Schließnase drehen / EVVA MCS

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Christian
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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von Christian »

Marvin K hat geschrieben: 1. Jan 2021 20:28 Am besten ein Schlüsseldienst der einen EVVA Koffer hat oder weiß was er da tut. Jeder Schlüsseldienst kann oder will es nicht.
Eigentlich sollte jeder Fachbetrieb es können .... eigentlich ...

wenn der Benutzername "PanzerknackerAzubi" das meint was ich daraus verstehen könnte, dann sollte man mal sebst versuchen ... einfach sind ja ajett auch keine 98 Teile die einen entgegen kommen wenn man den Schließbart ausbaut, und seitenverkehrt wieder einlegt. Ansonsten einen EVVA-Schlüsseldienst oder andere fachlich visierte Peron ansprechen.
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toolix_d
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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von toolix_d »

Christian hat geschrieben: 2. Jan 2021 20:25wenn der Benutzername "PanzerknackerAzubi" das meint was ich daraus verstehen könnte, dann sollte man mal sebst versuchen ...
Da stellen sich mir, als, erfahrener, De-Bürger, zwingend, folgende Fragen:
Lässt das Berufsausbildungsförderungsgesetz (gibt es das?) ein solch selbstständig, autodidaktisches (unüberwachtes), Vorgehen, denn (überhaupt), zu, bzw. empfiehlt es das ?
Wer bezahlt mögliche Schäden? - Oder ist man dabei versichert?
Ist ein Misserfolg ein Entlassungsgrund?
Beschleunigt ein Erfolg den Ausbildungsprozess? - Oder ist, wenigstens, eine Belobigung zwingend? :wngn:

PanzerknackerAzubi
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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von PanzerknackerAzubi »

So,

hab heute das Schloss mal eingebaut.
Zunächst wie es war.

Hab es mal getestet; um den Schnapper zurückzuziehen, muss der Schlüssel schon etwas gedreht werden.
Wenn einer ein MCS da hat, kann er ja mal zeigen, ab welchem Winkel die Magnete geprüft werden.
Ihr Profis habt sicherlich mehr als ein Schloss von der MCS Serie.

Gruß
PanzerknackerAzubi

PS: Ich bin normaler Angestellter, der Name habe ich nur gewählt, weil ich bei Schlössern noch einiges zu lernen habe.

fripa10
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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von fripa10 »

Nun mal ich, nach einiger Abwesenheit. Also die auf dem Foto ersichtliche Schließnase besitzt KEINE Umstellmöglichkeit durch das Drücken in der Bohrung an der Seite. Vielmehr ist dort nur eine Scheibe eingehängt und durch den in die Bohrung gehängten seitlichen Vorsprung gegen Verdrehen in der runden Schließnase gesichert. Da zu drücken bringt also überhaupt nichts. Diese Konstruktion weisen die Schließnasen auf, die für Knaufzylinder und für - bei steckendem Schlüssel - von der zweiten Zylinderseite aus schließbar ausgestattet sind (BSZ / Not- und Gefahrenfunktion).

Um die Schließnase umzustellen, muß man eine der Zylinderhälften unten am Steg abschrauben und vom Steg abnehmen, dann ist die Schließnase lose und kann gewendet werden (Innenseite nach außen drehen), wobei man allerdings bei asymetrisch aufgebautem Zylinder ggf. auch die zylindrischen Messing-Schiebestücke zur Schlüsselverlängerung mit "umziehen" muß, weil die Kupplung je nach Konfiguration nicht auf beiden Seiten gleich weit aus der Schließnase herausguckt.

Beim MCS ist es tatsächlich so, daß man mit jedem beliebigen MCS-Schlüssel oder einem Schraubendreher nach Entriegelung eines vorn liegenden Stahlstiftes noch etwas mehr Drehung des Zylinderkerns hinbekommt, bis schließlich das Magnetsystem eingreift. Das kann aber schon ausreichend sein, um den Wechsel des Einsteckschlosses zu betätigen. Daher sollte man die Schließnase in Schlüsselabzugstellung hier grundsätzlich zur Bandseite der Tür zeigen haben.

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Christian
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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von Christian »

fripa10 hat geschrieben: 6. Jan 2021 23:43 ... Beim MCS ist es tatsächlich so, daß man mit jedem beliebigen MCS-Schlüssel oder einem Schraubendreher nach Entriegelung eines vorn liegenden Stahlstiftes noch etwas mehr Drehung des Zylinderkerns hinbekommt, bis schließlich das Magnetsystem eingreift. Das kann aber schon ausreichend sein, um den Wechsel des Einsteckschlosses zu betätigen. Daher sollte man die Schließnase in Schlüsselabzugstellung hier grundsätzlich zur Bandseite der Tür zeigen haben.
Dann wäre er ja bei gewissen Sachen ungeeignet. Bei diesen Burgwächter 116/PC50 Vorhängeschlössern ist ein recht kurzer Drehweg um es zu öffnen, oder den Schloßschaltern an Geragentoren ... usw.
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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von mhmh »

Oha, hier kann ja sogar der Christian noch was lernen ;)
Ja, manche Zylinder sind für manche Einsatzzwecke weniger sicher.
Ich wundere mich auch z.B. immer wieder über Elektronik-Halbzylinder in Schlüsselschaltern.

PanzerknackerAzubi
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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von PanzerknackerAzubi »

fripa10 hat geschrieben: 6. Jan 2021 23:43 Nun mal ich, nach einiger Abwesenheit. Also die auf dem Foto ersichtliche Schließnase besitzt KEINE Umstellmöglichkeit durch das Drücken in der Bohrung an der Seite. Vielmehr ist dort nur eine Scheibe eingehängt und durch den in die Bohrung gehängten seitlichen Vorsprung gegen Verdrehen in der runden Schließnase gesichert. Da zu drücken bringt also überhaupt nichts. Diese Konstruktion weisen die Schließnasen auf, die für Knaufzylinder und für - bei steckendem Schlüssel - von der zweiten Zylinderseite aus schließbar ausgestattet sind (BSZ / Not- und Gefahrenfunktion).

Um die Schließnase umzustellen, muß man eine der Zylinderhälften unten am Steg abschrauben und vom Steg abnehmen, dann ist die Schließnase lose und kann gewendet werden (Innenseite nach außen drehen), wobei man allerdings bei asymetrisch aufgebautem Zylinder ggf. auch die zylindrischen Messing-Schiebestücke zur Schlüsselverlängerung mit "umziehen" muß, weil die Kupplung je nach Konfiguration nicht auf beiden Seiten gleich weit aus der Schließnase herausguckt.

Beim MCS ist es tatsächlich so, daß man mit jedem beliebigen MCS-Schlüssel oder einem Schraubendreher nach Entriegelung eines vorn liegenden Stahlstiftes noch etwas mehr Drehung des Zylinderkerns hinbekommt, bis schließlich das Magnetsystem eingreift. Das kann aber schon ausreichend sein, um den Wechsel des Einsteckschlosses zu betätigen. Daher sollte man die Schließnase in Schlüsselabzugstellung hier grundsätzlich zur Bandseite der Tür zeigen haben.
Danke für die sehr aufschlussreiche Antwort :-)

Aber generell kann dann ja der "böse Mann" auch mit einem Türfallengleiter die Tür öffnen?
Eine Tür gilt ja nur als "ZU" wenn sie richtig abgeschlossen ist - und da sollte es ja keine Probleme geben.

Was ich nicht verstanden habe:
Was ist mit den 2 mechanischen Codierungen, die oben und unten am Schlüssel abgeprüft werden?
Wann werden die abgeprüft?

Gruß
PanzerknackerAzubi

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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von fripa10 »

PanzerknackerAzubi hat geschrieben: 7. Jan 2021 20:27 Was ist mit den 2 mechanischen Codierungen, die oben und unten am Schlüssel abgeprüft werden?
Wann werden die abgeprüft?
Mit steckendem Schlüssel sofort bei Beginn der Schlüsseldrehung. ABER: Diesen Elementen kommt null (!) Sicherheitswert bei. Denn erstens ist die Codierung dieser "Wellen" bei den Einzelschließungen immer die gleiche und zweitens stellen sich die zugehörigen "Sperrschieber" selbst richtig ein, wenn kein Schlüssel steckt oder am Schlüssel die Wellen abgefeilt sind. Daher ist das ein Jux. Die Sicherheit des MCS steht und fällt daher allein mit dem Magnetsystem, aber das ist ja recht gut.

Piel
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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von Piel »

fripa10 hat geschrieben: 7. Jan 2021 22:45 und zweitens stellen sich die zugehörigen "Sperrschieber" selbst richtig ein, wenn kein Schlüssel steckt oder am Schlüssel die Wellen abgefeilt sind.
Ist beim ICS nicht viel besser. Zwar müssen dort die drei Pins gesetzt werden, allerdings ist dies eine Sache von Sekunden. Von irgendwelchen Maßnahmen gegen ein Picken mal ganz abgesehen, die Pins sind halt nur zur Profilkontrolle gedacht. Lustigerweise wurde bei den späteren ICS-Versionen der Ausschnitt für diese Pins im Schlüssel so gefräst, dass man anhand der Länge nicht mehr auf die Tiefe des Ausschnitts schließen kann. Dies soll zusätzlichen Schutz gegen ein "Ausspähen" bieten, was Aufgrund des geringen Widerstands der Pins in meinen Augen ziemlich sinnlos ist.

Hier gibt es ein paar Schöne Bilder zum MCS und dessen passiven Slidern.

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Christian
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Re: Schließnase drehen / EVVA MCS

Beitrag von Christian »

ca. 1860 hat sich Linus Yale das mit dem Zylinderschloß einfallen lassen, der Herr Wöhrle (Fa.Hahn) hat dieses Yalesche Prinzip dann in ein Gehäuse gemacht das man in ein Bartschlüsselschloß einfeilen kann ... und dann hat man irgendwann damit begonnen das ganze immer wieder und wieder zu verbessern, bzw. verschlimmbessern. Und so sind aus diesem Hahnzylinder dann mehr oder weniger sinnvolle Produkte geworden.
Aber generell kann dann ja der "böse Mann" auch mit einem Türfallengleiter die Tür öffnen?
Eine Tür gilt ja nur als "ZU" wenn sie richtig abgeschlossen ist - und da sollte es ja keine Probleme geben.
im Prinzip ja ....
nur bei einem Treppenhaus, welches per Eöffner betätigt werden kann, würde das ganze dann gar keinen sinn machen, schon gar nicht wenn man sich ein Speeerfallenschloß gegönnt hat (was eher selten der Fall ist) . Oder die Fälle von einem Schloßschalter oder Hängeschloß ... usw.
Ich wundere mich auch z.B. immer wieder über Elektronik-Halbzylinder in Schlüsselschaltern.

ich habe das auch schon öfters gesehen, allgemein finde das auch recht "inkonsequent" fon der Funktionsweise. Und bei Vorhängeschlösser habe ich auch schon gesehen dass da ein el. Knaufzylinder eingebaut ist.
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