Würth System NP6 (ungewollte) Gleichschließungen

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PaulW23
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Würth System NP6 (ungewollte) Gleichschließungen

Beitrag von PaulW23 »

Hallo zusammen,
folgende kleine Vorgechichte:
In dem Mietshaus, in dem ich wohne war der Haustürzylinder defekt. Dieser wurde jetzt gegen einen neuen Zylinder aus dem Hause Würth Typ NP6 ausgewechselt. Als ich von der Hausverwaltung die neuen Schlüssel bekommen habe, habe ich mich etwas gewundert, dass jeder Schlüssel einzeln in eine Plastikfolie eingeschweißt war und eine Würth-Artikelnummer hat.
20220801_165322_1.jpg
20220801_165256.jpg
(Unkenntlichmachen der Schließung nicht nötig, siehe unten)

Ich habe dann einfach aus Interesse mal bei Würth nach diesem System geschaut und dabei festgestellt, dass die Zylinder in den Ausführungen
verschiedenschließend mit 3 Schlüssel und gleichschließend jeweils in verschiedenen Längen lieferbar sind.:
https://eshop.wuerth.de/Produktkategori ... de/DE/EUR/

Bisher kannte ich es so, dass wenn man gleichschließende Zylinder bestellt, man eine individuelle Schließung erhält, die nur für die bestellten Zylinder verwendet wird.
Bei den gleichschließenden Würth-Zylindern hat man die Wahl zwischen den beiden Gleichschließungen GS1 und GS2. Diese sind dann scheinbar bei jeder Bestellung einheitlich. Und das Beste: Auch Nachschlüssel sind in beliebiger Anzahl lieferbar. Die im shop angegebene Schließungsnummer RW14894 für die GS1 stimmt mit der Nummer auf meinen Schlüsseln überein.
Heißt im Klartext: Jeder, der einen Account bei Würth hat kann in beliebiger Anzahl Schlüssel für meine Haustür bestellen :wall:

Da habe ich auch verstanden, wieso meine Schlüssel in den Tütchen waren. Die Hausverwaltung wollte bei Würth einen neuen Zylinder bestellen. Die 3 Schlüssel von den verschieden schließenden Zylindern reichen natürlich nicht für alle Bewohner. Und für die gleichschließenden Zylinder konnte man gleich genügend Schlüssel mitbestellen. Daher fiel dann wohl die Wahl auf diese.

Könnte mir gut vorstellen, dass mein Haustürschlüssel theoretisch auch die ein oder andere fremde Haustür mit Würth-Zylinder öffnen würde :laugh:
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mhmh
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Re: Würth System NP6 (ungewollte) Gleichschließungen

Beitrag von mhmh »

Ja, das nennt man auch "Lagerschliessung". Das wird gerne bei niedrigen Sicherheitsanforderungen eingesetzt, z.B. während der Bauphase. Andere Hersteller bieten allerdings mehr als 3 verschiedene an.

Auch eingesetzt werden solche Lagerschliessungen bei Impressionsmeisterschaften, d.h. der Schlosshersteller, der die Zylinder sponsort, greift in eine seiner Lagerschliessungs-Kisten - gerne auch in die mit den unüblichen Abmessungen, die sich schlecht verkaufen. Da tun die Impressions-Meister-Kandidaten dann gut daran, diese Schliessungen zu kennen - so dass sie nicht alle beliebigen Schnitthöhen testen müssen, sondern nur solche Kombinationen, die in den bekannten Lagerschliessungen vorkommen.

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Retak
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Re: Würth System NP6 (ungewollte) Gleichschließungen

Beitrag von Retak »

Das passiert wohl öfter mal, dass Hausverwaltungen es sich einfach machen und Lagerschliessungen an den Gemeinschaftstüren verbauen. Ich kenne in Berlin auch ein Haus, in dem das so ist. Früher waren es noch mehr, aber da gibts (nach Sanierung) inzwischen eine "richtige" Schliessanlage. Die davon ausgehende Einbruchgefahr halte ich aber für eher gering, von aussen ist ja nicht sichtbar, dass der Zylinder eine Lagerschliessung hat und es wird kaum jemand an einer Haustüre sämtliche Lagerschliessungsschlüssel des betreffenden Zylinderanbieters (von denen es in der Regel ziemlich viele gibt, die er sich auch erstmal alle besorgen müsste) durchprobieren. Auf Baustellen, wo Lagerschliessungen ja recht häufig eingesetzt werden, halte ich das Risiko unerwünschten Besuchs unter Ausnutzung dieser Tatsache schon für größer, aber da gibts dann meist auch noch weitere Sicherheitsmaßnahmen.

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Re: Würth System NP6 (ungewollte) Gleichschließungen

Beitrag von naturelle »

Retak hat geschrieben: 2. Aug 2022 02:03Die davon ausgehende Einbruchgefahr halte ich aber für eher gering, von aussen ist ja nicht sichtbar, dass der Zylinder eine Lagerschliessung hat und es wird kaum jemand an einer Haustüre sämtliche Lagerschliessungsschlüssel des betreffenden Zylinderanbieters (von denen es in der Regel ziemlich viele gibt, die er sich auch erstmal alle besorgen müsste) durchprobieren.
Geht so. In einer Wohnung, von der ich weiß, daß es zum Zylinder nur drei unterschiedliche Codierungen gibt, würde ich auch nicht wohnen wollen. Da könnte man gleich so ein altes Semi-Chubb aus den 70ern verbauen, wo ich mir als Kind die Universal-Schlüssel noch selbst im Keller gefeilt habe...
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Re: Würth System NP6 (ungewollte) Gleichschließungen

Beitrag von mhmh »

Zum Glück geht es hier ja nicht um eine Wohnungsabschlusstür, sondern um die Haustür in einem Mehrfamilienhaus.

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Re: Würth System NP6 (ungewollte) Gleichschließungen

Beitrag von naturelle »

Stimmt, da habe ich wohl nicht sorgfältig genug gelesen.
Sozialismus ist, wenn die Faulen den Armen das Essen wegessen und dabei die, die es bezahlen, als asozial beschimpfen.

RFguy
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Re: Würth System NP6 (ungewollte) Gleichschließungen

Beitrag von RFguy »

Ein ganz normaler Abus E20/30, das RW statt RE in der Schließungsnummer ist aber nur kosmetik.

Wird schön decodiert.
Bildschirmfoto 2022-08-04 um 17.45.37.png
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Janvi
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Re: Würth System NP6 (ungewollte) Gleichschließungen

Beitrag von Janvi »

ja, da schlägt die Stunde der Hobby Schlüsseldienste wie sie sich mitunter auch in der Bucht rumtreiben. Sie kaufen günstige Gleichschliessungen und modifizieren diese dann zu einer "richtigen" Schliessanlage nach Kundenwunsch. Das sind wohl aber noch zu wenig auf daß die Hersteller draufkommen anstelle der Gleichschliessungen eben gleich Bausätze mit Stiftsortimenten und Rohlingen zu verkaufen. Ersatzstifte und sogar Anlagenplättchen gibt es ja für das eine oder andere System aber man hat dann trotz Gleichverteilung und Wiederverwendung der Stifte trotzdem nach dem Umstiften immer soviele Schlüssel zum wegwerfen die eben bei den Gleichschliessungen immer dabei sind.

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