Lockpicking lernen für Anfänger

Zerstörungsfreie Schlossöffnung, Fragen zu den verschiedenen Werkzeugen und freier Informationsaustausch zum Thema Lockpicking

Moderatoren: Crocheteur, Retak, Mr. Smith

  • Beitrag 6. Jul 2019 14:22

Lockpicking lernen für Anfänger

Ich versuche, Lockpicking zu lernen und komme jetzt nicht mehr so richtig weiter. Ich besitze ein Übungsschloss, welches durchsichtig ist, und dieses kriege ich leicht auf. Auch ganz minderwertige Schlösser für 1 Euro schaffe ich. Aber ein Schloss für 3 Euro aus Woolworth schaffe ich gar nicht. Einmal hat es zufällig funktioniert. Das Problem ist, wenn ich den Spanner reinsetze, ich gar nicht mit dem pic reinkomme. Ich muss erst die Spannung mindern, dann geht das pic rein. Außerdem ist es bei mir so, dass ich die Stifte gar nicht einzeln spüren oder fühlen könnte.
Wie sollte ich weiter trainieren?
steven789hjk543
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  • Beitrag 7. Jul 2019 11:44

Re: Lockpicking lernen für Anfänger

Also, gutes Werkzeug ist ein absolutes Muss, du verwendest vermutlich ein Billigpickset für 15€. Aus Erfahrung weiß ich, dass die nichts taugen, einfache, billige Schlösser kann man damit öffnen, aber spätestens bei einem Türzylinder wird man da an seine Grenzen stoßen.
Ich empfehle dir das Multipick Elite 11 Pickset, da ist alles drin, was man als Anfänger Braucht.
https://www.amazon.de/Dietrich-Set-Lock ... _mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=3SC11GVMGODQ1&keywords=multipick&qid=1562497559&s=gateway&sprefix=Multipi%2Caps%2C155&sr=8-3-spons&psc=1

Anfangen kann man gut mit Abus-Titalium Schlössern (geringes bitting (Höhenunterschied der Einschnitte im Schlüssel)), sie haben keine Securitypins. (Was das ist, erfährst du weiter unten)
Wie man anfängt:
Als erstes solltest du mit dem Hook in das Schloss gehen (nicht spannen) und vorsichtig über die Stifte rüber fahren, dabei kannst du sie zählen, so entwickelst du etwas Gefühl dafür.
Als nächstes setzt du einen Spanner an, achte darauf, dass du nicht zu sehr spannst, es genügt, leicht zu drücken, als würdest du nur mit deinem Finger drauf tippen. jetzt gehst du wieder mit dem Hook in das Schloss und ziehest ihn Vorsicht über die Stifte, dabei wird sich bestimmt der ein oder andere Stift setzen, dies wiederholst du, bis das Schloss entsperrt ist. Diese Vorgehensweise wird als Harken bezeichnet.
Bessere Schlösser lassen sich dadurch nicht aufsperren, bei Ihnen muss man die Stifte einzeln setzen, dies geschieht wie folgt:
Man spannt wieder ganz leicht, nun drückt man mit dem Hook den Stift ganz hinten runter, geht es einfach, bindet er nicht, nun kommt der Stift davor, auch diesen drückt man runter, geht es etwas schwieriger, bedeutet das, dass der Stift bindet, drücke ihn also weiter runter, bis du ein klicken hörst, Event spürst du, wie sich der Kern ein kleines Stück dreht. Nun fängst du wieder hinten an, bis alle Stifte gesetzt sind und das Schloss offen ist.
180°Falle
Solltest du den Kern um 180°drehen, springen die Gehäusestifte oben in den Kern, kein Problem, einfach mit der Rückseite eines Picks wieder in das Gehäuse drücken.
Securitypins
Irgendwann wirst du es auch mal mit Sicherheitsstiften zu tun bekommen, diese sind so gut wie immer in normalen Zylindern zu finden.
Mehr dazu gibt es im folgenden Video:https://youtu.be/NI4JeCvS2u0
Ich hoffe, dir etwas geholfen zu haben, solltest du noch Fragen haben, einfach darunter schreiben, ich oder andere „alte Hasen“ werden sie dann beantworten.
Dass ich einbrechen kann, heisst es noch lange nicht, dass ich das auch tue.
ICHPICKDICHDUABUS
Chef Poster
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  • Beitrag 7. Jul 2019 12:20

Re: Lockpicking lernen für Anfänger

Ich dachte der bks 88 ist kaum pickbar? Und jetzt dient der sogar für Anfänger zum üben, da bin ich ja froh das ich mich für einen so leicht zu öffnenden Döm Diamänt als Haupt Zylinder entschieden habe den jeder albanische strauchdieb mit wattestäble im Handumdrehen aufsperrt löl
Moldovan
Graf
Graf
 

  • Beitrag 7. Jul 2019 16:08

Re: Lockpicking lernen für Anfänger

Also beim Werkzeug mache ich gerne Werbung für selbstgebautes.

Ich habe insgesamt 3 Picks verschiedener "Tasttiefen" und zwei Spanner (einer flexibel, einer starr) selber hergestellt.
Für flexible Spanner sind Straßenfegeborsten brauchbar und für Picks gerne stumpfe Puk Sägeblätter, die durch die
Abnutzung zusätzlich etwas dünner sind als neue. So etwa 0,3 mm haben meine. Der starre Spanner ist von so einer
Nussfeder aus einem Türschloss aus dem vollen Federstahl gefeilt.

Mir wollte mal jemand einen Gefallen tun indem er mir ein Set schenkte, was recht hochwertig ist, aber ich komme damit
längst nicht so klar, wie mit dem selbst nach eigenen Anforderungen gebauten Zeug aus Resten.

Aber ja, die Materialstärke und somit Qualität machen sehr viel aus.

Interessanterweise spanne ich inzwischen fast schon automatisch immer vor, gehe dann mit dem Werkzeug rein und zähle
beim setzen gleichzeitig die Pins durch. Ist wahrscheinlich einfach die Routine, wenn man etwas geübter ist, aber so ginge
es im Zweifelsfall auch.

Ich habe im Übrigen komplett ohne Lektüre oder diese albernen Übungsschlösser gelernt.

Das Feeling vom Plasteschloss ist eh nie das selber wie beim echten aus Messing, Bronze oder was es noch so gibt.
Lockpicking hat was von Superheldentum. Alle freuen sich, wenn man hilft. Aber mit großer Macht geht auch große Verantwortung einher.

Ich muss los, die Platte putzen!"Bastelstube"
Marinopick
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  • Beitrag 9. Jul 2019 09:46

Re: Lockpicking lernen für Anfänger

Also ich verwende meine alten Picks und Spanner weiter, da ich zur Zeit kein Geld für ein neues habe. Ich will mir jetzt paar Schlösser kaufen, die ich in Videos gesehen habe und das mir im obigen Beitrag empfohlen wurde.
Dieses eine “schwierige“ Schloss habe ich jetzt auch ein einziges mal aufbekommen und hoffe, dass es wieder klappt. Ich habe bemerkt, dass ich dieses falsch gehalten hatte, deswegen war ein Teil blockiert.

Ich sehe mir Videos an und lese ab und zu das MIT-Handbuch. Weiß jemand, was man als Anfänger lesen könnte, um etwas zu lernen? Ich habe eine Zeit lang wikihow gelesen. Kennt jemand irgend welche Übungen, die man machen kann? Im MIT-Handbuch sind zwar Übungen, aber bisschen kompliziert. Was für Videos lohnen sich?

Was macht man eigentlich, wenn ein Pick nicht reingeht, nachdem man mit dem Spanner gedrückt hat? Ich ziehe manchmal das Pick raus, indem ich über die Stifte gleite, und dann geht es nicht wieder rein. Dann muss ich erst mit dem Spammer locker machen, aber dann gehen doch die gesetzten Stifte wieder zurück rein, oder?
steven789hjk543
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  • Beitrag 9. Jul 2019 17:50

Re: Lockpicking lernen für Anfänger

steven789hjk543 hat geschrieben: Was für Videos lohnen sich?

Was macht man eigentlich, wenn ein Pick nicht reingeht, nachdem man mit dem Spanner gedrückt hat? Ich ziehe manchmal das Pick raus, indem ich über die Stifte gleite, und dann geht es nicht wieder rein. Dann muss ich erst mit dem Spammer locker machen, aber dann gehen doch die gesetzten Stifte wieder zurück rein, oder?



Was für Videos sich lohnen ? Eigenwerbung natürlich meine :D :D :laugh: löl

Lohnen können sich fast alle etwas. Mir hat es auch schon mahl geholfen einen GUTEN Pick Kollegen über die Schulter zu schauen
( decoder ).
Aber das kann dir nicht das Gefühl vermitteln was man braucht um ein Schloss zu Öffnen.
Da hilft immer noch nur Üben Üben und noch mehr Üben.
Sehr hilfreich ist auch das Wiki hier,den es ist immer sehr hilfreich wen man weiß was in einem Zylinder so drin ist.

Mit deinem Problem mit dem Pick , würde ich sagen versuch mahl den Spanner unten wo die Stifte sind anzusetzen.
So hast du mehr platz Oben für deinen Pick.
Oder du benutzt einen zu stark gebogenen Huck dann nimm erste einmahl einen etwas kürzeren und später zum nachsetzen den größeren.

Ich hatte schon mahl einen Zylinder den bekam ich nur mit drei verschiedenen Hucks auf.
Lock68BN
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  • Beitrag 10. Jul 2019 16:48

Re: Lockpicking lernen für Anfänger

steven789hjk543 hat geschrieben:Was macht man eigentlich, wenn ein Pick nicht reingeht, nachdem man mit dem Spanner gedrückt hat? Ich ziehe manchmal das Pick raus, indem ich über die Stifte gleite, und dann geht es nicht wieder rein. Dann muss ich erst mit dem Spammer locker machen, aber dann gehen doch die gesetzten Stifte wieder zurück rein, oder?


Also ich weiß´nicht, wie groß dein Spannwerkzeug ist, aber ich habe da nie Probleme mit, dass der Pick nicht reinpasst.

Mein dickster Spanner:
IMG_7227.JPG

IMG_7228.JPG
IMG_7228.JPG (29.27 KiB) 492-mal betrachtet


Wie man sieht, ist der so schmal, dass der in der untersten Kurve des Kanals steckt.

Die dünneren Spanner kann ich auch von oben reinstecken, um das Schloss in die andere Richtung zu öffnen.

Wie gesagt, es ist alles eine Sache der Materialstärke.
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  • Beitrag 10. Jul 2019 16:52

Re: Lockpicking lernen für Anfänger

Ach was mir noch einfällt:

Neue Schlösser (also Ladenneu) sind eh schwer zu öffnen.

Etwas ältere, aber nicht zu ausgelutschte sind eigentlich ideal.
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  • Beitrag 15. Jul 2019 18:21

Re: Lockpicking lernen für Anfänger

Also ich habe gelesen, dass amerikanische picsets anders sein sollen als europäische. Vielleicht habe ich ein amerikanisches. Also ich trainiere einfach weiter und mache auch Fortschritte. Die empfohlenen Schlösser will ich bald mal mir zulegen.

Ansonsten finde ich, ist das hier ein cooles Forum, ohne wie in andren Foren, wo es immer dumme Kommentare gibt. Gruß.

Im Moment mache ich ein Schloss immer mit dem “Rake“ auf. Ich brauche dafür 2-6 Minuten. Als ich es das erste mal schaffte, brauchte ich dafür etwa 20 Minuten. Ich wollte mir gestern ein Abus-Schloss kaufen, aber habe keins gefunden und mir stattdessen einen BlankSchlüssel gekauft, aus dem ich jetzt versuche einen SchlagSchlüssel herzustellen. Und zwar mit einer dreieckigen Pfeile. Habe da noch keinen richtigen Plan, mache es irgendwie. Aber komme nur extrem langsam weiter.

Außerdem versuche ich z.Z. zu lernen, wie man ein TürSchloss mit einer KreditKarte aufbekommt. Was macht ihr so? Ich schaue gerade eine Dokumentation über den 11.September.
steven789hjk543
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  • Beitrag 20. Jul 2019 04:58

Re: Lockpicking lernen für Anfänger

Also ich wiederhole: Wenn Pick und Spanner nicht gleichzeitig rein passen, stimmt was nicht.

Wie gesagt, 0,3 mm sollten die Picks haben, um Spaß zu machen.

Ich experimentiere deshalb aktuell mit Umreifungsbändern aus Federstahl.
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