo magnets would work.

I think if I make a nice guide for the magnetic pick for jiggletesting it won't become much faster than that.


On average each rotor will need 3 increments of rotation (1st is already dialed in when the key is inserted and the chance is 1/8 to hit the right angle) and there are 8 magnets. Sonitbis 8x3xtime_to_increment + (8+error makes roughly) 10 x time to find new binder.
So 10s of incrementing time and 1 minute of binder search makes 14 minutes total plus installation of mic. That's not too bad if you think about that it shall be a technique for the good guys
Wenn es einen Schlüssel hat, geht es auch anders auf... Theorethisch... Mit viel Zeit... Unter guten Bedingungen... Mit dem richtigen Bohrer :)
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  • Beitrag 17. Jun 2019 20:37

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

Ah cool, dass es mal einer probiert hat. Ich hatte es mal durchgerechnet vor einiger Zeit und ohne flüssiges Helium habe ich es mir auf dem Papier nicht plausibel rechnen können :P
Zuletzt geändert von CaptainHookNumber1 am 17. Jun 2019 20:46, insgesamt 1-mal geändert.
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CaptainHookNumber1
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  • Beitrag 17. Jun 2019 20:44

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

Danke.

CaptainHookNumber1 hat geschrieben:On average each rotor will need 3 increments of rotation

3.5? (7+0)/2
MartinHewitt
 

  • Beitrag 17. Jun 2019 20:49

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

MartinHewitt hat geschrieben:Danke.

CaptainHookNumber1 hat geschrieben:On average each rotor will need 3 increments of rotation

3.5? (7+0)/2


Haha Mist! Machen wir int(7/2) draus, dann ist es etwas weniger peinlich.
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CaptainHookNumber1
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  • Beitrag 17. Jun 2019 20:51

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

Als alter Pen&Paper-Rollenspieler kennt man sich mit Würfelstatistik aus.
MartinHewitt
 

  • Beitrag 18. Jun 2019 07:00

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

CaptainHookNumber1 hat geschrieben:Die Magnete habe ich mit zwei Schichten Tesafilm (3 sind zu viel und eine zu wenig) festgeklemmt.

Um den Rand der Magnete einen schmalen Streifen drumherum, oder wie kann ich mir das vorstellen?

Bei unserem Make-up Key hatten wir einen Sandwich aus Magnet, doppelseitigem Klebeband, Stahlblech, doppelseitigem Klebeband, und wieder Magnet. Und drumherum abgefräste Teile von Schlüsseln.
mhmh
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  • Beitrag 18. Jun 2019 13:58

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

Ich habe zwei Tesastreifen übereinander geklebt und dann kleine quadrate ausgeschnitten und auf die Rückseite der Magneten geklebt. Meine Bohrungen war sehr genau 4mm im Durchmesser, sodass sie bei 2 Schichten Tesa wirklich gut drin saßen. Bei 3 Schichten pro Magnet wird man zu breit wenn sich mal ne welle im Klebestreifen bildet (man hat ca. 2.5mm wovon 2x1mm von den Magneten eingenommen wird). Die Klebeseite ist dabei nur in Richtung Magnet. Damit wird der Magnet allein durch Reibung im Schlüssel gehalten. Der Magnet, welcher mir im Video aus dem Schlüssel gehüpft ist, hatte nur eine Schicht weil ich ihn nur sehr wenig angefeilt hatte und er sich sonst nicht hätte drehen lassen (musste sie zum feilen in einer Schraubzwinge einspannen und hatte schon genug Magnete zerdrückt). Aber da das Werkzeug nur eine schnelle "Machbarkeitsstudie" war hat mir das gereicht. Das wird noch mal ordentlich gemacht. Das werde ich aber nicht zeigen, denn dann wäre der kriminelle Aspekt größer als der informative.

Ich finde aber, es sollte einem Verbraucher möglich sein mit vertretbarem Aufwand diese gewaltige Schwachstelle herauszufinden und zu verstehen zu können. Für potentiellen Missbrauch möchte ich keine idealen Voraussetzungen schaffen.
Wenn es einen Schlüssel hat, geht es auch anders auf... Theorethisch... Mit viel Zeit... Unter guten Bedingungen... Mit dem richtigen Bohrer :)
CaptainHookNumber1
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  • Beitrag 18. Jun 2019 14:19

Re: Evva MCS einfacher Öffnen (und beliebig oft drehen)

Also ich bin nicht sicher, ob ich das als gewaltige Schwachstelle bezeichnen würde.
Es ist ja so, dass sich grundsätzlich jedes mechanische System, das eine Drehung durch Zuhaltungen verhindert, mit einem „Pin&Cam“ System decodieren lässt.
Das betrifft also fast alle mechanischen Schlösser und wird trotzdem allgemein akzeptiert, weil das Werkzeug und die Anwendung im Allgemeinen sehr aufwändig sind.
mhmh
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