Neue Schliessanalge

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FTLSENHON
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Neue Schliessanalge

Beitrag von FTLSENHON »

Hey zusammen,

da ich einen Bund mit 10 Schlüsseln zu meinem KESO 4000 Omega System verloren habe, steht nun der Austausch der Schließanlage an.

Wichtig wäre mir eine Resistenz gegen Schlagschüssel, eine gewisse Schwierigkeit beim picken & eine möglichst hoher Kopierschutz. Das ganze dann auch noch zu einem relativ guten Preis, da mein Budget leider begrenzt ist.

Zur Auswahl standen bisher:
EVVA Akura 44
DOM ix Teco
EVVA ICS
KABA gemini plus
KABA quattro plus
ich wäre aber für neue Vorschläge vollkommen offen.

Würde mich über ein paar Vorschläge freuen. Vielen Dank im Voraus!

Janvi
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Re: Neue Schliessanalge

Beitrag von Janvi »

Schliessanlage, Schlüsselbund verlieren und kein Geld haben passt natürlich nicht mit den oben genannten Modellen zusammen.

Ansonsten: Willkommen im Club der privaten Schliessanlagenfrickler. Du kannst dann selbst umstiften und auch Schlüssel dazu fräsen. Für meine Zylindermodifikationen und Schlüssel habe ich aber zugegebenerweise eine Universalfräse und auch eine Drehmaschine mit passendem Spannzangensatz. Die gegenüber Schlüsseldiensten deutlich längeren Einrichtzeiten machen bei meinen Stückzahlen nicht wirklich was aus.

Beiliegend ein Foto von einem modifizierten Basi BM System mit derzeit knapp 300 Zylindern und mehr als 100 Schlüsseln. Preislich am untersten Ende einer vertretbaren Qualität. Security by Obscurity kommt nicht wirklich ganz an deine oben genannten Modelle ran. Das kompensiere ich aber über Kameraüberwachung. Die Wahrscheinlichkeit eines Schlüsselverlustes steigt mit der Anlagengröße und ist deutlich höher als die eines Pickversuchs oder einer unauthorisierten Kopie. Die Anlage wäre beim offiziellen Kauf zwischenzeitlich etwa jährlich gescheitert. Der letzte Schlüssel ist mitsamt Mitarbeiter verschwunden. Dafür stand dann plötzlich ein schwangeres Mädel da, welches nur wusste, daß dieser Herr hier einmal als Elektriker gearbeitet hat. Auch Krankenkasse, Polizei und jede Menge Gerichtsvollziehr ware bislang nicht erfolgreich.

Vielleicht kannst du sogar mit deinem existierenden Keso4000 mit experimentieren anfangen da du ja offensichtlich ein Wendeschlüssel behalten möchtest. Geht es nur darum verlorene Schlüssel zu entwerten? Vielleicht eine der Stufenbohrungen nachbohren und in den Schlössern dazu (wieviele ?) einen Stift modifizieren ? Christian kennt sich mit Keso 4000 / 8000 umstiften glaube ich auch ziemlich gut aus.
DSCF6623.JPG
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mhmh
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Re: Neue Schliessanalge

Beitrag von mhmh »

Janvi hat geschrieben: 16. Jul 2023 19:38Security by Obscurity
Hast Du seitlich Kerben dran gemacht, um die Schlüssel komplizierter erscheinen zu lassen? Chinesen machen das auch gerne.
Sieht jedenfalls cool aus.

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distiller
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Re: Neue Schliessanalge

Beitrag von distiller »

Ohja, sieht voll sicher aus :p Ne mal im Ernst. Für Marke Eigenbau sehr schick :respekt:

Und an den TE: EVVA ICS, das erfüllt doch alle Anforderungen. Ich selbst mag WINKHAUS Primus VX sehr, hat aber nicht den Bombenkopierschutz, aber welcher Schlüssel ist schon schwer kopierbar?!?
CES DU kannst Du dir mal noch ansehen. Günstig und mit dem BZ3 hast du einen interessanten Schutz drin. Der Hinterschnitt bietet zumindest einen erweiterten Kopierschutz.

meister
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Re: Neue Schliessanalge

Beitrag von meister »

Janvi hat geschrieben: 16. Jul 2023 19:38Die Wahrscheinlichkeit eines Schlüsselverlustes steigt mit der Anlagengröße und ist deutlich höher als die eines Pickversuchs oder einer unauthorisierten Kopie.
Mal über eine Kombination aus Elektronik und Mechanik nachgedacht?

Für die kritischen Türen (Aussenhaut) würde schon ein günstiges, elektronisches System mit passiven Transpondern ausreichen.

Tagsüber würde es auffallen, wenn sich jemand an den Türen im Innenbereich zu schaffen macht.

Da ist ein Verlust leicht zu verkraften und schnell ausprogrammiert.

Je nach Anzahl der Türen sind die Mehrkosten nach dem ersten Schlüsselverlust schon kompensiert.

Piel
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Re: Neue Schliessanalge

Beitrag von Piel »

distiller hat geschrieben: 17. Jul 2023 21:43 Und an den TE: EVVA ICS, das erfüllt doch alle Anforderungen.
Beim ICS ist aber die Qualität nicht mehr sonderlich gut. Ich überlege meinen ICS zu ersetzten, da der Schlüssel trotz regelmäßiger Pflege und Reinigung immer schwergängiger rein geht.

Ich würde aber noch den Winhaus X-Tra ins Rennen werfen. Vor allem Aufgrund des guten Preis- Leistungsverhältnis.

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Re: Neue Schliessanalge

Beitrag von Janvi »

mhmh hat geschrieben: 16. Jul 2023 22:20
Janvi hat geschrieben: 16. Jul 2023 19:38Security by Obscurity
Hast Du seitlich Kerben dran gemacht, um die Schlüssel komplizierter erscheinen zu lassen? Chinesen machen das auch gerne.
Sieht jedenfalls cool aus.
Nein, es ist nicht nur Dekoration sondern eine zweite Passivebene die auch ganz gut funktioniert. Zufällig hat der abgebildete Schlüssel alle Passivkerben was aber die Ausnahme ist. Damit hat man auch bei etwas größeren Anlagen genug Strukturierungsmöglichkeiten für die Codes ohne daß aktive Stifte verlorengehen oder auch nur zuviele Plättchen bekommen. Mein Maximum ist 2 Plättchen auf 2 Stiften. Das selbstgefrickelte System hat sogar schon die Inspektion eines Gutachters von einer Haftpflichtversicherung eines Mieters erfolgreich überstanden.

Es kommen dann aber immer noch so Dinger wie: Der Bewohner des Appartments im OG2 arbeitet jetzt bei der Firma im EG Altbau rechts. Das sind normal zwei unterschiedliche Mieter, aber man kann das dann hintricksen daß der nur einen Schlüssel braucht und die anderen Mitarbeiter trotzdem nicht in sein Appartement können.

Oder: Die Putzfrau von Mieter X wurde jetzt plötzlich auch von Mieter Y zum saubermachen seiner Büros engagiert. Da würde dann ein noch so gut gemachter Schliessplan durcheinanderkommen. Es ändert sich einfach immer alles viel zu schnell.

Oder: Die Mitarbeiterinnen von Büro E dürfen jetzt plötzlich doch nicht mehr ins Produktlager, weil die ISO Zertifizierung sonst nicht funktioniert wenn man nicht mehr nachvollziehen kann wer alles an den Waren rumfummeln konnte.

Irgendwo hier im Forum hatte ich mal ein Video eingestellt wo auf meiner selbstgebauten CNC die Kerne für die weitere Passivebene nachgebohrt werden. Die Längskerben im 90 Grad Versatz sind im Gehäuse (vermutlich mit einem Räumwerkzeug) dafür schon vorbereitet, so daß die Ertüchtigung durch Modifikation gar nicht schwierig ist. Ich vermute, daß die Gehäuse die 90 Grad Kerben schon haben, weil sie auch noch für andere patentierte Anlagen verwendet werden.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, was so eine Schliessanlage etwa im Bundestag für ein Theater ist was wahnsinnige Summen an Steuergeldern verschluckt weil sich ständig irgendwas mit den Abgeordneten ändert. Selbst wenn nur geklärt werden musste ob die diversen Abgeordneten nur auf die Frauentoilette dürfen oder nicht.

Elektronik haben wir auch. Am Haupteingang innen eine Gesichtserkennung. Die wollen aber nicht alle akzeptieren und aussen hat sie wegen der unterschiedlichsten Belichtungen Schwierigkeiten so daß wir sie nach Innen verlegt haben. Dazu noch zwei Transpondersysteme. Ein EM4200 auf 125khz. Da habe ich bei der Brandschutzertüchtigung schon viele Weitbereitsantennen in die Wände eingebaut. Man braucht die Karte gar nicht mehr aus der Tasche nehmen und es geht einfach auf. Aber der Mieter kam dann mit einer Arbeitszeiterfassung welche mit Mifare auf 13,52 Mhz läuft. Da haben meine Antennen gar nicht mehr gut ausgesehen. Der Stempeluhrenhersteller ist da auch ziemlich zugeknöpft und legt auf der Karte eine eigene verschlüsselte Applikation ab. D.h. wenn man selbst eine Karte kauft und bei ihm formatieren will, macht er das nicht weil der damit beim Kartenverkauf kein Geld verdient. Ist so ein Laden wo alles im Abomodell pro Mitarbeiter geht. Zugangskontrollen hat er auch aber das kommt nicht in die Tüte wegen einem einzelnen Mieter. Ich habe den Hersteller dann soweit gekriegt, daß er von mir beschaffte Dual-Frequenz Karten mit 2 Chips drinnen gegen horrende Gebühren formatiert. Die Mitarbeiter können dann mit einer Karte den Zugang und die Zeiterfassung machen. Es bleibt das Problem mit den vielen Brandschutztüren. Da darf man nicht mal so schnell einen Türöffner nachrüsten. Es muß immer die gesamte Tür inklusiv Rahmen gewechselt werden. Dann mit Gipser und Maler für die Anschlußarbeiten. Alleine ein zugelassender Brandschutztüröffner kostet wenn man ihn als einzelnes Bauteil kauft mal locker 200 Euro. Er muß aber beim Türenhersteller gekauft werden, weil nur der die Aussparung im Rahmen ausfräsen darf. Eine einfache Tür mit absenkbarer Bodenleiste gibts deshalb nicht unter 1000 Euro. Der gleiche Betrag kommt mindestens noch mal dazu wenn man einen elektromagnetischen Feststeller haben möchte. Den haben wir im Gegensatz zum Türöffner sogar meistens. Bei zweiflügeligen Türen dann noch einen Schliessfolgeregler und einen Stößelkontakt im Falz des Bedarfsflügels mit einer im Türblatt geführten Verdrahtung für den Türöffner. Da geht nix mehr unter 5000 Euro ohne Einbau. Bis eine einzelne Tür vom Türenbauer (der eine Zulassung vom Türenhersteller braucht) eingebaut ist, wird für Gipser, Maler, Plattenleger noch mal der Gleiche Betrag fällig. Da wirds dann schon 5-stellig und der Elektronik Spaß hört definitiv auf. Der Kartenleser kostet selbst auch noch eine Kleinigkeit und will auch installiert werden. Wenn mans gut organisiert kriegt, kann der Gipser dann auch gleich wieder die Kabelschlitze vom Elektriker zumachen. Deshalb geht letztendlich nix über eine gute mechanische Schliessanlage.

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