Übernahme Betrieb

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Achim
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Übernahme Betrieb

Beitrag von Achim »

Hallo in die Runde,

vielleicht kann Jemand weiterhelfen. Jemand mit kaufmännischen Ausbildung und Handelswirt arbeitet sein Leben lang schon in der Branche. Vor einigen Jahren bekam er das Angebot einer Firmenübernahme (Einzelunternehmung). Er gründete daraufhin eine GmbH und kauft Einrichtung, Kundenstamm usw. der Einzelunternehmung ab. Der alte Inhaber wird als Betriebsleiter/Meister noch für die Übergangszeit Vollzeit angestellt und ist Anfangs noch minimalster Gesellschafter (nur für 3 Monate) zwecks der Namensgebung, da dieser beibehalten werden soll.

Nun ist der Betriebsleiter/Meister aus der Firma ausgeschieden (Metallbaumeister). Die GmbH war/ist durch ihn aktuell in der Handwerksrolle eingetragen. Allerdings wird in der Firma mittlerweile nur noch das Ladengeschäft (Schlüssel nachmachen etc.) und zum Großteil der Verkauf/Vertrieb, sowie die Montage von Schließanlagen, Briefkastenanlagen, Obentürschließer, elektronische Schließanlagen usw. betrieben. Eine eigene Produktion findet eigentlich somit gar nicht statt, weil die Ware ja bei den Herstellern bestellt, geliefert und dann montiert wird. Teilweise mittlerweile durch externe Dienstleister. Somit kommt der Meister eigentlich auch nie zum Tragen. Aufgrund des Ladengeschäftes ist die Firma aktuell auch parallel bei der IHK gemeldet (Mischbetrieb).

Wie kann man hier vorgehen... Der Inhaber der GmbH übt seinen Beruf seit gut 20 Jahren aus, aber eben mit kaufmännischer Ausbildung. Kann man hier eine Ausübungsberechtigung (Ausnahme) beantragen und auf was sollte geachtet werden? Es werden regelmäßig Schulungen bei den Herstellern absolviert. Macht eine Eintragung in der Handwerksrolle hier überhaupt noch Sinn, oder gibt es eher den Weg in die IHK? Gibt es eine Frist für die Meldung nach dem Ausscheiden? Einen neuen Meister zu finden geht ja mal nicht eben so und Corona bedingt lag das Ganze jetzt eher hinten an. Benötigt man immer einen Betriebsleiter (Firma hat immer unter 10 Mitarbeiter)? Kann es Nachteile geben, sich aus der Handwerksrolle auszutragen lassen, falls das hier überhaupt geht?

Über Hilfe und Tipps würde ich mich sehr freuen (gerne auch per PN).

Achim

Janvi
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Re: Übernahme Betrieb

Beitrag von Janvi »

Ist hier zwar ziemlich OT, aber sprich mal mit deiner IHK wegen Doppelmitgliedschaft. Die haben sich bei mir nach 20 Jahren deshalb selbst gemeldet. Bei der Handwerkskammer musste ich nach Gerichtsbeschluss eine (vereinfachte) Meisterprüfung ablegen weil die meinen staatlich geprüften Techniker nicht anerkannt haben (hätten sie aber können). Die Handwerkskammer hat damit die GmbH Eintragung beim Registergericht erfolgreich blockiert denn die tragen erst ein wenn die Handwerkskammer grünes Licht gibt. Das Diplom (Dipl-Ing) hatte ich erst kurz danach und das hätten sie anerkennen müssen. So habe ich 20 Jahre Beiträge gebuckelt bis die IHK draufgekommen ist, daß der Handwerksteil bei mir verschwindend klein ist. Die Handwerkskammer selbst wird da aber immer anderer Meinung sein. Deshalb dort nicht nachfragen. Bei der Innung wollten die mich auch noch eintragen und ich musste alle Register ziehen damit ich nicht noch im Versorgungswerk Renten einzahlen musste. Das wäre aber sowieso falsch gewesen weil eine GmbH keine Rente erhält und die Mitarbeiter dort per Vertrag ganz normal sozialversicherungspflichtig angestellt sind.

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andreasschmunzel
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Re: Übernahme Betrieb

Beitrag von andreasschmunzel »

Wenn da nur Vorgefertigte teile verbaut werden ist das Minderhandwerk. Wird also eher in der Nebenrolle eingetragen. die Meister kann man in den allermeisten Fällen wegen widerspruch im EU Recht wegklagen, aber das dauert anschenend Jahre.

Wenn der Btrib bei der IHK eingetragen ist braucht er bei dem beschriebenem Umfang keinen Handwerksrolleneintrag.

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